Sonntag, 17. Oktober 2010

Nieselpause

Gestern hat es durchgängig geregnet, heute soll das nicht anders sein. Umso erfreuter war ich als es heute Morgen eben mal nicht regnete. Ich hatte ohnehin am Bootshaus zu tun und habe mir bei der Gelegenheit das Soloboot geschnappt und bin neckaraufwärts gepaddelt und gestakt.
Unterwegs kam ich an einem Stocherkahn vorbei, der wohl seine letzte Saison erlebt hat. Die Kähne werden jetzt peu à peu eingelagert und dieser scheint auf die Kettensäge zu warten. Das erste Wehr habe ich noch übertragen aber dann habe ich schon aus der Distanz die vielen Schwäne beim oberen Wehr gesehen. Die wollte ich nicht aufscheuchen, war sowieso schlecht in Form (morgens sollte ich keinen Sport treiben), bin umgedreht und habe das erste Wehr erneut umtragen.

Best Canoe Routes

Bei mir liegen gegenwärtig entschieden zu viele Bücher herum, die ich alle parallel lese. Bei manchen ist das wirklich wenig pfiffig weil man sie am Stück lesen sollte, andere bieten sich dafür an in kleinen Häppchen konsumiert zu werden. So auch die beiden, die ich jetzt gerade zuende gelesen habe.
Allister Thomas hat bereits im Jahr 2000 das Buch "Paddle Quest. Canada's Best Canoe Routes" veröffentlicht, in dem er Routenbeschreibungen aus ganz Kanada gesammelt hat. Die Autorinnen- und Autorenliste ließt sich wie das Who's who der kanadischen Paddelszene und genau diesen Effekt zielt das Buch auch an. Über die Routenbeschreibungen hinaus werden nämlich in einem zweiten Abschnitt 25 Portraits bekannter Paddlerinnen und Paddler wieder gegeben und anschließend - in einem dritten Abschnitt - programmatische Aufsätze zum kanadischen Flussmanagement abgedruckt. Die jeweiligen Texte sind kurz und anschaulich, zahlreiche schwarz/weiß-Bilder illustrieren das Ganze und eine Übersichtskarte verortet die Routenbeschreibungen.
Das Buch ist nett zu lesen und war so erfolgreich, dass Thomas bereits 2003 ein Nachfolgebuch nach dem gleichen Konzept veröffentlicht hat. Ich hatte einen etwas müden Abklatsch erwartet und war angenehm überrascht, dass auch dieses zweite Buch "More of Canada's Best Canoe Routes" durchgängig Überraschungen zu bieten hatte. Die Routenbeschreibungen sind thematisch freier angelegt - es geht weniger um die Strecken selbst als um ihre Geschichte bzw. die Geschichte, die der jeweilige Autor oder die Autorin mit ihnen verbindet. Ein weiteres lesenswertes Buch, das meiner Gewohnheit des Etappenlesens entgegen kommt.

Die Lektüre solcher Bücher ist natürlich pure Alltagsflucht denn die Aussicht auch nur eine der dort beschriebenen Routen zu paddeln ist verschwindend klein. Aber solche kleinen Fluchten muss man sich ja erhalten und pflegen und - wer weiß, vielleicht wirds ja doch mal was mit dem großen oder auch kleinen Kanada-Trip. Dann kann ich unter den vielen Routen wählen.

Samstag, 16. Oktober 2010

Lampions

Wie in den vergangenen Jahren fand gestern Abend die jährliche Lampionfahrt (2007/2008/2009) statt. Zwar kam erst einmal keiner zu dem Zeitpunkt, der im Programm stand, und ich hatte, nachdem ich zum Bootshaus gehetzt war, einige Zeit zu warten (ein durchgehendes Motiv dieser Woche) aber schließlich trafen nach und nach doch erstaunlich viele Teilnehmer zu dieser Traditionsveranstaltung ein. Noch bei reichlich Tageslicht versahen wir die Boote mit Lampions, Laternen und Lampen verschiedenster Natur. Roland brachte seine erprobte Lampion-Takelage an und wir trugen die Boote gemeinsm an den Anleger und setzten sie ins Wasser. Da hielten wir uns dann erneut ein ganzes Weilchen auf weil immer noch Nachzügler eintrafen (sogar Kinder! - für die ist diese Veranstaltung ja eigentlich gedacht). Dann paddelten wir los. Es wurde so rasant dunkel, dass ich an der Neckarinselspitze - zu der ich voraus geeilt war - trotz Notstativ (die halbe Polingstange) keine scharfen Bilder mehr machen konnte. Rolf hat mit seiner Nikon jede Menge Bilder gemacht, die sicher wesentlich besser geworden sind. Wir paddelten an der Tübinger Neckarfront vorbei bis zur Steinlachmündung. Dann ging es wieder bergauf und am Bootshaus angekommen wurde ein gewaltiges Lagerfeuer entzündet. Die Lampionfahrt ist immer wieder eine nette Veranstaltung, bei der die jüngsten und ältesten Vereinsmitglieder zusammenfinden und einen harmonischen Abend miteinander verbringen. Gut, dass wir so etwas auch machen.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Zwischenspiel

Heute bin ich von der Arbeit zum Bootshaus gehetzt, habe mit Rolf eine kleine Neckarinselrunde gemacht und dabei den Kanu-Polo-Leuten zugesehen und bin danach zum zweiten Elternabend dieser Woche weiter gehetzt (es ist ja auch erst Dienstag). Morgenabend habe ich gleich wieder einen Termin. Ich komme mir ein wenig gestresst vor, will aber deshalb auf so nette Paddel- touren zwischendurch nicht verzichten.
Es sind ja diese angenehmen Anteile eines Tages, die einem Energie für die weniger angenehmen Elemente geben.

Montag, 11. Oktober 2010

Blaue Flecken

Heute habe ich einen blauen Fleck am linken Knie. In Situationen wie der oben abgebildeten (aus Rolfs Bilderschau der gestrigen Fahrt) werde ich künftig bei längeren Fahrten einen etwas verkniffenen Gesichtsausdruck haben weil sich offenbar beim Reparieren der Blässur vom vorvergangenen Wochenende ein Wulst unter dem linken Kniepolster gebildet hat. Der Druckverband hat zwar die Außenhaut des Bootes geglättet aber auf der Innenseite verborgen unter dem Kniepolster eine Ausbeulung bewirkt, die jetzt dauerhaft und besonders beim Aufkanten gegen mein Knie drückt. Ich werde das Kniepolster vorsichtig ablösen müssen, den Überstand glatt schneiden/schleifen und irgendwie versiegeln müssen. Anschließend muss das Kniepolster wieder drauf. Mal sehen, wann ich dazu komme.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Sohlgleiten

Angesichts niedriger Wasserstände im weiteren Umfeld haben wir uns für heute den Donau-Abschnitt vorgenommen, den wir zuletzt im November vor zwei Jahren zusammen mit Claudius und Liesl gepaddelt sind. Das ist die Strecke von Blochingen bis Binzwangen.
Wir waren zu sechst und das Stech- und Doppelpaddel-Verhältnis war ausgeglichen. Wieder galt es vier ansehnliche Schwälle hinunter zu sausen und im Unterwasser in den Turbulenzen herumzuspielen.
Ich habe trotz anfänglich trübem Wetter viele Bilder gemacht, von denen nur wenige wirklich ansehnlich sind und Rolf hat so viele gemacht, dass er ein paar bessere aus hunderten guten heraus gesucht hat - die habe ich jetzt in einer Diaschau abgelegt.

An einzelnen dieser Schwälle haben wir die Boote wieder hoch getragen um sie noch einmal hinunter zu sausen und dann mal ins andere Kehrwasser einzuschwenken. Es kam zu einigen Kenterungen die aber - spätestens in Hundersingen, wo die Sonne herauskam und angesichts der noch erträglichen Wassertemperaturen - nicht weiter tragisch waren.
Andreas gelang es mehrfach nach Kenterungen wieder hoch zu rollen. In Hundersingen haben wir die langen Boots- rutschen besonders intensiv begutachtet bevor wir sie hinunter gefahren sind. Erfreulicherweise gab es da keine Baumhindernisse.


Als wir Hundersingen hinter uns gelassen hatten mussten wir einen ziemlich langen eher langweiligen Abschnitt Richtung Binzwangen abpaddeln und nahmen uns vor künftig die Autos schon in Hundersingen abzustellen. Dann sahen wir von weitem Binzwangen und stießen auf eine Renaturierungsmaßnahme, die die Wanderpaddler sicher zur Verzweiflung bringen wird, bei uns aber einiges Entzücken auslöste. Dort wurde auf einer Strecke von 100 Metern eine Sohlgleite angelegt, die einen wunderbaren Wildwasser- parcours bildet. Diesen Abschnitt haben die meisten zweimal befahren, manche auch dreimal; einzelne haben ihn auch abgeschwommen, was ein wenig holprig sein kann.



Schlappe 50 Meter weiter unten kommt die Aussatzstelle, wo wir uns umzogen und die Boote wieder auf den Vehikeln vertauten. Rolf pflegt das - seiner Vorliebe für knallgrünes Tauwerk folgend - besonders gründlich zu tun. Ich finde ja Boote brauchen auch auf dem Autodach ein klein wenig Bewegungsfreiheit...
Die Rückfahrt über die sonnige Schwäbische Alb in strahlenden Herbst- farben war ein würdiger Abschluss.

Samstag, 9. Oktober 2010

Wintervorbereitungen









Der Winter rückt näher und ich habe wieder mal Auftriebskörper ins Boot geknüpft. Dadurch sieht es gleich doppelt so voluminös aus und beim Tragen auf der Schulter hatte ich auch den Eindruck, dass es etwas schwerer war. Ich habe eine Neckarinselrunde gemacht und beim Zurückkommen gemerkt, dass an einem Ende der Stakstange die Mutter und Beilegscheibe fehlt. Das löst sich immer wieder. Ich muss mir ein besseres System ausdenken. Künftig muss ich die Stakstangenteile über der Ducht befestigen um sie nicht immer zwischen Auftriebskörpern und Bordwand hindurch fädeln zu müssen.