Samstag, 16. Mai 2020

Sitzgelegenheit

Anlässlich der Anpassungsarbeiten des Baby-Prospectors an meine Bedürfnisse habe ich endlich mal nach dem Fehler an der Hobelmaschine gesucht, die während unserer letzten Süllrandaktion im September den Geist aufgegeben hat. Der "Rippenriemen" ist gerissen.
Ersatz ist bestellt. Meine Hobelarbeiten konnte ich in Rudies Werkstatt ausführen. Mithilfe von Biegeformen habe ich Eschen- und Eicheholzleisten geformt und verleimt und heute morgen zu einem Rahmen zusammengefügt. Am Nachmittag wollte ich dann fräsen.


Allein die Fräse gab keinen Mucks von sich. Jetzt habe ich sie auch auseinander genommen: die Kohlen sind okay, am Schalter ist nichts zu erkennen, alle Kontakte scheinen da zu sein, wo sie hingehören. Ich fürchte dieses 27,-€-Qualitätsprodukt repariert niemand.

Wie es jetzt mit dem Sitz weiter geht muss ich noch entscheiden. Eine neue Fräse wird sicher angeschafft, aber ungeduldig wie ich bin setze ich wahrscheinlich den Schweifhobel und die Schleiftrommel an.

Wiederbelebung

Seit gestern dürfen die Tübinger Stocherkähne wieder zu Wasser gelassen werden (Zeitungsmeldung). Deshalb wird an diesem Wochenende die Hölle los sein am Bootshaus. Ich werde es besser meiden. Zum Ausgleich habe ich gestern noch eine Neckarinselrunde gedreht.


Am Anleger in der Hermann-Kurz-Straße habe ich ein Päuschen gemacht und mich auf die dort befindliche Bank gesetzt. Mit zunehmendem Alter lerne ich Parkbänke zu schätzen. Danach gings wieder flott flussauf zurück zum Bootshaus, wo ich das Boot zunächst auf Böcken abgelegt habe.


Ich muss mich nach einem komfortableren Lagerplatz umsehen. Es ist einfach zu umständlich das Boot immer aus zweiter Reihe über den anderen Canadiern heraus zu wuchten. Eigentlich ist es ja widersinnig, in Zusammenhang mit sportlicher Betätigung Komfort-Lösungen zu suchen. Aber auch bei Sportgeräten sehen wir uns ja gerne nach den leichtesten und am besten handhabbaren um. Spaß am Training begünstigt dessen Stattfinden.

Dienstag, 12. Mai 2020

Praxistest


Die Fahrt vom 28. März habe ich heute mit dem Baby-Prospector wiederholt um herauszukriegen, ob das Boot für meine Zwecke tauglich ist. Insbesondere die Kürze des Bootes hat mir Sorgen gemacht. Kann man mit einem 13'-Canadier Strecke machen?

Kurz gesagt: man kann! Allerdings nur wenn das Boot - so wie dieses auf eine lange Kiellinie hin konstruiert ist. Der Bootsboden ist fast über die ganze Länge schnurgerade. "Kielsprung" hat es quasi keinen. Nur wenn man es aufkantet ist es bereit Kurven zu fahren.

Als ich versuchsweise zuhause die Ducht und den Sitz herausgeschraubt und mit um sechs Zentimeter verkürzten Hilfsstreben ersetzt habe, hat sich ein negativer Kielsprung entwickelt. Den will man nicht haben. Längere Duchten aber auch nicht.

Ich werde mich also mit den aktuellen Proportionen arrangieren. Das fällt mir grundsätzlich leicht. Lediglich der lausig unbequeme Sitz muss verändert werden. Er schneidet insbesondere beim Aufkanten des Bootes ein und macht längere Paddelpassagen zur Qual.


"Glücklicherweise" gab es auf meiner Fahrt ja vier Umtragungen. Und es gab ein paar turbulentere Abschnitte, in denen höhere Wellen entstanden. Die ganz hohen habe ich gemieden. In den moderaten hat sich der Baby-Prospector als recht "trocken" erwiesen.

Es ist kaum Wasser ins Boot gespritzt. Ich habe es nach gut zwei Stunden Paddelei am Golfplatz in Sulzau angekettet und bin mit dem Fahrrad die knapp 15 Kilometer zurück nach Horb gestrampelt, wo ich mich mit Kaffee und Kuchen versorgt habe.

Sonntag, 10. Mai 2020

"Baby-Prospector"

Nachdem ich zuletzt meine kleine Flotte durch den Verkauf des MadRiver Independence (nicht meinen roten sondern den blauen), davor des Revelation und da davor des Sundance, des Explorer TT des Howler und des M.E. verringert habe war es mal wieder Zeit ein Boot anzuschaffen.

Sehr spontan fiel meine Wahl auf einen Baby-Prospector der Firma Hou Canoes aus Großbritannien. Dieses Boot ist eng verwandt mit dem Venture Ottowa, mit dem wir eigentlich schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber die Rezensionen (siehe auch diese) beschreiben diverse Modifikationen, die der Hou-Version mehr Prospector-Gene zusprechen als ihrem Vorgänger. Es handelt sich um ein Boot aus dreilagigem PE - das ist robuste Verleiherqualität. Im Handel kostet das Boot neu um die 1000,-€, ich habe es gewissermaßen neuwertig für einen Bruchteil dieses Preises bekommen.

Gefunden habe ich es in einer schlaflosen Phase heute Nacht gegen 3:00 Uhr (an Wochenenden durchforste ich um diese Zeit gerne das Netz weil ich weiß, dass ich am Morgen ausschlafen kann - und an Tagen wie heute, an denen es regnet, auch will). Abgeholt habe ich das Boot heute Mittag und Probegepaddelt - nachdem ich noch schnell zuhause im Wohnzimmer den Sitz schräg gestellt habe - am Nachmittag.


Ich bin neckaraufwärts zum Kraftwerkkanal gefahren um auszuprobieren wie gut sich das Boot manövrieren lässt, wie es auf Strömung anspricht, wie es sich beschleunigen und geradeaus fahren lässt. Ich finde, dass es all diese Grundanforderungen befriedigend erfüllt.


In der Tat erscheint dieser Baby-Prospector wie eine geschrumpfte Version des Originals. Sogar die Steven sind "authentisch" ausgeformt. Was mich an dem Boot stört ist der scheußliche Vinylrand. Es handelt sich um das gleiche Profil, das ich an einem Pyranha-Prelude schon mal kaputt gekriegt habe (Reparatur). Ich mache mir Gedanken zum Austausch dieses Plastikrands. Wenn die Reisebeschränkungen aufrecht erhalten werden und Urlaub dieses Jahr ausfällt, wäre es ein nettes Sommerprojekt einen Eschensüllrand anzubauen, wie Matthias das dereinst an seinem WeNoNah-Prospector gemacht hat.. Und vielleicht verliert es dadurch auch ein Kilo Gewicht. Mit ca. 23 Kilogramm ist dieses kurze Soloboot eher schwer.

Sonntag, 3. Mai 2020

Lauchert mit dem Rad


Paddeln auf der Lauchert ist noch bis Mitte Juli untersagt und oberhalb von Hettingen darf sie das ganze Jahr nicht befahren werden. Für Fahrradfahrerinnen und -fahrer gelten diese Regeln nicht. Heute habe ich mittels Fahrrad die Abschnitte besichtigt, die uns sonst immer entgehen.

Ich verstehe nicht ganz warum wir mit unseren Paddeltouren immer erst in Vehringendorf beginnen. Der Abschnitt weiter oben (bis nach Hettingen) hat durchaus auch seine Reize (wenn auch allerhand Wehre, die umtragen werden müssen).


Auf meiner Fahrt flussauf bin ich ins Tal der Fehla abgebogen, die schnell so schmal wird, dass an Paddeln überhaupt nicht zu denken ist. Das Tal selbst ist außerordentlich schön. Keine Straße führt hindurch und große Teile der Talsenke sind völlig naturbelassen.


Anschließend bin ich kurz vor Neufra den Berg hinauf gekeucht um erneut ins Laucherttal hinab zu sausen. Bis hinauf zum Lauchertsee bin ich gekommen, wo der neue moderne Kiosk seinen Ausschank geöffnet hatte. Es gab Käsekuchen und Kaffee.


Dann musste ich die gut 30 Kilometer wieder abwärts fahren. Ich sah mir im Büttelschießer Täle noch den alten Mühlkanal an, in dem garstige Bäume quer liegen. Auch in dem Abschnitt vor dem Tal sind zahlreiche neue Baumhindernisse dazu gekommen.

Trotzdem freue ich mich schon auf unsere nächste Fahrt auf der Lauchert. Vielleicht paddeln wir sie - wie 2018 - wieder an einem sonnigen Tag im Sommer, oder ich paddele sie - wie 2018 früh am Morgen bergauf soweit ich komme.

Samstag, 2. Mai 2020

35 Gramm Epoxidharz

Recht früh am Samstagmorgen bin ich in den Baumarkt gefahren und habe Tischbeine erworben. Diese habe ich anschließend zum Bootshaus befördert wo ich die bisherige etwas ungeordnete und durchaus unsichere Lagerung der Wildwassercanadier erneuert habe.
Sie stehen nun in Reih und Glied an der Wand und sind zu allem Überfluss durch ein Seil gesichert. Kinder sollen/dürfen zwar eigentlich nicht im Bootshaus spielen, aber wir wollen nicht erleben, dass eines das doch tut und unter so ein umfallendes Boot gerät.


Anschließend habe ich den großen Tandemcanadier aufgeladen, an dem Michel vor 14 Tagen einen Riß entdeckt hat, für den er sich verantwortlich fühlt. Ich bin mir nicht sicher, ob der Riß nicht schon vorher in dem Boot war.

Nachdem ich den restlichen Vormittag im Garten verbracht habe, währenddessen es immer mal wieder geregnet hat und ziemlich windig wurde bin ich heimgefahren und habe das Boot - nachdem es mal länger nicht geregnet hat und das Boot trocken war - ins Haus gebracht.


Da habe ich nun - ohne Michel, der eigentlich gerne mithelfen wollte - den Riß (und einen kleineren gegenüber) mit passenden Aramidflicken abgedichtet und - da ich zu viel Harz (35 Gramm) angemischt habe - sämtliche Kratzer im Rumpf überstrichen.

Das Verfüllen der Kratzer mag rein kosmetisch sein. Die Aramidflicken auf den Rissen im Rumpf verhindern das Eindringen von Wasser und das weitere Aufbrechen bei Grundkontakt. Der SourisRiver-Prospector ist so konstruiert, dass er bei Grundkontakt nachgibt. Das kann er nur, wenn die Bootswände elastisch blieben. Ich hoffe, dass sie das jetzt trotz der kleinen Flicken immer noch in ausreichendem Maße sind. Vor dem endgültigen Aushärten habe ich die Klebebänder entfernt.

Nun hoffe ich, dass das Harz über Nacht auch aushärtet. Als ich eben nochmal nachgesehen hab war das Zeug immer noch klebrig. Es ist gegenwärtig eigentlich nicht warm genug für derartige Reparaturen und Harz und Härter sind auch schon etwas älter.

Freitag, 1. Mai 2020

Hinaus zum 1. Mai!


Erst am späten Vormittag bin ich an diesem denkwürdigen Maifeiertag aufs Wasser gekommen. Ich habe mir den sonnigen klaren aber auch etwa windigen Neckar mit einem einzigen Stand-Up-Paddler geteilt (und zahllosem Federvieh).


In der Stadt war offensichtlich auch wenig los. Es war ruhig. Allmählich trieb der Wind Wolken vor die Sonne und auf dem Rückweg mußte ich nicht nur gegen die Strömung anpaddeln.