Mittwoch, 6. August 2014

Bieringen - Sulzau (und zurück)

Matthias hatte bei unserer letzten Poling-Übungssession am Golfplatz vorgeschlagen, dass wir doch das nächste Mal von Bieringen aus starten. um den Golfer-Parkplatz nicht zweckentfremden zu müssen. Das habe ich heute - nachdem ich schon früh Feierabend gemacht habe - ausprobiert.

Ich parkte das Auto in Bieringen an der Starzelmündung, lud Boot und Ausrüstung ab, zog Neoprenklamotten an und startete - sehr zur Verwunderung einer gerade anlandenden Leihboot-Gruppe - meine Fahrt flussaufwärts.

Der Pegel war immer noch hoch, was ich nicht berücksichtigt hatte und deshalb kam ich nur langsam gegen die starke Strömung an und Stellen, an denen ich sonst wohl wenig Schwierigkeiten gehabt hätte, erwiesen sich als ziemlich knifflig. Einmal geriet mir das Boot aus der Spur und ich musste mich schnell hinsetzen, die Polingstange verstauen und mich mittels Paddel wieder an den Rand manövrieren, von wo aus ich einen zweiten - diesmal erfolgreichen - Anlauf nahm.


Ich kam bis in Sichtweite der Brücke nach Sulzau als ein gestrandetes gelbes PE-Kajak meine Aufmerksamkeit fesselte. Ich legte an der Stelle an und sah es mir genauer an. Es stammte vom Bootsverleih in Sulz/Fischingen, dessen Telefonnummer unübersehbar in die Plastikoberfläche eingraviert war. Ich rief an und gab Bescheid. Offenbar hatte sich das Boot beim Hochwasser los gerissen.


Nachdem ich den Standort des verwaisten Boots durch gegeben hatte wendete ich mein Boot und fuhr die Strecke, für die ich knapp eine Dreiviertelstunde benötigt hatte, in 10/15 Minuten wieder zurück.


Bald kam die Brücke in Bieringen in Sicht hinter der auf der Kiesbank die Anlegestelle ist. Ich versorgte meine Ausrüstung, zog mich um und fuhr wieder zurück zum Bootshaus. Alles in allem war ich erneut - wie an Sonntag der Erms - etwa drei Stunden unterwegs.

Sonntag, 3. August 2014

Dreimal Riederich

Nachdem mir meine Paddelfreunde so sang- und klanglos abhanden gekommen waren (offenbar wurden mehrere Ziele angefahren - am Vormittag begegnete mir noch ein mit bekannten Kajaks beladenes Auto) entschied ich mich für einen Alleingang auf der Erms.


Ich lud Boot und Fahrrad auf/an das Auto und fuhr gegen 10:45 Uhr nach Riederich wo ich das Boot nebst Ausrüstung im Unterholz versteckte. Dann brachte ich das Auto nach Neckartenzlingen, zog Neoprenklamotten an und radelte in leichtem Nieselregen darin zurück durch Bempflingen nach Riederich. Da kam ich gegen 11:30 Uhr an, zog das Boot aus dem Gebüsch und wischte mindestens 8 Schnecken vom Rumpf, die ich nicht mit auf die Reise nehmen wollte. Ab diesem Zeitpunkt schien die Sonne (obwohl Dauerregen vorher gesagt worden war).


Die Erms hatte einen noch gerade so brauchbaren Pegel knapp unter 60cm, der dafür sorgte, dass es an den richtigen Stellen auch mal ein wenig spritzig wurde, aber nie zuviel Druck auf dem Bach war, der so eine Solofahrt riskant gemacht hätte.

An der einen oder anderen Stelle hatte ich auch einmal Grundberührung. Das war zu erwarten gewesen, und deshalb hatte ich mich für das PE-Boot entschieden.


Das Wehr am Ortsausgang von Riederich entzog dem Fluss noch mehr Wasser. Die Umtragung dort war mit etwas Nervenkitzel verbunden weil der örtliche Bogenschützenverein einen recht "luftigen" Palisadenzaun errichtet hat hinter dem offenbar scharf geschossen wird.
Am Zaun hing ein Trockensack, in dem sich ein paar Schuhe und trockene Kleidung befanden. Leider war nirgends ein Name oder eine Adresse angebracht. Ich hing den Sack wieder auf obwohl ich starke Zweifel habe, dass der Eigentümer ihn so wieder bekommt.

Eine weitere turbulente Stelle konnte ich in aller Ruhe fotografieren weil ich auf der oberen Kante mit dem Boot hängen blieb. Ich stieß mich ab und rutschte etwas holprig hinunter. Die Wehrabfahrt in Bempflingen verkniff ich mir. Treibholz versperrte den Weg.

Wenn ich links an dem Treibholz vorbei gekurvt wäre wäre ich mit dem rot eingekringelten Armiereisen kollidiert. Das Risiko wollte ich nicht eingehen. René hat berichtet, dass dieses Wehr umgebaut und zur Stromerzeugung genutzt werden soll. Hoffentlich leidet darunter nicht die nachfolgende Strecke, die einen regelrechten Naturslalom bildet.


Immer wieder ragen große Bäume oder Steinblöcke in das Flussbett hinein, hinter denen sich jede Menge Kehrwässer bilden. Man kann förmlich in Schleifen mal recht mal links ins Kehrwasser einschlingen und den Bach ein Stück weit hinunter "tänzeln".


Mein Paddel hatte schon zu Beginn immer wieder knackende Geräusche von sich gegeben. Es ist das gleiche Lettmann-Paddel, wie das, das Eckhard mal mirnixdirnix auf der großen Lauter zerbrochen ist. Ich sollte es aussortieren.


Allmählich näherte ich mich Neckartenzlingen und betrachtete neidisch vom Wasser aus das eine oder andere Flussgrundstück. Oft haben die Besitzer sich kleine Treppen zum Fluss hinunter gebaut oder Kinder haben Badestellen angelegt.


Schließlich kam ich an der Aussatzstelle an, zog mich um, verlud das Boot, holte das Fahrrad in Riederich und machte mich auf den Heimweg. Gegen 13:45 war ich wieder zuhause. Die Erms als Solofahrt beansprucht also gerade mal drei Stunden.

Lokales Paddeln


Am späten Nachmittag war ich gestern noch auf dem Neckar. Der Pegel ist inzwischen so weit gesunken, dass man gut gegen die Strömung ankommt. Ich bin bergauf gefahren weil jeden Augenblick damit gerechnet werden konnte, dass Regen einsetzt.

Der Regen blieb aus, aber ich blieb dennoch nicht lange auf dem Wasser. Am Bootshaus traf ich René, der berichtete, wann die Paddelfreude zur heutigen Fahrt nach Hüningen aufbrechen. Ich muss wohl am Freitag so vehement gegen die lange Fahrt nach Hüningen plädiert haben, dass ich nicht mal mehr informiert werde. Die lokalen Bäche haben inzwischen zu niedrige Pegel. Die Wettervorhersage ist auch miserabel. Ein Jammer. Ausgerechnet heute hätte ich mal Zeit paddeln zu gehen.

Samstag, 2. August 2014

Bauwagen und Bautätigkeit


Gestern Abend haben Karsten und Eckhard einen Bauwagen zum Bootshaus geliefert, den Karsten auf der Schwäbischen Alb für wenig Geld aufgetrieben hat. Mit dessen Hilfe soll meine Idee, ein mobiles Zuhause für kurze Boote zu schaffen umgesetzt werden.

Wir müssen das überquellende Bootshaus effizienter nutzen und die Kurzboote lassen stets viel leeren Raum. Im Bauwagen wären sie besser aufrgehoben. Allerdings, ist der Bauwagen, den Karsten da besorgt hat, so hübsch, dass sich darin auch ein styliger Jugendraum oder - wenn wir Alten schneller sind - eine perfekte Sauna einrichten ließe. Die Entscheidungen sind noch nicht gefallen und wir können ja weiter die Augen nach ähnlich günstigen Angeboten offen halten.


Vor der Kulisse dieses schmucken Vehikels trafen wir uns also gestern Abend. Die meisten beschäftigten sich mit Training auf den braunen Neckarwasserfluten, Wolfgang, Claudius und ich hatten andere Pläne: Wir brachen auf um quer liegende Bäume zu beseitigen. Matthias und Rolf kamen mit den Rädern auch dort hin und Matthias machte Aufnahmen von unserer Aktion.


Claudius waren diese Bäume bei der Fahrt in der vergangenen Woche aufgefallen. Sie mussten mühsam umtragen werden und stellen ein akutes Risiko bei künftigen Fahrten dar. Wir schritten zur Tat.

Wolfgang rüstete sich fachgerecht aus, ich sicherte von oben, Claudius räumte unten auf.


Wolfgang hatte keine Skrupel seine Säge auch mal nass zu machen und das Wasser schoss oftmals weit nach oben. Der Baum wurde nach und nach zerlegt. Alle Trümmer ließen sich nicht wegräumen.

Ich habe auch immer wieder Bilder gemacht und stelle fest, dass die Qualität meiner wasserdichten Westentaschen-kamera weit hinter der guten Kamera von Matthias her hinkt. Ich muss schauen, dass ich da mal was besseres auftreibe.

Montag, 28. Juli 2014

Planerfüllung


Wie ich mir das gestrige Bild vom beladenen Anhänger so ansehe (ja, ich schaue mir meine Einträge immer mal wieder an - das ist ja der Sinn eines "Paddeltagebuchs") erinnere ich mich an eine Skizze, die ich als "Variante 2" vor über zwei Jahren mal gezeichnet habe. Zufällig habe ich damals auch ein etwas größeres grünes Boot ins Erdgeschoss "gelegt" und ein rotes in die "erste Etage".

Der auffälligste Unterschied ist die verlängerte Deichsel und - weniger auffällig - der weiter unten liegende Ansatzpunkt des Gestänges. Für die Befestigung des Gestänges am unteren Anhägerrahmen habe ich mich entschieden um künftig - bei beladener "erster Etage" - den Deckel des Anhängers öffnen zu können. Das unten gelagerte Boot muss dann natürlich heraus genommen werden. Will man sich das sparen muss man das kleine Türchen im Heck öffnen über das man ebenfalls an den Inhalt des Kastens kommt.

Ich kann (und will) eine gewisse Befriedigung über die Realisierung dieses Plans nicht ganz unterdrücken. Ohne Michels Hilfe hätte ich das nicht hin gekriegt. Er verbringt gerade ein paar Wochen im Seekajak in Schottland. Fair Winds and Following Seas!

Sonntag, 27. Juli 2014

Ringelnatter


Am Nachmittag radelte ich noch einmal zum Bootshaus um eine Fahrt neckaraufwärts zu unternehmen. Der Neckar hat einen leicht erhöhten Pegel und die sonst üblichen kleinen Stufen und Schwellen waren heute überspült. Ich übertrug das erste Wehr.
Dann stakte ich hinauf zum zweiten Wehr wo ich ein kleines Päuschen machte um dann umzukehren und machte mich auf den Rückweg. Ich paddelte vorbei an den zahlreichen Masten, die den Strom vom Kraftwerk u.a. in meinen Rechner leiten und übertrug erneut das untere Wehr.

Dabei sah ich aus dem Augenwinkel eine Ringelnatter, die sich auf den Steinen gesonnt hatte, in eine Pfütze gleiten, aus der sie nicht mehr heraus kam. Ich ergriff die Chance und machte ein Bild von ihr. Als ich meinen zweiten Gang (mit Boot) machte war sie verschwunden.

Ton in Ton


Ich hatte die Viper am Mittwoch mit nach Hause genommen um am Bulkhead noch ein paar Ergänzungen vor zu nehmen. Heute wollte ich sie wieder ins Bootshaus bringen und hatte dafür nur das kleine gelbe Auto zur Verfügung. Dafür gibt es keinen Dachträger. Aber es besitzt eine Anhängerkupplung.

So beförderte ich das Boot auf den Anhänger zum Bootshaus. Und da ich schon mal da war (und Røskva genüsslich einen Tennisball zerfetzte) beschäftigte ich mich mit den Vorzügen der verlängerten Deichsel. Ich kann jetzt problemlos lange Boot aufladen ohne Gefahr zu laufen mit Heckklappen zu kollidieren (ja, erst jetzt, Matthias) muss dann aber im Ernstfall ein rotes Fähnchen oder ein Licht ans Heck des längsten Bootes hängen.


Die Kombination "kleines gelbes Auto/gelber Anhänger" gefällt mir jedenfalls sehr gut. 

Da ich gegenwärtig nicht aus Tübingen weg kann finden die mannigfaltigen Paddelaktivitäten ohne mich statt und ich ergehe mich in Bastelarbeiten. So habe ich unlängst den großartigen Zölzer-Dachträger, der mir aus Hamburg zugeflogen ist, so bearbeitet, dass er auf mein Auto passt. 
Seine "Füße" waren auf die Dachreling eines VW Caddy angepasst und nach anfänglichen Überlegungen sie an René, der so ein Auto hat, weiter zu reichen habe ich - auch angesichts des Preises von über 50,-€ pro Stück - beschlossen sie zurecht zu feilen.
Das Aluminium, aus dem sie gefertigt sind, lässt sich gut bearbeiten und mit Hilfe einer Flex und einer Feile ist es mir gelungen die Rundung an die Reling meines Autos anzupassen. Wenn mal ein neues Auto angeschafft wird muss vielleicht doch ein neuer Satz Füße angeschafft werden.