Sonntag, 8. September 2013

Kleiner Kreis


Erst gestern Abend hatte ich die Rundmail versandt, in der zur Teilnahme an einer weiteren Befahrung der Nagold aufgerufen wurde. Klemens hatte die Fahrt initiiert aber selbst er war nicht recht sicher, ob er wirklich teilnehmen könnte.
Ich hätte in der Mail wohl besser nicht den angekündigten "leichten Regen" erwähnen sollen. Außer Klemens, Anita und mir fand sich kein Mitstreiter. So starteten wir eben im kleinen Kreis zur Nagold, die überraschend viel Wasser führte.

Erst unterwegs kam ich auf die Idee, dass wir bei diesem Pegel ja eigentlich auch endlich mal auf die Glatt hätten gehen können. Die müssen wir noch erkunden. Ich kenne sie nur von einem Winterspaziergang. Ebensogut hätten wir in der Besetzung auch auf die Große Enz (mit der ich in René's Prelude noch eine Rechnung offen habe) oder auf die Untere Murg gehen können. Die Pegel hätten das heute wohl her gegeben.

Aber die Nagold ist ja auch ganz nett. Wir haben in jeder Welle Surfversuche angestellt, diverse Kehrwasser genutzt und - wie üblich - im Kurpark von Bad Liebenzell im Pavillion eine kleine Vesperpause eingelegt. Traditionen müssen gewahrt werden.

Während unserer Pause paddelte sogar eine weitere Gruppe Paddler mit Kindern an uns vorbei. Offenbar lassen sich nicht alle von der miserablen Wettervorhersage abschrecken. Das Wetter blieb auch bis zum Ende unserer Fahrt gut.


Den Abschluss fand die Fahrt wie gewohnt in Monbachtal, wo sich eine alte Floßgasse befindet, in deren Auslauf ein letztes Mal gesurft werden konnte.


In Monbachtal betreibt die Bad Liebenzeller Mission ein Café, in dem es sogar Dinkelkuchen (!) gegeben hätte. Wir konnten uns bei dem Kuchen- und Tortenangebot gar nicht recht entscheiden. Meine Wahl fiel schließlich auf Rabarberkuchen.

Wir hatten - wie eigentlich immer - trotz der nur mäßigen wildwassertechnischen Herausforderungen der Nagold auf dem Fluss recht viel Spaß. Die kleinen Schwälle verleiten zu gewagten Experimenten und bei einem kenterte ich auch offside. Die neue Paddeljacke hielt mich trocken und Renés Prelude war schnell wieder ausgeleert. Bilder von Paddeljacke, Prelude und mir gibts keine weil Klemens seinen Fotoapparat geschont hat (hab ich jetzt genug gequengelt?). Meine Bilder habe ich in einer Bildergalerie abgelegt.

Samstag, 7. September 2013

Ersatzbefriedigung

Anstatt mich über Alpenpässe Richtung Slowenien voranzuarbeiten habe ich heute ausgeschlafen, häusliche Pflichten erfüllt, mich dann aber das Gepäck unausgepackt stehen lassend zum Bootshaus aufgemacht, wo ich mich über eine Hälfte des kleinen Eschestamms her gemacht habe. Ich habe zunächst eine grobe Paddelform festgelegt und dann den Schaft ausgestemmt. Dazu habe ich das Beil an der richtigen Stelle aufgesetzt und mit einem Stück Restholz versenkt.

Da, wo ich das mutig von der Mitte her angegangen habe hat das auch gut geklappt, da, wo ich mich zunächst schrittweise vorangearbeitet habe ist der Spalt immer nach außen ausgebrochen. Merke: Eschenhlz spaltet sehr geradlienig, da darf man etwas mutiger sein.


Nicht nur Røskva begutachtete meine Fortschritte aufmerksam. Auch Matthias kam vorbei und sah ein Weilchen zu bevor er sich mit seinem kleinenWood-Canvas Boot zum oberen Wehr begab um einige Poling-Übungen anzustellen.
Rolf kam ebenfalls. Er hat mir aus Kanada ein Crooked-Knife mitgebracht. Jetzt habe ich zwei baugleiche. Das ist prima, so kann ich mutig bei einem von beiden den Griff so modifizieren, dass er besser in der Hand liegt.
Er hat selbst eine Zeit lang mit dem Messer gearbeitet und kam damit besser zurecht als ich.
Irgendwann kam auch Lorenz zu uns, der auf dem unweit statt- findenden Flohmarkt auf Schatzsuche gegangen war. Rolf hat sich den "Sperrmüllmarkt" in der Zwischenzeit auch angesehen.
Ich hielt mich vom Flohmarkt fern (damit ich nicht noch mehr Beilköpfe oder dergleichen anschaffe) und arbeitete zweieinhalb Stunden durch. In der Zeit entstand schließlich ein Paddel, das durchaus als Notpaddel durchgehen kann - mit einigen Nacharbeiten kann aus dem krummen Ding sogar ein recht handschmeichlerisches und elastisches Ottertail-Paddel werden. Aufgrund dessen, dass es entlang der Maserung gespalten wurde werden die Holzfasern an keiner Stelle gekappt.

Nach zweieinhalb Stunden hatte ich dann aber auch genug. Ich kehrte die vielen Holzspäne zusammen (ich hatte extra auf der pflegeleichten Fläche vor dem Bootshaus gearbeitet), ramschte meinen Krempel zusammen und machte mich auf den Heimweg.

Freitag, 6. September 2013

Wetterpech


Heute strahlte noch einmal so richtig die Sonne vom Himmel und man mag gar nicht glauben, dass sich das Wetter im Laufe des Wochenendes schon spürbar verschlechtern soll. Ein Temperatursturz steht uns bevor. Und den gibt es nicht nur hier sondern auch in Slowenien, wo - wie Michel telefonisch berichtet - bereits jetzt Wolken aufziehen. Obwohl alles vorbereitet ist, das Gepäck inzwischen fast im Auto liegt und die Boote abfahrtbereit auf dem Anhänger lagern (den wollte ich nicht mitnehmen) blase ich die Urlaubsfahrt jetzt ab. Auch mein Alternativprogramm (die Woche an der Altmühl) wird sich bei den Wetterausssichten nicht realisieren lassen.


Im Lauf des Abends zogen bei uns auch allmählich Wolken auf. Da hilft auch kein historischer Flieger, der über unserer Übungsstelle seine Kreise zog. Die Wetteraussichten sind lausig. Zum Training trafen sich heute ausschließlich Canadier.

Allerdings wurde nur zaghaft trainiert. Es ist ja auch kaum Strömung da. Dafür fand ich einen kleinen Eschenstamm am Ufer, den ich mir ins Boot gelegt und mit zum Bootshaus genommen habe. Aus ihm will ich ein oder zwei Behelfspaddel schnitzen.
Zu dem Zweck habe ich ihn gleich mit Hilfe mehrerer Beile gespalten. Das werde ich NIE wieder tun den Wolfgang hat anschaulich geschildert, was bei Schlagen von Stahl auf Stahl alles passieren kann: Späne können urplötzlich abplatzen und - da Schmiedeeisen unter Spannung steht - wie Geschosse in alle Richtungen fliegen. Sie durchdringen selbst Schutzkleidung. Wolfgang hatte eindrückliche blutrünstige Anekdoten parat.

Ganz abgesehen von der damit verbundenen akuten Verletzungsgefahr wird durch das Schlagen der Stil des Beils gelockert. Es kann also noch später zu einem Unfall kommen, für den diese Mißhandlung von Beilen ursächlich ist.

Ich werde mir für die weitere Arbeit - neben dem erforderlichen Werkzeug - Holzkeile zurecht legen. Auf alle Fälle will ich aus den beiden Hälften "Notpaddel" anfertigen - mit der Handsäge, dem Beil und meinem Crooked Knife. Wir haben ja schon einmal so ein Notpaddelprojekt veranstaltet. Vielleicht biete ich so etwas in absehbarer Zukunft noch einmal an,wenn ich mit dieser Aktion Erfolg habe. Das Spalten des Eschestamms ist schon einmal erstaunlich gut gegangen.

Donnerstag, 5. September 2013

Vorletztes Mal


Das blendend schöne Wetter hat mich dazu verleitet heute früher Feierabend zu machen und am nachmittag noch einmal auf dem Neckar paddeln zu gehen. Ich war offenbar nicht der einzige, der da so gemacht hat. Der Fluss war sehr "belebt".


Zahlreiche Wasserfahrzeuge waren unterwegs und am Rand sonnenbadeten spärlich- und unbekleidete Menschen. Ich paddelte bis dicht vor das untere Wehr, wendete dort und fuhr dann wieder gegen die Strömung und gegen die blendende Sonne flussauf.


Von der Wehrkrone machte ich noch eine Aufnahme hinunter auf die Kiesbänke. Dann paddelte ich vorbei an dem dort trickreich verankerten Canadier zurück durch die Stadt. Schließlich benutzte ich die Polingstange um das letzte Stück bis zum Bootshaus zu bewältigen.

Wenn ich morgen noch Zeit habe komme ich zum Training. Übermorgen geht es in aller Frühe los Richtung Slowenien. Auf die Fahrt dahin freue ich mich ja nicht aber auf die Soča sehr wohl.

Mittwoch, 4. September 2013

Entschlussfreudigkeit

Mein Urlaub geht zwar erst am Samstag los aber ich nutze den Umstand, dass ich die Wohnung in dieser Woche für mich habe und treffe Reisevorbereitungen. René war so  unvorsichtig mir seinen Prelude (den ich im Winter schon verschandelt und anschließend notdürftig repariert habe) anzubieten und ich habe ihn mal mit nach Hause genommen um Luftsäcke einzupassen und diese richtig abzudichten (ich meinte, dass ich sie repariert habe, was sich aber als Trugschluss erwiesen hat).


Eigentlich bin ich inzwischen ziemlich fest entschlossen, René den Prelude abzukaufen. Vielleicht gelingt es mir ja an der Soča, dem Boot weitere Schäden zuzufügen, so dass ich gar nicht mehr darum herum komme. Der Prelude ist nicht eben das Boot meiner Träume aber eigentlich komme ich  - je länger ich damit paddle - immer besser damit zurecht.

Aber ganz sicher bin ich immer noch nicht, ob ich tatsächlich mit zwei Booten an die Soča fahre. Gegebenenfalls bringe ich den Prelude Freitagabend wieder zurück ins Bootshaus.

Entschlossen bin ich dagegen mich erneut dem Wildwassern zuzuwenden. Teils hat das damit zu tun, dass ich eben doch eher ein Gesellschaftsmensch bin - an der Soča warten Roland und Michel und für eine Wanderfahrt auf der Altmühl kann sich auch Rolf begeistern. die verschiebe ich dann lieber auf das nächste Frühjahr (wenn wir nicht verwegen eine Wintertour machen. Die nötigen Boote und Ausrüstung haben wir ja.

Kanadisches Training


Das dieswöchige Dienstagstraning war von Rolfs Rückkehr aus Kanada geprägt. Er hatte sich kanadisch ausstaffiert und führte seine neuesten Errungenschaften im Ausrüstungsbereich vor. Es wurde Tee gekocht und viel geplaudert.


Es waren erstaunlich viele an unserer Übungsstelle und einige Kehrwassermanöver wurden auch in der etwas dürftigen Strömung betrieben. Während der Zeit, die wir da zugange waren sank der Pegel jedoch um 10 Zentimeter.



Während Rolf Tee auf seinem neuen Kocher zubereitete probierte Lorenz meinen Solocanadier aus und Matthias zog mit seinem hübschen "kleinen" Wood-Canvas Boot seine Kreise. Die beiden unternahmen anschließend noch eine Neckarinselrunde.


Der Tee mundete vortrefflich und der neue Kocher, der - einmal entzündet - in der Lage ist nahezu alles, was irgendwie brennbar ist, zu verheizen glühte prächtig vor sich hin. Die eingebaute Technik produziert Strom, mit dessen Hilfe ein Ventilator betrieben werden kann, der das Feuer anheizt.


Eckhard ist neuerdings ebenfalls (wie René) in einem Esquif Zephyr unterwegs. Da hat er sich ein schmuckes kleines Wildwasserboot angeschafft, das nach etwas wilderen Bedingungen schreit. Vielleicht bringt der allmählich einsetzende Herbst ja Regenwälle mit sich, die eine Befahrung von Erms, Starzel, Eyach und dergleichen Nebenflüsse des Neckars ermöglichen.

Sonntag, 1. September 2013

Linearer Kursverfall

Nach einem Wochenende in Köln (und auf der Autobahn) bin ich heute am Spätnachmittag noch schnell zum Bootshaus gefahren um Malin wieder aufzuräumen, die ich Freitag auf den Böcken liegen gelassen hatte (und bei der Gelegenheit auch eine kleine Runde mit ihr zu paddeln).


Auf den ersten Metern begegnete mir Rolf, der doch nicht in Kanada verschollen ist, und viel von seinem ausgedehnten Sommer in Nordamerika zu berichten hatte. Ich konnte meinen Bewegungsdrang nicht recht unterdrücken und verabredete mich zu weiteren Berichten am kommenden Dienstag mit ihm.

Neuerdings verwende ich immer wieder die blaue Bell-Kniematte, die Rolf ursprünglich gekauft hatte. Dann habe ich sie ihm abgekauft, dann hat er sie mir wieder abgekauft und jedes Mal haben wir uns auf 10 Euro Wertverlust geeinigt. Jetzt werde ich sie ihm wieder abkaufen.


Anschließend an die Plauderei mit Rolf bin ich ans obere Wehr gepaddelt und habe mir die kleine Insel angesehen, an der wir beim Sicherheitstreffen in knapp drei Wochen wieder ein Boot verklemmen wollen. Möglicherweise muss ich da noch ein wenig Flussbauarbeiten vornehmen damit das auch wirklich geht.