Sonntag, 6. April 2014

Treibholzfahrt


Bereits im Februar hatte ich meinem Bruder ein Bündel rund geschliffenes Treibholz mitgebracht, das die Hochwasser der letzten Saison am Neckarufer abgelagert hat. Heute wollten wir mehr davon holen.

Wir hatten den robusten Vereinsfrachter für dieses Unternehmen gewählt weil wir mit dem beladenen Boot das erste Wehr hinunter rutschen wollten. Dazu mussten wir es aber erst einmal aufwärts überwinden. Das ließ sich mittels Treideln bewerkstelligen.

Beim nächsten Wehr, der "Rauen Rampe" bei Hirschau, fanden wir dann massig geeignetes Holz. Es soll in Kombination mit Keramik-Plastiken gebracht werden und eignet sich - frisch geölt - sicher gut für den Zweck. Schon die Hölzer allein erzählen eine Geschichte.

Oben am Wehr holte uns Matthias ein, dem ich vorher schon mitgeteilt hatte, dass wir uns etwa um die Zeit holzsuchend da herum treiben würden. Er stakte mit seinem 18'-Boot mühelos die kleine verwinkelte Schwelle unterhalb der Rauen Rampe hinauf.

Beim Inspizieren eines Treibholzstapels stießen wir auf eine dicke Eichenbohle, die wir weiter auf die Reise schickten. Sie wird sicher über der nächsten Schwelle hängen bleiben. Da helfen wir dann noch einmal nach. Wenn sie beim Bootshaus ankommt...
...lohnt es sich sie zu bergen. Aus ihr lässt sich sicher eine prächtige wetterfeste Bank zimmern. Und wenn sie dafür zu grob ist gibt sie Brennholz für mehrere Abende ab. Ich vermute, dass das Holz im Innern längst gut getrocknet ist.


Wie geplant rutschten wir die obere Schwelle dann mit dem langen Frachter hinab. Dabei wurde das Boot ungeplant nach rechts versetzt weil es uns nicht gut gelang geradeaus zu manövrieren. Wir müssen das wohl noch etwas üben.


Die Schwelle ist - trotz Niedrigwassser - gegenwärtig gut zu befahren weil die Steine inzwischen glatt geschliffen und von dicken Algenschichten überwuchert sind. Das Boot gleitet ohne garstige Kratzgerausche an ihnen entlang.

Deshalb wagte sich auch Matthias in seinem prächtigen Wood/Canvas- Boot an die Abfahrt. Sein Boot gleitet noch besser weil am Rumpf mehrere Schellackschichten aufgetragen wurden. Ihm gelang die mittig gerade Abfahrt außerordentlich geschmeidig.

An der Mündung des Kraftwerkkanals trafen wir noch einige andere Paddler, die das schöne Sonntagswetter aufs Wasser gelockt hatte. Wir hielten uns nicht lange auf sondern paddelten zurück zum Bootshaus, wo wir unsere Beute entluden und das Boot reinigten.

In einem Treibholzhaufen hae ich eine Plastikente mit Nummer gefunden. Sicher stammt sie vom letztjährigen Rottenburger Entenrennen. Jetzt ziert sie unseren Brennholzschuppen.

Hier findet sich Matthias' Bericht von heute Nachmittag.

Keine Kommentare:

Kommentar posten