Samstag, 6. August 2022

Ribe Å weiter östlich


Trotz nächtlichem Regen war der Himmel am heutigen Morgen klar. Ich fuhr erneut zur gestrigen Einsatzstelle und steuerte das Boot diesmal flussauf. Die Strömung war zu bewältigen. An manchen stellen musste ich allerdings schon etwas arbeiten.


Mir gefiel dieser Abschnitt wesentlich besser als die sumpfige Fläche östlich von Ribe. Paddlerisch beinhaltete er wegen der Strömung und unterspülten Büschen mehr Herausforderungen. Genau dort habe ich dann auch keine Aufnahmen gemacht. 

Die hohe Böschung verwehrte häufig den Blick auf die schöne Landschaft. Nur da, wo Kühe weideten, eröffnete sich ein etwas weiter reichender Blick. Die Rindviecher sind die einzigen, die ihn hier genießen können. Außer dem Bauern und vereinzelten Anglern verirrt sich niemand in diese Gegend.

Nachdem ich den Zusammenfluss des Gels Å und des Flads Å erreicht hatte und in beide ein kleines Stück hinein gepaddelt war wendete ich das Boot und paddelte von der Strömung unterstützt zurück zur Einsatzstelle.

Ich bin hin und zurück nur gut 7 Kilometer unterwegs gewesen und habe dafür knapp anderthalb Stunden benötigt. 


Freitag, 5. August 2022

Ribe Å

Bereits im letzten Jahr habe ich mir den lang gehegten Wunsch, den Ribe Å zu paddeln, erfüllt und mußte dabei feststellen, dass er innerhalb Ribes nicht passierbar ist. Die Flusshindernisse lassen sich auch kaum übertragen. Deshalb blieb es letztes Jahr beim Abschnitt zwischen Stadt und Mündung.


Heute nun habe ich mir den Abschnitt oberhalb der Stadt angesehen. Ich bin - wie üblich - sehr früh gestartet und habe das Boot in Varming an der Brücke eingesetzt. Der Fluss fließt dort noch recht flott, wird aber wesentlich langsamer, wenn er nach ein/zwei Kilometern die Sumpfebene vor der Stadt erreicht. Er mäandert gemächlich und zeitweilig sehr breit durch das Sumpf- und Weideland. Es ist so, als ob man auf einem schmalen See paddelt. Immer wieder kommt die imposante Domkirche von Ribe in Sicht, die mit ihren asymmetrischen Türmen eine markante Landmarke bildet.

Kurz vor der Stadt liegen Ruderboote am Ufer. In der Stadt selbst verzweigt sich der Fluss und bildet große seenartige Flächen, auf denen Seerosen blühen. Ich bin dort ein Weilchen herumgeirrt und bin schließlich in den Seitenkanal eingebogen, an dem der Bootsverleih ist.

Bis zu dem bin ich gepaddelt, habe wieder einmal die blanken Alucanadier bewundert, für die ich eine Schwäche habe und bin dann umgekehrt um auf dem Fluss wieder - gegen die Strömung - zurück zum geparkten Auto zu paddeln.
Anfangs war das problemlos, aber auch später, als die Strömung zunahm, gab es keine Stelle, an der ich in Schwierigkeiten geraten wäre. Ich bekenne, dass mir der schmale strömende Abschnitt weit besser gefallen hat, als der Schilfgesäumte langsam fließende Abschnitt. Der wird irgendwann mal etwas eintönig (auch wenn mir da diesmal ein Fuchs begegnet ist). 

Ach ja, neugierige Kühe sind mir auf meiner Fahrt auch begegnet. 
Vielleicht paddele ich morgen noch den Abschnitt oberhalb der Brücke bei Varming. Der Ribe Å wird ein Stück weiter oben bei der Einmündung des Gels Å erst ein ernst zu nehmender Fluss. Ob er weiter oben paddelbar ist weiß ich nicht Aber das kann ich ja herausfinden.

Heute bin ich 15,5 Kilometer weit gepaddelt und war - inklusive Pausen - knapp vier Stunden unterwegs.

Sonntag, 24. Juli 2022

Badefahrt

Am Vormittag, als es noch angenehm kühl war, habe ich das kleine leichte Aramidboot auf dem neuen Bootsanhänger zum Bootshaus gebracht. Es ließ sich unschwer auf dem Fahrrad fahrend nebenher führen. Zumindest für die 2.5 Kilometer.


Am frühen Nachmittag bin ich dann erneut zum Bootshaus gefahren, habe mir das Boot auf dem Bootswagen geschnappt und bin - wie neulich zusammen mit Rolf - Richtung Hirschauer Wehr gestiefelt. Das Boot im Schlepp, die Sonne auf dem Pelz. Es dauerte nicht lang bis ich nass geschwitzt war und ein erfrischendes Bad nötig hatte. Ich setzte das Boot ins Wasser und steuerte den Baum an, an dem jemand eine Leiter ins Wasser befestigt hat. 
Es war noch niemand da. Ich konnte also das Boot befestigen, mich meiner durchgeschwitzten Klamotten entledigen und ein ausgiebiges Bad im erstaunlich klaren Neckar nehmen. Von der Leiter aus konnte man den etwas schlammigen Grund in ca. 1,80m Tiefe erkennen. Ich hütete mich, den Schlamm aufzuwirbeln und schwamm im erfrischend frischen Wasser. Dann setzte ich mich auf dem Baumstamm und ließ mich vom warmen Wind trocknen.

Anschließend bin ich noch ein wenig flussauf gepaddelt, verlor aber bald die Lust. Ich fuhr wieder bergab, umtrug das Hirschauer Wehr und die erste raue Rampe, setzte danach wieder ein und kam gegen 15:00 Uhr wieder am Bootshaus an. Auf dem Fluss wimmelte es vor Menschen und allen möglichen und unmöglichen Wasservehikeln. Ich machte mich - nachdem ich das Boot wieder eingelagert hatte - schleunigst aus dem Staub.

Samstag, 16. Juli 2022

Bootswagenkonzept

Seit geraumer Zeit werkele ich an einem Bootswagen für das leichte kleine Aramidboot herum. Zunächst habe ich auf Höhe des Tragegriffs dünne Birkensperrholzsstreifen um den Rumpf herum laminiert um auszuprobieren, ob auf diese Weise Spanten hergestellt werden können. Das aus diesem Experiment entstandene Werkstück wollte ich nicht wegwerfen und kam auf die Idee es zum Basiselement eines kleinen Bootswagens zu machen. 

Der Rumpf des Bootes ruht dabei an seiner stabilsten und steifsten Stelle in einem angepassten Bogenstück, die Bootsspitze wird von einem Rahmen abgestützt und das ganze Konstrukt mit einem Spanngurt befestigt, der ein Herausrutschen des Bootes verhindert. Zwei große Kinderwagenräder auf einer verkürzten Achse (die in einem Querholz eingelassen ist) darunter und fertig ist der Bootswagen.

Es gibt Nachteile: Das Boot muss an der anderen Spitze geführt und dabei gewissermaßen mit immer noch einigem Gewicht "getragen" werden, der Bootswagen ist so sperrig, dass er ins Boot gelegt in jeder Position über den Süllrand ragt und der Bootswagen ist fast halb so schwer wie das Boot selbst.

Vorteile sind: Die Position des Bootswagens an der stabilsten Stelle des Bootes, die Geländegängigkeit (große Räder!) und das Bewusstsein, mein Restholz einer befriedigenden Nutzung zugeführt zu haben.

Ob die Vorteile die Nachteile aufwiegen können muss die Zeit lehren. Mal sehen, ob ich den Bootswagen tatsächlich nutze. Das Boot ist schließlich selbst so leicht, dass es eigentlich keines Wagens bedarf.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Badetag

Bevor die große Hitzewelle über uns hereinbricht habe ich an meinem freien Mittwoch eine Fahrt zum Schluchsee unternommen und schon mal geübt. Wenn es heiß wird muss energiesparend gefaulenzt werden. Das fällt mir zunehmend leicht.

Gestartet bin ich - wie so häufig - vom Nordzipfel des Sees. Ich bin eine Schleife um die Nordwest-ecke gepaddelt und habe viel an Matthias gedacht, den ich hier 2019 zufällig getroffen habe. Es war eines unserer letzten Treffen. Dann ging es entlang des Ufers nach Süden.


Weit bin ich nicht gekommen. Ein paar Bäume, die in günstigem Abstand voneinander standen, ein Sandstrand, Felsen, die frühe Morgenstunde und viel Sonne begünstigten die Entscheidung eine ausgedehnte Hängematten-pause einzulegen.
Nach anderthalb Stunden paddelte ich weiter, hatte aber keine Motivation mehr zu sportlichen Aktivitäten. Ich steuerte kurz das Nordufer an ,um am Kiosk einen Kaffee zu mir zu nehmen, und paddelte dann erneut über den See, um mir einen neuen Hängemattenplatz zu suchen. Nach einiger Zeit fand ich ihn (der Abstand der Bäume ist ein wesentliches Kriterium).

Hier hielt ich mich über zwei Stunden auf, beobachtete das langsam zunehmende aber immer noch sehr moderate Treiben auf dem See und nahm immer mal wieder ein Bad im angenehm temperierten Wasser (die Temperatur schwankt beim Schwimmen merklich).

Am frühen Nachmittag, als es tatsächlich richtig warm wurde, brach ich wieder auf und beendete diesen Badeausflug.

Sonntag, 10. Juli 2022

Neckarabwärts ab Bad-Niedernau

Den Neckarabschnitt zwischen Rottenburg und Tübingen paddeln wir außerordentlich selten weil die Wehre in Rottenburg, Kiebingen und Hirschau lange und beschwerliche Umtragungen erfordern. Heute habe ich mir diesen Abschnitt wieder einmal angesehen.
Eingesetzt habe ich das Boot in Bad-Niedernau oberhalb von Rottenburg. Dann bin ich den ziemlich seichten Neckarabschnitt unterhalb des Niedernauer Wehrs mehr getreidelt als gepaddelt. Vor Rottenburg bin ich noch in den Brunnenbach hinein gepaddelt.


Dann wurde das erste Rottenburger Wehr umtragen, was noch einigermaßen machbar war. Dennoch gönnte ich mir in der Stadt erstmal einen Milchkaffee und ein Stück Kuchen um mich für die Strapazen der nächsten drei Wehrumtragungen zu stärken.

Tatsächlich erfordert das untere Wehr in Rottenburg eine sehr lästige und unnötig lange Umtragung. Ein Autohaus blockiert mit einem hohen Zaun über mehr als 100 Meter den Zugang zum Ufer. 
Endlich wieder auf dem Wasser erwartet einen jedoch ein außerordentlich schöner ruhiger und schattiger seenartiger Flussabschnitt dessen eines Ufer überwiegend von Bäumen geprägt ist während das andere zeitweilig Schilfbestand aufweißt.
 

Dann erreicht man das Kiebinger Wehr, vor dem sich inzwischen links der Ausstieg befindet (früher sind wir rechts ausgestiegen und haben die Boote über das Kraftwerkgelände umtragen). Der Wiedereinstieg ist mehr als 200 Meter unterhalb der Fischtreppe. Es empfiehlt sich einen Bootswagen dabei zu haben.


Das gleiche gilt für das Hirschauer Wehr, unterhalb dessen sich ein längerer seichter Flussabschnitt befindet. Erst nach einer rauen Rampe lohnt es sich das Boot wieder einzusetzen. Eine weitere raue Rampe folgt noch kurz vor Tübingen.

Ich hatte mein Fahrrad im Bootshaus der Paddelfreunde deponiert. Da lagerte ich also das Boot zwischen, schwang mich aufs Rad und fuhr zurück nach Bad-Niedernau um das Auto zu holen. 


Das Geschwindigkeitdiagramm zeigt, dass ich ca. dreieinviertel Stunden und knapp 15 Kilometer gepaddelt bin. Für die Rückfahrt auf dem Rad benötigte ich eine halbe Stunde.

Samstag, 9. Juli 2022

Nachtfahrt

An diesem Samstagmorgen trieb es mich wirklich früh aus dem Bett. Das Alter. Das schöne Wetter. Brauche ich Gründe? Ich fuhr zum Bootshaus - vorbei an heimkehrenden jungen Menschen, Flohmarkt-vorbereitungen und durch jede Menge Müll und Scherben.
 

Auf dem spiegelglatten Wasser kam ich auf andere Gedanken. Ich genoß die Ruhe und vermeintliche Friedlichkeit der Natur (in Wirklichkeit leben die Tiere auf und am Wasser in einem andauernden Krieg untereinander und mit ihrer Umwelt).

Der Sonnenaufgang war wieder nicht besonders spektakulär, aber dennoch schön anzusehen.


Es wurde allmählich heller. Die Kirchenglocken schlugen fünfmal als ich wieder an der Stiftskirche vorbei fuhr.
  

Am Anleger angekommen war es fast schon taghell und die im Licht des Tages klar erkennbaren Überreste des Vorabends brachten mich wieder zurück in die Realität. Oder in eine andere Realität?


Offensichtlich hatten da einige Zeitgenossen viel Spaß. Sicher werden sie noch am Vormittag zurückkommen und ihre Hinterlassenschaften wegräumen - oder die FastFood-Kette schickt einen Angestellten, der den Müll, den sie verkaufen, wieder mitnimmt. Oder auch nicht. 

Die Vorstellungen darüber, wie man Spaß haben kann, unterscheiden sich bei den Menschen doch sehr. Diejenigen, die lange aufbleiben und dann irgendwann doch zu müde sind ihre Hinterlassenschaften aufzuräumen, werden kaum Verständnis für solche haben, die noch im Dunkeln aufstehen um in Ruhe paddeln gehen zu können und Stille und Natur zu genießen. Und anders herum.