Dienstag, 27. August 2024

Norra Bullaresjö


Am Morgen war es windstill und kaum bewölkt. Nach dem Frühstück setzte ich das Boot ins Wasser und paddelte erneut in die Mündung des Enningdalälven. Der Pegel war immer noch recht hoch und die Strömung ließ weiterpaddeln unratsam erscheinen. Ich wollte mal die andere Richtung erforschen und paddelte - nach Verlassen des Flusslaufs - in gerader Linie über den See und dann ans rechtsseitige Ufer.


Dort legte ich kurz auf einem flachen Felsen an und vertrat mir die Beine. Anschließend folgte ich weiter dem rechtsseitigen Ufer, wechselte dann aber über zum linken wo ich auf einen netten versteckten Strand stieß. Dort blieb ich ebenfalls einige Zeit.

Das Wetter klarte immer mehr auf, aber gelegentlich schoben sich graue Wolken vor die Sonne. Etwas Wind kam auf. Ich paddelte in gerader Linie zurück und legte mein Boot an der Rückseite meiner temporären Bleibe ab bevor ich mich dem zweiten Frühstück zu wand.

Sonntag, 25. August 2024

Bullaresjö und Enningdalsälven

 
Trotz widerlicher Windböen habe ich heute nochmal das Kanu ins Wasser gesetzt weil es morgen bereits wieder regnen soll. Ich bin um die Halbinsel bei meiner gegenwärtigen Bleibe herum gepaddelt und in den Abfluss des Bullaresjön in den Enningdalälven hinein gepaddelt. Ich merkte gleich, dass hier ein erhöhter Pegel vorherrschte. Der Wind drückt offenbar große Wassermassen aus dem See in den Fluss. Trotzdem paddelte ich ein Stück flussab.


Dann merkte ich, dass die Strömungsverhältnisse ein Zurückpaddeln doch ziemlich erschweren würden. Deshalb drehte ich frühzeitig um und arbeitete mich wieder flussauf. Gegebenenfalls stelle ich dieser Tage mal das Auto flussab auf einen Parkplatz, radele zurück und paddele dann mit dem Boot flussab.

Im See konnte ich dann in Lee des Ufers und einer Insel weiter paddeln. Ich steuerte den gegenüber "meines Hauses" liegenden Campingplatz an, auf dem ich bei meiner morgendlichen Fahrraderkundung einige zerbeulte Alucanadier gesehen hatte. Ich hatte ja vor Jahren mal so ein Boot und bedauere mich davon getrennt zu haben (wie eigentlich bei jedem Boot, das ich wieder verkauft habe). Jetzt legte ich spaßeshalber den kleinen Sojourn neben die Boote.


Ich erwartete eigentlich, dass er daneben wie ein Spielzeug aussehen würde, aber das ist nicht der Fall. Er ist fast ebenso lang und hat ähnlich Volumen wie die Blechboote. Er ist eben erheblich schmaler und leichter.

Ich paddelte dann noch ein Stück am Ufer weiter in den See hinein bis hinter einem Fels der Wind allzu hohe Wellen auftürmte. Dagegen anzupaddeln ist machbar, aber schon in diesen Wellen das Boot zu wenden beinhaltet mehr Nervenkitzel als ich mir im Urlaub antun will.
Nachdem ich in einer trügerischen Windpause den See überquert hatte erreichte ich - nach etwas mühevoller Paddelei im Seitenwind, der mich immer wieder ins Schilf drücken wollte  - meine Einsatzstelle. Ich zog das Boot aus dem Wasser, betrachtete versonnen die lange nicht mehr im Einsatz gewesenen Boote am Ufer und trug schließlich das Boot die ca. 30 Meter zurück zum Haus.

Svärdlång

Einige Regentage unterbanden meinen Paddeldrang. Die Plätze, an denen ich mich im Auto aufhielt, mögen noch so idyllisch sein - das miserable Wetter schlägt mir aufs Gemüt. Umso erfreuter war ich als es allmählich wieder trockener wurde. Ich befand mich - nach einer kleinen Regenrunde durch Østfold - inzwischen bei Bengtsfors und fand eine geeignete Einstiegsstelle in den Svärdlång.

Jede Menge Rennkajaks und zugehörige Autos, Trailer und Sportler blockierten den Einstieg, aber ich rempelte mich durch ("förlåt!", "ursäkt!") und setzte mein Boot ins Wasser. Dann paddelte ich knapp vier Kilometer in die eine und die gleiche Strecke zurück in die andere Richtung. Wieder zurück gekommen paddelte ich noch ein wenig Richtung Bengtsfors, wo das Wasser in ein kleines Kraftwerk eingeleitet wird.


Unterwegs betrachtete ich im Verfall befindliche Boots-schuppen, machte eine kleine Pause am Ufer und umrundete ein paar winzige Inseln aus großen rundgeschliffenen Felsbrocken, auf denen sich auf wundersame Weise ganze Bäume angesiedelt haben.

Nachdem ich noch das Treiben der Rennkajakpaddler - es gibt offenbar keine Paddlerinnen - betrachtet hatte, die übrigens fast die gleiche Distanz wie ich (wesentlich schneller) gepaddelt sind - brach ich zu dem kleinen Sommerhäuschen auf, in dem ich die nächsten Tage verbringen werde bevor es dann weiter durch Südnorwegen nach Jütland geht.

Mittwoch, 21. August 2024

Grindsbyvattnet nochmal

2021 habe ich eine Woche auf Orust verbracht und mich bemüht alle ernst zu nehmenden Gewässer dort zu paddeln. Unter anderem war ich auf dem Grindsbyvattnet. Da kam ich jetzt erneut vorbei und da ich gute Erinnerungen an die damalige Fahrt hatte unternahm ich eine weitere Tour.


Ich setzte das Boot wieder beim Steg des Friliuftsfrämjandet ein und paddelte am Steilufer des Sees entlang durch den nördlichen Teil des Sees. Dann ging es "um die Ecke" nach Süden - vorbei an den mit Planenrahmen bedeckten Versuchsflächen zur Eindämmung invasiver Seerosen - zu einem Felsen, an dem ich anlegte und mir die Beine vertrat. So eine Pause ist entspannend und ich mache sie viel zu selten weil ich in der Regel völlig unentspannt unterwegs bin und ziemlich verbissen Strecke mache. Ich arbeite an mir... 


Zurück ging es dann erneut entlang der Steilküste bis zur Hütte des Friluftsfrämjandet, auf deren Parkplatz ich auch nochmal noch eine längere Pause machte (Lernerfolg!). Ich machte mir einen Kaffee und genoss die ruhige Atmosphäre, bis ein obszöner Pickup neben mir parkte dessen Fahrer lange seinen Motor liefen ließ. Erst als eine junge Dame in einem Kleinwagen auftauchte trat wieder Ruhe ein. Die beiden schlenderten zum See und überließen mich meinen Phantasien über komplizierte und verstohlene Liebesbeziehungen, Betrug, Herzschmerz und Leidenschaft. Es sind Situationen, wie diese, die Inspiration für Romane und Filme geben.

Dienstag, 20. August 2024

Råå Å und Småbåtshamn

Nach allerhand Natur, Kultur und etwas Konsum auf Sjælland habe ich am Dienstag Nachmittag die Fähre von Helsingør nach Helsingborg genommen und bin zunächst südlich abgebogen um im Hafen von Råå einen Zwischenstop einzulegen. Ich wollte lange schon den kleinen Flusslauf dort erkunden und heute realisierte ich endlich dieses Vorhaben indem ich das Boot über eine Motorbootrampe ins Wasser setzte und flussauf paddelte.

Nach der ersten Rundbogenbrücke sind dort keine Boote mehr unterwegs und der Fluss wird eher seicht. Große runde Steine liegen im und knapp unter Wasser und ich habe auf den vier Kilometern einige neue Macken in den Rumpf des kleinen Bootes eingefügt. 

Nachdem ich umgekehrt bin passierte ich meine Einsatzrampe und fuhr durch den Småbåtshamn zum Hafeneingang wo Wind und Wellen die Weiterfahrt unratsam erschienen ließen. Ich kehrte wieder um und beendete die Fahrt nach gut vier Kilometern.

Montag, 19. August 2024

Paddeln im Sund


Nahe beim Fähranleger habe ich ein idyllisches Plätzchen an einem Angelsee mitten im Industriegebiet gefunden. Dort habe ich mich niedergelassen, zu Abend gegessen und bin früh schlafen gegangen um dann gegen halbeins in der Nacht zur Fähre aufzubrechen. Die fuhr um halbzwei pünktlich ab.

Die Überfahrt dauerte nur zwei Stunden und ich kam also mitten in der Nacht auf Falster an. Ich steuerte Guldborg an, bog aber dann links ab um ans Ufer des Guldborgsund zu kommen. Da fand sich ein weiterer Abzweig zu einem "Naturstig", der einen Parkplatz hatte.


Am anderen Morgen unternahm ich eine Paddeltour auf dem Guldborgsund. Ich steuerte Flatø an. Diese Insel umrundete ich nördlich, paddelte dann ans südliche Ende der darunter liegenden namenlosen Insel (Vogelschutzgebiet) und treidelte das Boot über die seichte Südost-Spitze. Dann ging es nach einer Westumrundung zurück nach Flatø und zum Festlandufer.

Samstag, 17. August 2024

Urlaubsauftakt

Ich bin auf dem Weg in den Norden. Da meine Fähre erst in der Nacht auf Montag (01:30 Uhr!) geht habe ich mich Samstagabend auf einem Campingplatz bei Jabel niedergelassen. Noch am Nachmittag habe ich mich mit einer kleinen Seerunde ausgetobt - nach vielen Stunden Autofahrt war das dringend erforderlich.

Ich bin vom Jabelschen See durch den Kanal in den Kölpinsee gepaddelt. Es gab einen kleinen Motorbootstau und ich habe mich artig eingereit weil die unlizensierten Kapitäne der Leih-Hausboote gelegentlich "unerwartete" Manöver vollziehen.

Die Idee auch mal für einige Trage so ein Hausboot zu mieten, das Kanu darauf zu verzurren, wo sich das anbietet zu ankern und mit dem Kanu Erkundungstouren zu unternehmen finde ich seitdem gar nicht so abwegig.


Nach einer ruhigen Campingplatznacht (so ruhig, wie die eben sein können) bin ich am frühen Morgen zu einer Erkundung in die andere Richtung aufgebrochen. Durch einen ziemlich zugewachsenen Kanal bin ich in den Loppiner See gepaddelt. Da gibt es keine Motorboote, viel Schilf, weidende Kühe und ein paar Gebäude auf der Westseite. Als ich später um den See herum fuhr sah ich, dass es ganz im Norden eine Einsatzstelle gibt.

Auf dem See habe ich eine eine kleine Runde gedreht bevor es dann durch den Kanal zurück in den Jabelschen See ging. Dort gab es dann ein zweites Frühstück bevor ich nach Rostock aufbrach, wo ich bis zur Fährabfahrt jede Menge Zeit tot schlagen musste.