Freitag, 26. März 2010

Altrhein am Donnerstag

Um weder in eine weitere brenzlige Situation auf dem Rhein noch erneut in tageslichtraubende Warteschlangen vor der Rheinfähre zu geraten fuhren wir heute nach Kursende ans diesseitige Rheinufer nach Hochstetten wo die zweite Rheinschleife liegt, die wir - nach meinem ursprünglichen Plan von der gestrigen Einsatzstelle her auch erreicht hätten. Ebenfalls gibt es da mehrere miteinander verbundene Seen.
Wir setzten an einer Brücke über den Altrheinarm ein, paddelten Stromauf (obwohl hier von "Strömung" eigentlich keine Rede sein konnte) und sahen uns alle kleinen Stichkanäle Richtung Rhein an. Nur auf dem, der vom See aus gleich rechts abzweigt, kamen wir auch richtig dicht an den Fluss, den wir uns aus der sicheren Distanz von der Deichkrone aus ansahen. Dann paddelten wir bei allmählich sinkender Sonne (unter einem Regenbogen, der vorbeiziehende Regenschwaden offenbarte) über die Seen ans flussabwärts liegende Ende der Schleife und sahen den auf dem Strom vorbei rauschenden Schiffen hinterher (und ritten die bis ins ruhige Wasser des Seitenarms hinein schwappenden durchaus beachtlichen Wellen ab).
Danach gings - vorbei an einem Kies-Verladekai und einer gewaltigen schwimmenden Schotter- und Kies-Sortieranlage zurück zur Einsatzstelle. Zwischenzeitlich hatte ich meinen Fotoapparat Rolf überantwortet damit ich auch mal aufs Bild kam. In der untergehenden Sonne machen sich rote Boote und ihrer Ruflektion besonders gut auf dem Wasser vor der immer noch sehr kargen Vegetation.
Rolfs GPS-Gerät belehrte uns, dass wir sechs Kilometer in etwas über einer Stunde bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4,5km/h zurück gelegt hatten. Eine sehr gemütliche Feierabendfahrt.

Diese Althreinarme bilden überwiegend stehende Gewässer auch wenn man offenbar bemüht ist in ihnen immer einen gewissen Durchfluss zu gewährleisten. Dadurch, dass sie regelmäßig überflutet werden und stark schwankende Wasserstände haben sammelt sich an ihren Ufern der ganze Müll an, den der Rhein so mit sich bringt. Und das ist offenbar allerhand. Dass es den Anglern, die z.B. die heute bepaddelten Seen für sich reklamieren, nicht gelingt diesen Müll abzusammeln (sie scheinen sich damit zu arrangieren) ist eigentlich verwunderlich. Der Anblick der Müllmassen schränkt das Naturerlebnis massiv ein, der kanalisierte Rhein ist als Paddelgewässer ungeeignet und das stehende Wasser der Seitenarme übt auf mich schon gar keien rechten Reiz aus. Aber es war richtig nett mal wieder mit Rolf unterwegs zu sein und so ein Paddelfeierabend ist einer innerstädtischen Kneipenrunde allemal vorzuziehen.

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