Montag, 5. Oktober 2009

Imster Schlucht

Am dritten Tag nun war mein Fuß wieder belastbar – ich spürte zwar noch etwas Schmerz bei bestimmten Bewegungen, vor allem aber eine ausgeprägte Unsicherheit. Was immer da kaputt gegangen ist muss jetzt durch Muskeltraining ausgeglichen werden. Dennoch habe ich mich, da die Gruppe sich – auch mit Rücksicht auf mich – fürs Paddeln auf der Niedrigstwasser führenden Imster Schlucht (für Laschies wie mich) und parallel der untere Ötz (für die Cracks) entschieden hatte, wieder in die Riege der Aktiven eingegliedert.
Nachdem wir gefrühstückt, unser Lager geräumt und uns von Susie verabschiedet hatten brachen wir auf nach Imst wo wir nach etwas über einer Stunde an der Einsatzstelle („Rafting“ ist dort ausgeschildert) eintrafen. Wir trugen die Boote über den großen freien Parkplatz, der offenbar von den Rafting-Unternehmen mit schwerer Bewaffnung frei gehalten wird (Lutz und Gerhard nahmen mir mein Boot ab – Danke nochmal!), verabschiedeten uns von den Ötz-Paddlern (Lutz, Gerhard, David, Stefan) und machten uns auf den Weg. Parallel mit uns starteten zwei Schlauchcanadier und ein OC1 – der einzige, der mir an diesen Tagen begegnete. Darin saß Matin, ein alter Bekannter von der C-Boat Armada.






Da wirklich extrem wenig Wasser auf dem Fluss war waren die Schwierigkeiten sehr überschaubar und die hohen Wellen, Walzen und Schwälle, von denen in den Fahrberichten immer wieder geschrieben wird, waren quasi nicht vorhanden.

Nichtsdestotrotz gab es einige nette spritzige Passagen zwischen den ruhigen Abschnitten, die zu Landschaftsbetrachtungen einluden (zum Glück sieht man die industrielle Verbauung des Tals vom Wasser aus selten und kann das Bergpanorama auf sich wirken lassen). An der Memminger Walze mussten wir wahrnehmen, dass selbige wohl gerade in Urlaub war – sie ließ einen etwas verwinkelten Schwall zurück, den wir allsamt nach vorheriger Besichtigung gut bewältigten.


An der Einmündung der Ötz trafen wir zeitgleich mit den anderen ein und legten ein kleines Ruhepäuschen auf einer Wiese ein. Lutz, Norbert und Michl trugen ihre Boote über die Wiese bergauf um die „Unterste Ötz“ noch einmal zu paddeln.



Tine und ich fotografierten sie von der kleinen Fußgängerbrücke aus.

Anschließend ging es weiter auf dem etwas lebhafteren Fluss, der jetzt, nach der Einmündung der Ötz etwas mehr Wasser führte.

Es folgten doch noch einige amüsante Schwallstrecken und die eine oder andere hohe Welle, die dann doch zweien zum Verhängnis wurden – es wurde ein Stück geschwommen, geborgen, Wasser abgelassen, frisch sortiert und weiter gepaddelt.



An der Aussetzstelle angekommen trug ich bereits mit kaum mehr schmerzendem Fuß mein Boot allein die Steinquader hinauf, lud es auf Rolands Auto, damit es noch einen weiteren Tag in der Alpenwelt unterwegs ist (weil es auf Norberts Auto nicht mehr passte, in dem wir schließlich heim fuhren).

Die Imster Schlucht befahren zu haben kann ich bei diesem Wasserstand kaum auf meine Fahnen schreiben, ich würde die gleich Strecke jetzt statt bei Niedrigstwasser gerne mal bei Niedrigwasser und dann – vielleicht mal bei geringem Mittelwasser paddeln. Ab normalem Wasserstand würde ich mich vermutlich bei einem Raftunternehmen einmieten und sozusagen eine „Busfahrt“ mieten. Auf diesem Flussabschnitt macht Raften sicher Spaß.

Unsere etwas wortkarge Rückfahrt ist der Müdigkeit zu schulden, die wir doch alle nach diesem verlängerten Wochenende im Engadin empfanden. Ich bin ganz froh, dass ich nicht noch den Montag dran gehängt habe, wie Roland, Ulli, Stefan, Lutz und Gerhard, die heute noch einen weiteren Bach unters Kiel nehmen. Dafür fehlt mir die Kondition. Insgesamt war das Engadin-Wochenende – trotz Maleur mit Fuss und erzwungenem Ruhetag – ein sehr schönes Erlebnis. Es war nett mit den großen Rudel in dem – nun schon seit Jahren immer wieder besuchten - Chasa Suzöl zu hausen, mit Paddelveteran Gerhard (dem ich noch ein Bier schulde, was aber eine Geschichte für sich ist) die wilden Bäche abzupaddeln und das in der wilden und doch lieblichen Alpenlandschaft des herbstlichen Engadins wird mir lange gut in Erinnerung bleiben. Und wenn sich das einrichten lässt komme ich nächstes Jahr auch wieder mit.

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