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Sonntag, 3. Oktober 2021

Altmühlwochenende

Das schöne Herbstwetter hat mich überzeugt: ich bin schon wieder für ein Wochenende zum Paddeln weggefahren. Ähnlich wie letztes Wochenende habe ich mit einem unbekannten Gewässer angefangen und bin zum Abschluss auf bekanntem Fließwasser unterwegs gewesen.

Losgefahren bin ich wie üblich sehr früh, habe dann unterwegs sobald die Läden geöffnet haben Verpflegung eingekauft und an irgendeinem kleinen Fischteich in Bayern ein Frühstück zu mir genommen.

Dann bin ich zum Altmühlsee gefahren und habe das Boot an der "Zuleitung" eingesetzt. Eigentlich wollte ich das Naturschutzgebiet umrunden, aber selbst der Kanal, der drum herum führt, ist aus Naturschutzgründen für den Bootsverkehr gesperrt. 

Überhaupt finden sich da höchst verwirrende Befahrungsregelungen, die - halb verblasst - auf unregelmäßig platzierten Bojen kund getan werden. 

Ich bin schräg über den See zu einem vermeintlichen Café gefahren, dass sich als Surfzentrum erwies, bei dem gerade ein Event vorbereitet wurde. Ich machte zügig kehrt und fortan begleitete mich Musikgewummer bis ans andere Ufer, wo ich nochmal anlandete und mir die Beine vertrat. 

Dann kehrte ich zurück zum Auto, buchte den Altmühlsee als "reizlos" ab und wand mich der Altmühl selbst zu. Ich wollte jetzt keine Experimente mehr machen und fuhr zunächst zur Ein- und Aussetzstelle Hagenacker, an die man aber neuerdings nicht mehr mit dem Auto fahren darf. 

Für Paddler, die mit Booten anreisen ist das eher ungünstig, für die Verleiher, die dort keine Endstation eingeplant haben ist das sicher okay. Also wand ich mich dem Zeltplatz Hammermühle zu, platzierte dort mein Auto (und bezahlte gerne die moderate Parkgebühr). 

Dann nahm ich im zum Zeltplatz gehörigen Biergarten ein sehr verspätetes Mittagessen zu mir und nach einem kleinen Verdauungsschläfchen im Auto setzte ich das Boot noch einmal ins Wasser.

Gemütlich paddelte ich hinunter zur ca. 4 Kilometer entfernten Ein- und Aussatzstelle Hagenacker, wo ich das Boot an Land platzierte und den nun am Nachmittag in Scharen vorhandenen Leihbootpaddler:innen dabei zusah, wie sie die Bootsgasse im Wehr hinunter sausten.

Nicht allen gelang das so geschmeidig, wie sie sich das vorgestellt hatten. Alle Bugpaddler:innen bekamen Spritzer ab oder wurden richtig nass. 

Ein kleiner Junge in einem Familienboot war so vorausschauend, dass er kurz vor Ende der Bootsgasse aufsprang und nach hinten zur Mama hechtete. Dass er damit die Kenterung des gesamten Familienboots verursachte konnte er nicht voraussehen. 

Der Unfall hätte auch böse enden können. Die kleine Tochter (die als einzige eine Schwimmweste trug) geriet unter das gekenterte Boot. Sie hätte auch den Süllrand auf den Kopf bekommen können. Die Eltern waren in Panik. Trockene Klamotten hatten sie in ihrer Bootstonne nicht dabei. ein Glück, das noch zwei Familien bei dem Ausflug dabei waren. Die umtrugen und versorgten die verunfallten mit trockener Kleidung. 


Ich paddelte zurück nach Hammermühle, beehrte das Zeltplatzrestaurant ein weiteres Mal und verbrachte einen gemütlichen Abend und eine ruhige Nacht im Auto. Ich wartete mit dem Aufstehen, bis es hell war und die Sonne den Platz langsam erwärmte. Dann machte ich mich auf den Weg nach Solnhofen. 

In Solnhofen sind die ufernahen gastronomischen Betriebe bereits geschlossen (sie öffnen erst im April 2022 wieder). Deshalb kehrte ich ein wenig frustriert und unterkoffeiniert wieder um und fuhr zurück nach Hammermühle, wo ich noch einen Kaffee und eine Brezel zu mir nahm. 

Der netten jungen Frau, die mich im Auftrag der Naturschutzbehörde interviewen wollte, gab ich freundlich zu verstehen, dass ich ihre Fragen nicht beantworten wolle. Ich stellte selbst ein paar Fragen zum Regelwerk der Beschilderung, die sie wiederum nicht beantworten konnte. Ich machte mich um die Mittagszeit wieder auf den Rückweg, der mich über Donauwörth führte. 

Da mündet die Wörnitz in die Donau. Rolf hatte Freitag vorgeschlagen, dass wie die mal paddeln. Deshalb machte ich einen kleinen Abstecher zum örtlichen Kanu-Club und sah mir den Fluss und das Clubgelände an. Wir könnten da campieren. Im Faltbootforum habe ich gelesen, dass sich der Fluss fürs flussaufwärtspaddeln eignet.


Vielleicht machen wir es ja so, dass wir soweit wir kommen flussauf paddeln, dort im Ufergebüsch in den Hängematten übernachten und am anderen Tag wieder zurückpaddeln. Ob das dieses Jahr noch zu realisieren sein wird? Es wird nun doch schon sehr herbstlich.

Dienstag, 22. September 2020

Nur halbwegs regelkonform


Eigentlich wollte ich übers verlängerte Wochenende ja in den Schwarzwald fahren und ein wenig wandern. Ich hatte das Boot vorsorglich aufs Dach geschnallt, zweifelte aber daran, dass in den Speicherseen hinreichend viel Wasser war.

Aus irgendeinem Grund besann ich mich beim Frühstück eines Besseren und steuerte das Auto anschließend Richtung Nordosten. Ich wollte schon lange mal die Altmühl in Etappen rauf- und wieder hinunterpaddeln und -staken. Warum nicht an diesem Wochenende?



Dass eine Stakstange erforderlich sein könnte und ein dafür geeignetes Boot hatte ich im letzten Jahr, als ich schon mal einen Ansatz gemacht habe, festgestellt.


ich hatte mich eher zufällig für den Abschnitt unterhalb von Dietfurt entschieden. Das Boot setzte ich nach einem zweiten Frühstück in Pappenheim in Solnhofen ein und arbeitete mich die 13-einhalb Kilometer bergauf. Es gab zwei Wehre auf der Strecke.

Die Wehre umtrug ich zügig. Unterwegs kamen mir immer mehr Leihboote entgegen. Häufig saßen drei Leute in einem Tandemboot. Einmal auch fünf. Die Leute hatten Spaß und stießen unter lautem Jubel rechts und links am Ufer an weil sie ihr Boot nicht kontrollieren konnten.

In Dietfurt gabs noch einmal Kaffee und Kuchen und dann paddelte ich zurück nach Solnhofen. Die Rückfahrt war erwartungsgemäß einfacher und die seichten Stellen ließen sich ohne nennenswerten Krafteinsatz überwinden. Auf der Herfahrt war das anders.

In Solnhofen gabs erneut Kaffee und Kuchen und dann suchte ich mir einen netten Übernachtungsplatz am Rande eines hohen Maisfelds. Die Nacht war kalt aber ruhig und ich blieb länger im Bett als üblich damit ich mich nicht mit der Morgenkälte herumschlagen musste.


Es ging dann aber doch so früh los, dass ich durch den Morgendunst steuerte. Ich genoß die ruhige Stimmung. Ich startete in Hagenacker und paddelte bis Solnhofen. Lange Abschnitte auf dieser Strecke sind so seicht, dass eine Stakstange äußerst hilfreich ist.


Dort angekommen (zwei Umtragungen waren zu bewältigen) nahm ich ein zweites Frühstück zu mir und paddelte umgehend zurück. Zusammen bin ich an diesem zweiten Tag etwas mehr als 20 Kilometer gepaddelt. Am Vortag waren es sechs mehr, was ich immer noch spürte.


Erst auf der Rückfahrt studierte ich die Beschilderung bei der Hammermühle etwas aufmerksamer und nahm erstaunt wahr, dass die Altmühl nur flussab gepaddelt werden darf. Ich habe also gegen die Regeln verstoßen. Allerdings nicht mutwillig.

Das sind Regeln, deren Sinn sich mir nicht recht erschließt und die auch an keiner Stelle erklärt werden. All meine diesbezügliche Recherche ging ins Leere. Gerade für Kanupaddler, deren Boote ja für die Befahrung gegen den Strom konstruiert wurden, ist diese Regel schwer verständlich.

Etwas frustriert machte ich mich wieder auf den Heimweg. Unterwegs machte ich an einem Waldrand eine längere Rast. Jetzt steht für mich noch der Abschnitt zwischen Hagenacker und Schernfeld aus*. Ob ich den irgendwann mal regelgerecht paddeln werde?


* Da fällt mir ein: 2013 bin ich den Abschnitt ja schon gepaddelt. Damit wäre meine Altmühl-Sammlung weitgehend komplett. Ich kenne lediglich die Abschnitte oberhalb von Dietfurth nicht. Aber die scheinen auch nicht besonders reizvoll zu sein, da der Fluss da in einem breiten Tal fließt.