Sonntag, 12. Oktober 2014

Herbstsonntag

An diesem herbstlichen Bilderbuchsonntag waren wir - statt an der Sanierung des Bootshausdaches zu werkeln - zu siebt auf dem Neckar. Wir hatten uns spontan für die Strecke von Sulz nach Horb entschieden und starteten um 10:00 Uhr am Bootshaus.

Gegen 11:00 waren wir in Sulz, zogen uns um, versetzten die Autos und paddelten los. Vorbei an dem Bootswrack, das schon mindestens seit August dort dümpelt.


Rolf, mit dem ich - wie wir mit Schrecken feststellen mussten - seit Januar keine gemeinsame Tour mehr unternommen habe, war in seinem Solo-Tourencanadier dabei. Wir anderen waren überwiegend mit "wilden Booten" zugange.

An der Einstiegstelle trafen wir Martin, der - wie ich im August - mit dem Zug von Horb zurück gefahren war. Er schloss sich uns in seinem Tourenkajak an und nahm in Kauf immer wieder zu warten bis wir Tübinger an der einen oder anderen Stelle unseren Spieltrieb ausgelebt hatten.


Matthias bemühte seine Polingstange und paddelte mutig unter Baumleichen hindurch, die nur noch am seidenen Faden zu hängen scheinen. Ich war versucht auszusteigen und ein wenig nachzuhelfen, wurde aber von meinen Mitpaddlern zurückgehalten.


In Fischingen mussten wir das trocken gefallene Wehr umtragen. Als wir im Ort ankamen kam endlich die Sonne heraus, die sich bis dahin noch im Hochnebel versteckt hatte. Wie immer dümpelte auf dem Wehrbecken das ingeniöse Blechruderboot.
Neben der bemoosten Schrägwehrfläche ist am Fischinger Wehr auf der linken Seite ein trockener Streifen auf dem man sicher laufen kann. Die Boote gleiten auf der rutschigen Ebene hinunter und rutschen am Ende in das seichte Becken unterhalb des Wehrs.

Unterhalb Fischingens kommen allerlei nette kleine Schwälle und Wellen. In einer davon hielten wir uns besonders lang auf.


Während rechts im Kehrwasser "Schlange" gestanden wurde versuchte sich eine/r nach dem/der anderen in der Welle. Sie war heute nur von der rechten Flusseite (orographisch) anfahrbar und schwallte recht unregelmäßig.
Umso spannender war es in ihr zu surfen. Mehrere Züge brausten auf der neben dem Fluss verlaufenden Bahnstrecke vorbei während wir in der Welle surften. Der Fernverkehr führt bis in die Schweiz, der Nahverkehr verbindet die Städte und Dörfer im Neckartal.

Schließlich erreichten wir die historische Pfahljochbrücke an der wir traditionell eine Pause einlegen. So auch heute.


Wir befestigten die Boote am Ufer oder zogen sie hinauf...


...und nahmen ein Vesper auf der Brücke ein.


Matthias und Klemens stellten Versuche in der Stromzunge oberhalb der Brücke an - Matthias mit der Polingstange und Klemens mit meinem M.E.


Immer wieder arbeitete sich Matthias die kleine Schwelle hinauf. Irgendwann in naher Zukunft wollen wir mal bei der Brücke parken und uns vielleicht bis nach Fischingen hinauf arbeiten. Wenn uns die Puste ausgeht oder wir keine Lust mehr haben paddeln wir zurück.


Schließlich ging es weiter. Gleich unter der Brücke kommt die Glattmündung, in die Rolf ein ganzes Stück hinein paddelte. Wir paddelten zügig weiter und genossen den Sonnenschein und den Anblick der bunter werdenden Bäume.

Nach einiger Zeit kam die große unvermeidliche Schwallwelle  auf der linken Flusseite durch die alle unbeschadet hindurch stießen. Sie befindet sich an einer Stelle, an der man quasi nicht an ihr vorbei kommt. Heute war sie eher harmlos.

Kurz nach Dettingen kamen die beiden Sohlschwellen. In der oberen ist eine Lücke, die von oben nur durch einen geringfügig niedrigeren Wasserstand in der Wehrkuppe zu erkennen ist. Von unten sah man sie heute im Gegenlicht besonders  gut.


Matthias gelang es mit seine langen Boot über die Kuppe hinweg zu "boofen".


Roland hatte sich für die "neue alte" Viper der Padelfreunde entschieden und kam prima zurecht mit dem Boot. Lediglich das Paddeln mit zusammengefalteten Knien machte ihm auf Dauer Beschwerden.


Der  Abschnitt oberhalb Horbs ist besonders zäh, da hier die Strömung stark nachlässt und sich der Fluss weit aufstaut. Wir ackerten dennoch frohen Mutes zu unserer Aussatzstelle, da sich in ihrer unmittelbaren Nähe ja ein Café befindet.
In diesem Café nahmen wir - nachdem wir die Boote verladen hatten - noch Kaffee und Kuchen zu uns und plauderten über allerlei Vergangenes und Zukünftiges. So wollen wir möglicherweise kommendes Wochenende eine Tour auf der Donau angehen.

Hoffentlich macht das Wetter mit. Wir waren zuletzt 2011 (davor 2010) im Winter auf dem Abschnitt. Jetzt im Herbst kann das eine richtig nette Wanderfahrt werden.

Mehr Bilder der heutigen Fahrt - insbesondere irre viele "Surfbilder" - gibt es in einem Webalbum.


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