Samstag, 13. Juni 2020

Morgenrunde mit Pause


So sieht das Geschwindigkeitsprofil einer eher normalen entspannten Neckarinselrunde aus. Anfangs gibts ein paar Spitzen (bis zu 10km/h), hin und wieder wird ein Foto gemacht und dann kommt es am Anleger in der Hermann-Kurz-Straße zu einer kleinen Entspannungspause auf der dort befindlichen Bank. Im Durchschnitt bewege ich das Boot auf der 4,6 Km langen Strecke mit einer immer noch flotten Geschwindigkeit von 6,3 km/h.


Los ging es gleich nach dem üblicherweise frühen Aufstehen. Die Sonne war noch nicht über dem Horizont erschienen, aber es war hell.


Der Neckar lag spiegelblank vor dem Boot und lediglich ein paar Schwäne und weiteres Federvieh machten mir die Wasserfläche streitig.


Am Anleger machte ich es mir zwischen den Überresten nächtlicher Gelage kurz gemütlich, ertrug das Gejohle angetrunkener junger Männer am anderen Ufer, die inzwischen sicher ihren Rausch ausschlafen und gab mich Betrachtungen über Prohibition hin.


Das Boot hatte ich zwischen die Stocherkähne bugsiert, wo es sich friedlich in das dynamische Gewirr einordnete. Sonnenstrahlen erschienen, die Besoffenen verstummten allmählich, Ruhe breitete sich aus, ich genoss sie, das ungewöhnliche Licht und die imposanten Wolkengebilde.


Anschließend gings wieder flussauf. In dieser Phase paddele ich konstanter, fast wie in Trance. Es werden eher selten Fotos gemacht, was den Rhythmus unterbrechen könnte. Am Bootshaus angekommen ver-staute ich das Boot und ging Frühstücksbrötchen holen.

Freitag, 12. Juni 2020

Hobel, Fräsen, Schleifen, nochmal Hobeln...

Für den späten Vormittag hatten Rolf und ich uns am Bootshaus verabredet um die Süllränder für seinen NovaCraft Ocoee zu hobeln, die bei unserer letzte Hobelaktion im September nicht fertig wurden weil die Transportrollen an meiner Hobelmaschine plötzlich ihren Dienst versagten. Inzwischen habe ich den "Rippenriemen", der gerissen war, ersetzt und sie funktioniert wieder tadellos. Ich fuhr schon etwas früher am Vormittag zum Bootshaus.

Ich hatte die Süllränder am Baby-Prpspector weit überstehend montiert und trug den Überstand nun mit dem Hand-Elektrohobel (den Lutz mir überlassen hat und der sich als vortreffliches Werkzeug erwiesen hat - Vielen Dank!) ab. Dabei ließ ich eine Kluft zwischen Außen- und Innensüllrand, die ich mit Sikaflex oder eingefärbtem Harz verfüllen will. Die Kante des dreilagigen PE-Boots ist alles andere als hübsch und soll irgendwie kaschiert werden.
Als Rolf kam maßen wir den Original-Ocoee von Dagger aus und fertigten passende Duchten an. Dann machten wir uns über die Süllrandleisten her, die von ca. 36 mm auf 20 mm herunter gehobelt wurden. Damit waren wir ziemlich lang beschäftigt. Es war warm!


Wir zogen uns irgendwann in den Schatten zurück und arbeiteten dort weiter. Im Nachhinein bereue ich es, dass wir das alles mit dem Hobel gemacht haben. Wir hätten 12 mm-Leisten mit der Kreissäge abtrennen können und dann noch genug Material übrig gehabt um die 22 mm Quadratleisten, die Rolf wollte, zurecht zu hobeln. So gab es schließlich einen Riesenberg Hobelspäne, den wir in der Feuerstelle verbrannten.


Der Baby-Prospector nimmt allmählich Formen an. Ich bin mir über die eine oder andere Unzulänglichkeit im Klaren, werde mir aber verkneifen auch noch auf sie hinzuweisen. Im Großen und ganzen wird das ein hübsches Boot mir Eschensüllrändern und Kirschholz-Einbauten werden.

Komplettauswertung


Die gestrige Feiertagstour habe ich mal von Anfang bis Ende aufgezeichnet. Ich habe auf den Abstecher in die Steinlach verzichtet und bin einigermaßen konstant gepaddelt (immer dann, wenn ich ein Foto gemacht habe ist eine Delle im Geschwindigkeitsprofil zu erkennen).


Für die Bewältigung der Gesamtstrecke meiner üblichen Neckarinselrunde, die sich über 4,6 Kilometer erstreckt, habe ich 40 Minuten gebraucht. Dabei ist mein schnelles Soloboot, der Dagger Sojourn, durchschnittlich mit 6,9 km/h unterwegs gewesen.


Anfangs habe ich mehrfach Geschwindigkeitsspitzen von bis zu 9 km/h zu verzeichnen, die zweite Hälfte meiner Fahrt, in der es wieder flussauf gegen die Strömung ging, und in der ich natürlich nicht mehr ganz so agil war, wie zu Anfang, ist wahrnehmbar langsamer, und ich erreiche auf ihr nur noch gelegentlich Spitzen von maximal 8 km/h.


Ich bin durchaus flott und ambitioniert (ggf. auch etwas "verkniffen") unterwegs gewesen weil mir ja bewußt war, dass diese Aufzeichnung läuft. Deshalb will mir auch nicht angewöhnen ständig Touren aufzuzeichnen, aber gelegentliche Messungen scheinen mir durchaus interessant. Wie wirkt sich die Nutzung eines anderen Bootes auf die Durchschnittsgeschwindigkeit aus? Wie schnell wird man, wenn man sich etwas Mühe gibt, im Tandemboot?

Montag, 8. Juni 2020

Routenauswertung


Seit geraumer Zeit zeichne ich meine Wanderungen und Radtouren elektronisch auf und werte sie eher laienhaft aus. Gestern nun habe ich mal beim Paddeln das elektronische Helferlein angeknippst und zumindest meinen Rückweg mit kleinem Umweg dokumentiert.


Seitdem weiß ich, dass ich für knapp 2,8 Kilometer flussaufpaddeln eine halbe Stunde benötige, und das mit einer Durchschnittsgeschwin-digkeit von 5,4 km/h (auch wenn ich rechnerisch auf 5,6 komme). Die 20 Meter Höhenunterschied stimmen nicht.

Richtig aussagekräftig ist die Aufzeichnung schon deshalb nicht, weil ich ein Stück in die seichte Steinlach hinein gepaddelt bin, dort etwas verweilt und mich dann wieder hinaustreiben lassen habe. Ich werde - wenn ich dran denke - die Aufzeichnung bei Gelegenheit mal wiederholen.


Es war erfreulich wenig los auf dem Neckar, aber wir hatten auch ein eher verregnetes Wochenende und der Himmel war wolkenverhangen. Eigentlich sah es die ganze Zeit so aus, als ob es wieder los regnen würde und tatsächlich fings auch an zu tröpfeln, als ich wieder zum Bootshaus kam. Dabei blieb es dann aber.


Sonntag, 7. Juni 2020

Süllränder und Deckplates


Seit ungefähr drei Wochen liegt der Baby-Prospector im Wohnzimmer. Er verändert sich in der Zeit kontinuierlich (liegt also nicht nur rum). Ganz am Anfang ist er seiner Süllränder verlustig gegangen. Dann habe ich einen Innensüllrand angebracht mit dem ich unzufrieden war. Besonders unzufrieden war ich bezüglich der Tatsache, dass meine beiden Hände nicht ausreichen um so einen Süllrand vernünftig anzubringen. Ich brauchte Hilfe.

Die traf dann in der vorletzten Woche ein. Ich nahm ein familiäres Kaffeekränzchen zum Anlass meine Besucher zu versklaven. Hannes mimte die Schraubzwinge und ich verschraubte zwei recht klobige Leisten (die ich vorab schon mal unten rund gefräst hatte). Später löste ich jede einzelne Schraube wieder, nahm richtige Schraubzwingen zur Hilfe und verschraubte die Süllränder erneut. Für die Enden des Bootes galt es solide Deckplates anzufertigen.

Die wurden so solide, dass ich mich genötigt sah überflüssiges Material mit Hilfe von Stecheisen abzutragen und so ein recht komplexes Werkstück herzustellen, das aber schließlich in hohem Maße zur Stabilität des Gesamtkonstrukts beiträgt.

Die Verschraubung der Süllränder an den Enden erfolgt vorwiegend von außen. Mein etwas verschrobenes Deckplate ermöglicht eine zusätzliche Sicherung von innen. Die Leisten sind leider so steif, dass ich an den Enden ca. 5mm Höhe verliere.


Dafür sind die Leisten in der Bootsmitte etwas erhaben. Ich grübele noch daran herum ob ich die Lücke zwischen ihnen mit Eichenholz (wie beim Flechtsitz) oder Sikaflex verfülle um den dreilagigen PE-Rand zu kaschieren, oder ob ich den Überstand weg hobele, was die Leisten schmaler und biegsamer macht. Dieses Vorgehen ginge auch mit einer Gewichtersparnis einher. Ich neige dazu, diese Lösung zu wählen.

Wenn ich das tue passt der unlängst angefertigte Flechtsitz nicht mehr recht zu den reinen Eschenholzsüllrändern und -deckplates. Als wäre die Entscheidung hierfür schon gefallen habe ich deshalb noch einen weiteren Sitzrahmen angefertigt.


Montag, 1. Juni 2020

Zwei- nein: Viermal Schluchsee

An diesem Pfingstwochenende bin ich mal wieder spontan zum Schluchsee gefahren und mußte feststellen, dass ich nicht der einzige war, der auf diese Idee gekommen ist. Ich habe den See zunächst zweimal auf unterschiedlichen Routen mit dem Fahrrad umrundet. Danach gabs ein wohlverdientes Nickerchen.

Am Pfingstsonntagabend bin ich dann nochmal mit dem Boot am Nordwestzipfel des Sees aufs Wasser gegangen. Es wehte ein ziemlich scharfer Wind und zeitweilig entstanden ganz ansehnliche Wellen, die der Sojourn großartig meistert. In andere Boote wäre Wasser hinein geschwappt.


Der Seepegel ist fortwährend niedrig. Deshalb kommen an einzelnen Stellen Steine und auch alte Baumstümpfe an die Oberfläche, die sonst von Wasser bedeckt sind. Herumtreibende Bäume liegen jetzt hoch auf der Uferböschung und rotten vor sich hin.

Ich nutzte eine zutagetretende Insel um in Lee gegen Wind und Wellen anzupaddeln. Umso heftiger trafen mich beide, als ich dann um die Insel herumpaddelte. Lange hielt ich mich nicht auf sondern steuerte bald wieder die neu gestaltete Einsatzstelle an.


Am Pfingstmontagmorgen mache ich mich zeitig auf den Weg und fuhr von meinem Übernachtungsplatz an an die Staumauer am Südostzipfel des Sees.


Um kurz vor Sechs war ich auf dem spiegelglatten Wasser. Die Luft war noch recht frisch (4°C) und ich war froh, als die Sonne über den Baumwipfeln im Osten aufstieg und steuerte erst mal einen warm beschienenen kleinen Strand an um mich aufzuwärmen.

Nachdem ich lang genug am sonnenbeschienen Südufer entlang gepaddelt war überquerte ich den See um den Ort Schluchsee zu erreichen. Allmählich erwärmte die Sonne das Land und ein laues Lüftchen kam auf. Nichts im Vergleich zum Wind des Vortags.

Ich fuhr unter einem der Bögen der Eisenbahnbrücke hindurch und legte am Ufer an. Das Boot drehte ich um und ließ es vertrauensvoll zurück. um diese Tageszeit war sowieso noch nicht viel los in diesem Touristen-Hotspot. Ich ging zu Fuß zum kleinen Bahnhof.

Nachdem ich die Sanitärräume des Bahnhofs in Anspruch genommen hatte (ich bin jetzt in dem Alter, in dem ich die Verfügbarkeit von Toiletten zu schätzen lerne) machte ich mich wieder auf Richtung Staumauer. Die Distanz dahin ist überschaubar.


Dort holte ich - bei inzwischen strahlendem Sonnenschein - das Boot aus dem Wasser, verlud es aufs Auto und steuerte noch einmal meinen lauschigen Übernachtungsplatz im Wald an. Da gabs jetzt ein ausgiebiges Frühstück mit dem heißen Kaffee, den ich frühmorgens  nötig gehabt hätte.