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Donnerstag, 17. Juni 2021

Nyminde Strøm


Ich hatte ja anfangs Skrupel weil ich einer Infotafel entnommen hatte, dass Bootfahren in diesem Bereich nicht gestattet ist. Bei meiner gestrigen Fahrradtour habe ich aber so viele Ruder- und Paddelboote am Ufer des Nyminde Strøm liegen gesehen, dass sich in mir der Eindruck verfestigt hat, dass das Verbot wohl für Motorboote gilt. Wie üblich früh bin ich heute morgen also nach Nyminde Gab gefahren und habe das Boot zwischen dort lagernden Canadiern eingesetzt.


Zunächst musste ich unter der Radweg-Brücke hindurch. Hätte ich nicht von meinen Radtouren her gewußt, dass es diesen Durchstich gibt, wäre ich an dieser Stelle schon ins Zweifeln gekommen. Ähnlich ging es mir bei den weiteren engen Passagen zwischen diesen Seen.


Irgendwann erreichte ich eine Fußgängerbrücke, hinter der sich noch zwei weitere lang gestreckte Seen befinden. Den ersten paddelte ich, zum dahinter liegenden war kein Durchkommen. Ich drehte wieder um und steuerte erneut die Brücke an, an der ich das Boot ans Ufer legte.

Hier vertrat ich mir ein wenig die Beine (längeres Knien im Boot ist immer noch sehr mühsam) und sah mir die windgebeutelten Büsche an. Heute hat hier der Wind gedreht. Es soll noch einmal richtig heiß werden und morgen gibt es dann schlechtes Wetter.

Dieser Wetterwechsel wird mir den Abschied etwas erleichtern. Bisher hatte ich ja sehr viel Glück mit dem Wetter. Übermorgen mache ich mich wieder auf den Heimweg. Eventuell werde ich noch einen Zwischenstopp einlegen (wenn das Wetter in Deutschland besser ist). 

Zurück in Nyminde Gab verstaute ich das Boot auf dem Auto und wand mich neuen "Abenteuern" zu.



Dienstag, 15. Juni 2021

Falen Å (Borg Havn)

Am Vormittag habe ich eine Radtour nach Borg Havn unternommen, wo sich das Freilichtmuseum Borg Vikingehavn befindet, das wir - als wir noch Famlienurlaube nach Süddänemark unternommen haben - regelmäßig besucht haben. In den letzten Jahren wurde es weiter ausgebaut.
Inzwischen erinnert es ein wenig an ein Wikinger-Disneyland. Zuletzt haben sie offenbar einen gigantisch großen Fenris-Wolf aufgerichtet, der für sich genommen durchaus imposant ist, aber nur mit ganz viel Phantasie zu einem authentischen Freilichtmuseum passen will.

Immerhin hat mich dieser Besuch auf die Idee gebracht dem Museum am Abend noch einmal einen Besuch abzustatten - diesmal mit dem Boot, das ich in Borg Havn eingesetzt habe. Ich bin ein kleines Stück über den Ringkøping-Fjord gefahren und dann in die Mündung des Falen Å, an dessen Ufer das Wikingermuseum liegt.


Was mich an der Wikinger-Kultur ganz besonders fasziniert ist ihre Bootsbaukunst. Über die weiß man erfreulich viel weil eine ganze Reihe von Booten erhalten geblieben sind (sie wurden als Grabstätten eingebuddelt oder blieben auf dem Meeresgrund versenkt erhalten).

Ich verbrachte einige Zeit damit diese beeindruckenden Boote zu betrachten und paddelte dann weiter den Fluss hinauf. Nach kurzer Zeit kam die Straßenbrücke, über die ich am Vormittag noch mit dem Rad gefahren war, dann der kleine Hafen der Wochenendsiedlung von Bork und dann kam lange nichts außer Schilfufer. So lange, dass ich irgendwann umkehrte weil mit keinen weiteren Sehenswürdigkeiten zu rechnen war. Der Fluss wurde zwar schmaler, aber ich hätte wohl noch einige Kilometer weiter paddeln können ohne irgendwas aufregendes zu sehen. Dazu fehlt mir die Geduld.

Es ging also zurück an gele-gentlich am Ufer liegenden Fischerbooten vorbei zum Ringkøping-Fjord, der seine Wellen ei ganzes Stück hinein in die Mündung des Falen Å schwappen lässt. Es war nicht besonders windig - andernfalls hätte ich die Route nicht paddeln können.

Zurück am Auto verstaute ich das Boot und machte mich wieder auf den Heimweg. Wieder erhärtet sich der Verdacht, dass es wenig weitere Paddelberichte aus diesem Dänemark-Urlaub geben wird. Die Flüsse hier sind eher eintönige Entwässerungskanäle. Schilf verdeckt den Blick über das flache Land (der nun auch nich richtig aufregend wäre). Vielleicht versuche ich es noch einmal mit dem Varde Å, aber das überlege ich mir noch.

Samstag, 12. Juni 2021

Urlaubsfahrt

Dass ich im Juni Urlaub mache stand schon lange fest. Dass er auf eine gute Woche abgekürzt würde und doch noch nach Dänemark führen sollte hat sich sehr spontan ergeben. So spontan, dass meine ursprünglichen Begleiter:innen abgesprungen waren.

Ich nahm Spielzeug mit: Boot und Fahrrad habe ich dabei. Mit dem Boot habe ich am zweiten meiner neun Tage hier schon eine kleine Fahrt unternommen. Ich wollte immer schon (seit ich 1985 erstmalig hier war) den Ribe Å paddeln, an dessen Ufer diese Alu-Verleihboote liegen.

Sie waren mir bei früheren Besuchen dieser Stadt (und derer gab es eine ganze Menge weil Ribe einfach sehr schön ist) immer wieder aufgefallen. 

Es gelang mir nicht oberhalb von Ribe eine vernünftige Einsatzstelle für das Boot zu finden.

Schließlich entschied ich mich dafür an der Mündung des Flusses ins Wattenmeer das Boot einzusetzen. Dort befindet sich die historische Kammer-Slussen, eine Schleuse, die den Damm unterbricht, der die Stadt und deren Umland vor Hochwassern schützt.

Eigentlich hatte ich geplant, dem alten Flusslauf zu folgen, sah aber schon vom Auto aus, dass diese Altarme total verkrautet und seicht sind. Man kann sie nicht paddeln. 

Ich paddelte zwar gegen die Strömung, hatte aber Rückenwind. Ich ahnte schon, dass die Rückfahrt mit der Strömung ungefähr gleich anstrengend werden würde.
Nach geraumer Zeit kam die Stadt in Sicht. Ich hatte immer wieder den markanten Kirchturm über die Uferböschung gesehen, aber nun näherte ich mich dem Hafen und den drei innerstädtischen Flussläufen. Ich erkundete alle drei und musste mich damit abfinden, dass sie allsamt weder fahr- noch umtragbar sind. Es handelt sich um gemauerte Staustufen, über die das Wasser herab rauscht. An den Seiten findet sich nirgends ein gangbarer Weg.

Ich paddelte wieder ein Stück zurück und versuchte es an einem Seitenarm, den ich schon am Morgen angesehen hatte. Mir war klar, dass hier auch irgendwann kein Weiterkommen mehr sein würde (es sei denn man ist bereit sein Boot ein gutes Stück weit zu tragen).
Also machte ich mich wieder auf den Rückweg, der anfangs recht flott vonstatten ging, später aber aufgrund des starken Gegenwinds mühsam wurde. 
Wieder an der Schleuse angekommen fuhr ich durch die offenen Schleusentore und erkundete noch ein wenig die Mündung. Zurück am Auto hatte ich gerade das Boot verstaut als das äußere Schleusentor geschlossen wurde. Bei Flut wird das so gemacht.

Ich erkundete noch ein wenig das Schleusengelände, wartete ab, bis die steigende Flut erkennbar wurde (die breiten Uferbänke, die ich vom Boot aus gesehen hatte, wurden immer schmaler) und machte mich dann auf den Weg zu meinem eigentlichen Ziel.
Jetzt bin ich in meinem Ferienhäuschen angekommen, in dem ich die nächsten sieben Tage wohne werde. Ich hoffe, dass das Wetter mir gewogen bleibt, so dass ich allerhand unternehmen kann. Bootstouren werden das wohl weniger werden - die großen Wasserflächen sind bei dem Wind wenig attraktiv und die kleinen Flüsse haben oftmals eher den Charakter von Entwässerungskanälen. 

Donnerstag, 13. Juni 2019

Urlaubsfahrt


Die Reise begann an einem gewöhnlichen Werktag, an dem ich erst noch zur Arbeit ging. Ich nutzte eine Pause um oben aus dem Bürofenster aufs Auto zu schauen, das bereits vollständig beladen war. Nach Dienstende begann die Fahrt.

Wer keine Lust auf Bilder von blauem Boot auf rotem Auto hat sollte jetzt nicht weiterlesen und -scrollen. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Reise in den Norden, die ich zusammen mit meiner Nichte und ihrem Freund unternommen habe.


Wir arbeiteten uns etwas mühsam und allmählich durch Deutschland hindurch hinauf nach Dänemark, wo wir erfreulich gutes Wetter hatten und uns allerhand ansahen. Da das nun überhaupt nichts mit Paddeln zu tun hat lasse ich die Details weg. Immerhin gab es die eine oder andere Wasserfläche zu überwinden, so einen Ausläufer des Limfjords in Thyborøn. Wir nahmen die Fähre, die uns in kurzer Zeit über den Ford brachte.
Erheblich länger waren wir später auf der Fähre von Fredrikshavn nach Göteborg unterwegs. Das Auto kam samt aufgeladenem Boot in den Bauch des Schiffs und wir durften dreieinhalb Stunden an Deck bzw. im Restaurant der Fähre totschlagen. Es gab Kaffee!


Schließlich kamen wir in Schweden an, die jungen Leute holten sich ihren Mietwagen und wir verabschiedeten uns für 12 Tage. Diese Tage habe ich nun für mich. Ich will die Schwedische Westküste, an der ich ja mal ein halbes Jahr gelebt habe, hinauf und im Inland wieder hinunter fahren.


Das geht auch nicht ohne allerlei Fährfahrten vonstattten. Die meiste Zeit aber wird das Auto auf eigenen Rädern rollen. Ich freue mich schon auf die Zeit und hoffe von der einen oder anderen Kanutour berichten zu können. Bei Smögen fiel die Paddeltour ins Wasser - es regnete.


Das tat es auch heute Morgen in Hamburgsund. Ich bin dennoch zu einer ersten Tour rund um Hamburg Ö aufgebrochen und hatte Glück mit dem Wetter. Der Regen hörte auf und es blies mäßig (aber immer noch heftig genug für einschüchternde Wellen). Ich werde berichten...

Samstag, 16. Juni 2018

Haderslev

Freitagmittag begann mein Urlaub. Das Seminar fand sein Ende und ich verließ den Seminarort in der Südheide um mich durch die Metropole Hamburg hindurch zu kämpfen. Das erforderte mehr Zeit als ich erwartet hatte. Deshalb kam ich erst nach Halbvier in Schleswig an, wo ich mir das Haitabu-Museum ansehen wollte. Das schließt bereits um 17:00 Uhr. Deshalb blieb mir nichts anderes übrig als im Museumscafé Kaffee und Kuchen zu mir zu nehmen und mir zu überlegen, was ich nun stattdessen tun könnte. Ursprünglich war es mein Plan in Schleswig zu übernachten und am anderen Morgen weiter nach Jelling zu fahren um mir dort die Runensteine und das zugehörige Museum anzusehen. Ich beschloss schon einmal in diese Richtung aufzubrechen.


Weiter als bis Haderslev kam ich nicht. Müdigkeit machte sich bemerkbar. Ich suchte mir einen ruhigen Platz südlich des Haderslev Fjords (den Campingplatz links liegen lassend, auf dem für eine Wohnmobilübernachtung 15,-€ verlangt werden) und machte einen längeren Erkundungspaziergang. Dabei stieß ich auf einen "Übernachtungsplatz" mit angeschlossenem Parkplatz und Toilette. Da platzierte ich das Auto, nahm ein ausgedehntes Abendessen zu mir und ging früh ins Bett.

Entsprechend früh wachte ich auch wieder auf. Gegen 5:00 Uhr setzte ich das Boot auf die spiegelglatte Wasserfläche, paddelte entlang eines Hirschreservats (und sah vom Wasser aus einigen Hirsche beim Grasen zu - leider so weit entfernt, dass ein Bild nicht gelohnt hätte).


Dann paddelte ich zurück zum Auto, machte noch einen Stop bei der Toilette, fragte mich, warum eine derartige Infrastruktur in der "stärksten Wirtschaftsmacht Europas" nicht vorhanden ist, und bereitete leicht mißmutig ein Frühstück zu.

Inzwischen war es 6:00 Uhr geworden. Das Frühstück ließ sich nicht endlos in die Länge ziehen. Ich verstaute das Boot und machte mich auf den Weg (ich sah Rebhühner!) nach Jelling um ggf. nur die Monumente (Grabhügel, Runensteine) im Außenbereich anzusehen, denn das Museum würde erst gegen 10:00 Uhr öffnen.

Nun lungere ich hier auf dem Museumsparkplatz herum. Das Museum sieht doch spannender als erwartet aus. Ich werde jetzt einen Spaziergang über die Grabhügel machen und vermutlich doch bis 10:00 Uhr warten. Nachher geht es dann weiter nach Ladby und morgen nach Roskilde. Ob ich dabei Gelegenheit zum Paddeln finde weiß ich noch nicht.