Sonntag, 6. Dezember 2009

Nikolaus-Nagold

Anstelle der geplanten Nikolaus-Befahrung der Starzel oder der Eyach haben wir (Klemens und ich) uns mangels Wasser und Mitstreitern entschlossen mal wieder die Nagoldstrecke abzupaddeln, die wir immer unters Kiel nehmen. Im Unterschied zu den letzten paar Mal haben wir einen Tandem-Canadier gewählt (der passt neben Klemens' Rückhol-Fahrrad aufs Dach - wir wollten ja nicht unnötig viele Autos mitnehmen).
Mit einem Tandemboot bin ich beim allerersten Mal zusammen mit Rolf die Strecke abgepaddelt. Damals hatten wir den Probe 14 genommen was sich als eher ungünstig für den kleinen wenig Wasserdruck aufweisenden Fluss erwies aber trotzdem Spaß gemacht hatte. Heute haben wir uns für den Dagger Caper entschlossen, in den Micha und ich im Mai einen neuen Tandemsitz eingebaut hatten. Seitdem war ich nicht mehr mit dem Boot unterwegs.
Selbst der Caper ist für die Nagold etwas ungeeignet. Auf den Strecken dreht er zu schnell und bleibt nicht vernünftig in der Spur und dann, wenn er ins Kehrwasser soll ist er - aufgrund mangelndem Wasserdrucks - zu träg. An einzelnen wenigen Stellen kamen wir einigermaßen knackig ins Kehrwasser.
Nichtsdestotrotz war es nett mal wieder im Boot zu sitzen, die Winterausrüstung ein zu weihen und zu testen* und im Bad-Liebenzeller Kurpark ein kleines Paddelpäuschen einzulegen.
Morgen solls regnen - vielleicht kriegen wir jetzt mal allmählich Wasser auf die Flüsse. Seit den Sommerferien ist Niedrigwasser angesagt. Es muss ja nicht gleich Hochwasser sein aber ein wenig mehr Druck finde ich inzwischen schon anstrebenswert.

* Das neue Rettungmesser weckt leise Zweifel in mir weil es am Ende der Tour irgendwo am Bootsboden lag - ich muss wohl mal an einem der Schwälle, in denen wir versucht haben "auf die Welle" zu kommen, beim hektischen Paddeln so unglücklich daran gekommen sein, dass es sich aus seiner Arretierung gelöst und ins Boot gefallen ist. Wäre es ins Wasser gefallen wäre es jetzt weg. Wenn sowas nochmal vorkommt taugt es nix.

Stil und Funktion

Gegenwärtig bin ich ja auf der Suche nach einem gut gebrauchten Wildwasserpaddel aus Holz weil ich finde, dass so ein high-tech/low-weight Karbonpaddel schlecht zu meinem betagten Wildwasserboot passt.
Das ist eine reine Stilfrage; mit Vernunftsüberle- gungen und nüchterner Praktikabilität nicht unbedingt nachzuvollziehen.
Ähnlich scheint mir das mit vielen Dingen zu sein, die in Canadierkreisen zu Kultststus gelangen.
  • Wieviel "vernünftige" Abwägung liegt in der Benutzung von Duluth- bzw. FrostRiver-Packs wenn es doch wasserdichte Säcke und Tonnen gibt?
  • Warum habe sich diese nordischen Tipis eingebürgert zumal es ja auch moderne Kuppelzelte in Stehhöhe gibt?
  • Ja, das kann soweit gehen sich zu fragen warum wir uns in offenen Booten im Wildwasser herumtreiben, wenn es doch so viel praktischere geeignetere Boote gibt.
Wo verläuft die Grenze zwischen Stil und Funktion und ist Stil Funktion nicht manchmal weit überlegen und ein anderes Mal beeinträchtigt er die Funktion bis über die Grenze des verantwortbaren Risikos?

Samstag, 5. Dezember 2009

Flaschenpost zweimal

Bei der heutigen Neckarinselrunde nahm ich die Gelegenheit wahr einen kleinen Jungen anzuraunzen, dass der Fluss doch kein Mülleimer sei - er wollte eine Plastikflasche vom verwaisten Stocherkahnanleger ins Wasser kicken. Offenbar wartete er dann bis ich außer Sichtweite war denn als ich zurückpaddelte dümpelte die Flasche im Wasser. Weitere Flaschen dümpelten ebenfalls darin - zwei davon gefüllt mit geheimnisvollen Nachrichten - eine davon angereichert mit Beeren. Ich habe sie aus dem Fluss gefischt und - das Postgeheimnis wahrend, das für Flaschenpost ja eigentlich gar nicht gilt - ans Ufer gelegt. Meine Neugier hielt sich in Grenzen.

Der Fluss gehört jetzt wieder ganz allein uns Paddlern bzw. mir, denn ich war der einzige, der an diesem strahlenden Herbst-Samstagnachmittag aufs Wasser gegangen war. Die Stadt brummt vor vorweihnachtlichen Konsumentenscharen (sie strömten förmlich über die Neckarbrücke), eine einsame Nachtigall begleitete mich ein Weilchen und das Flusswasser ist braun (weil oben an der Renaturierungsbaustelle auch Samstags gearbeitet wird - ich wollte vor dem Paddeln nachschauen, was sich in der Woche wohl getan hat, bin aber aufgrund hin- und herrollender Planierraupen und Bagger gleich wieder abgedreht).

Freitag, 4. Dezember 2009

Gerollt!

Heute bin ich erstmalig wiederholt und planmäßig zunächst im C1 und dann auch im OC gerollt. Das geht. Hätte ich ja nicht recht für möglich gehalten. Ein edler ungenannt bleiben wollender Spender auch nicht. Er hat mir - damit "das Drama" mal ein Ende hat - ein kleines Filmchen von Bob Foote zugänglich gemacht, das ich mir vergangene Woche und heute vor dem Training noch einmal eingehend angesehen habe und - siehe da - wenn man das nachturnt, was einem Bob Foote da so instruktiv vorturnt, klappt die Sache mit der Rolle.
Zunächst habe ich es ja mal wieder im C1 versucht und von 16-20 Versuchen haben 7 auch tatsächlich ohne Bodenberührung geklappt. Damit war ich schon einmal sehr zufrieden und eher zaghaft habe ich mich dann auch noch einmal in Klemens' Prodigy gesetzt. Zu meiner Verblüffung gelang mir die Rolle in dem Boot dann gleich auf Anhieb mehrfach hintereinander. Ich bin noch ganz euphorisch und habe unmittelbar bei Florian und Martina den größeren Luftsack (nebst allerhand Zubehör) für mein Boot bestellt, der jetzt - da der Bulkhead fertig ist - vorne ins Boot muss. Kommenden Freitag nehme ich dann mein eigenes Boot mit ins Hallenbad und rolle was das Zeug hält. Versprochen!

Schuh angezogen

Jetzt habe ich endlich - nach Abschluss des Bulkhead-Projekts - mit der Polingstange weiter gemacht. Die Schnitzarbeiten zum Anpassen des Pole-Shoes habe ich gestern noch abgeschlossen und heute - nach intensiver Leinölbehandlung des Holzes - den Schuh mit ein/zwei beherzten Hammerschlägen auf den Pole geklopft. Passt. Spielfrei. Bin sehr zufrieden damit, wie sich das anfühlt.Vorläufig habe ich nur das vordere Ende der Stange eingeölt aber selbst das sollte mich nicht vor Modifikationen zurückhalten - eingeöltes Holz kann ja völlig problemlos weiter bearbeitet werden was für lackiertes Holz nicht gilt. Ich bin mir noch nicht recht klar ob ich die Stange nicht doch noch am oberen Ende rundhobeln und -schleifen sollte. Jedenfalls will ich am oberen Ende noch einen kleinen Messingring bzw. ein abgeschnittenes Stück Messingrohr aufsetzen damit ich damit - im Ausnahmefall - ebenfalls auf dem Flussgrund staken kann ohne die Stange zu zerfasern (Nachtrag: ist gemacht). Ich bin es nun mal gewohnt meine Stakstangen beidseitig zu benutzen. Und in der Strömung ist es gelegentlich einfach erforderlich schnell einen Impuls auf der Gegenseite geben zu können.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Bulkhead - 4


Fertig!


Heute habe ich noch einige Gummis durch Bulkhead und Sattel gezogen damit ich Wurfsack und Trinkflasse im Boot fixieren kann - wichtiger noch: das Ersatzpaddel, das ich nun nicht mehr seitlich ins Boot stecken kann (Die Gummis muß ich noch durch Plastikröhrchen führen damit sie mir nicht auf lange Sicht den Schaum zerschneiden).
Jetzt musste das Boot dann doch wieder ins Bootshaus und Ole, Røskva und ich haben es eben zurück gebracht, wo es nun - weil ja wieder der Weihnachtsmarktstand aufgebaut Teile des Bootlagers blockiert - hochkant an der Wand lehnt. Vielleicht komme ich ja Sonntag dazu den Bulkhead auszuprobieren. Ich habe auf der Vereinshomepage mal vorsichtig angefragt ob jemand Lust hat sich am Sonntag warm anzuziehen und mal wieder die Starzel oder - bei genug Wasser - die Eyach abzupaddeln. Gerade sehen beide Pegel (Starzel und Eyach) nicht ermutigend aus.

Auf der Starzel waren wir im vergangenen Jahr im April, im Jahr davor ebenfalls im April (mit Bildern) und 2007 im Dezember als ich erstmalig in einem Wildwassercanadier unterwegs war. Die letzte Eyachfahrt ist jetzt auch schon fast ein Jahr her. Meine vier Wochen frühere Erstbefahrung habe ich noch in besonders guter Erinerung.

Kanumusik

Grumman Canoes haben einen miserablen Ruf und doch gibt es Liebhaber dieser etwas klobigen Alucanadier (selbst hatte ich ja auch dereinst einen Aluminiumcanadier der schwedischen Firma Lindner und ich habe ihn hoch geschätzt). Ich bin ich auf ein wenig schmeichelhaftes Lied über Grumman-Canoes gestoßen, das auf dieser Webseite angehört werden kann. Es handelt sich um Banjomusik. Banjos gelten in Canadierkreisen - seit dem Buch Deliverance - als Running Gag. "I hear Banjo-Music" bedeutet "schnell wegpaddeln". Möglicherweise werden in dem Film - außer dem anfänglichen Banjo-Gitarren-Duell Banjoklänge als spannungssteigernde Untermalung eingesetzt. Es ist zu lange her, dass ich ihn gesehen habe.

Ab Minute 2:35 wirds richtig fetzig.