Sonntag, 1. Juli 2012

Sicherheitskurs in Ulm

Dieses Wochenende hatte ich das Vergnügen gemeinsam mit vier weiteren Mitgliedern des Ausbildungsteams einer Gruppe von überwiegend Übungsleitern und einigen interessierten Kajakpaddlern (zusammen waren es 24) die Grundprinzipien des Rettens und Bergens, kurz 'Sicherheit im Wildwasser' nahe zu bringen. Als einziger Canadierpaddler fühle ich mich fortwährend etwas deplatziert zwischen all den reizenden Doppelpaddler/innen.

Dabei wurde am ersten Tag überhaupt nicht gepaddelt. Es ging vormittags um Rettungs- prinzipien und Ausrüstungsfragen und erst am Nachmittag stiefelten wir voll ausgerüstet an den Slalomkanal um Schwimmen im bewegten Wasser, Wurfsack- werfen, angeseilte Rettung und den Umgang mit Baumhin- dernissen einzuüben.


Es war brütend heiß und deshalb schwammen wir nach Abschluss unserer Übungen auch aus dem Illerkanal heraus in die Donau und zurück zum Bootshaus der Ulmer Paddler, wo wir untergebracht waren. Dort wurde am Abend gegrillt. Ein Gewitter trieb uns jedoch frühzeitig ins Haus und hielt uns die Nacht über auf Trab. Es wehte z.B. zahllose Äste von den Bäumen, die die eine oder andere Beule auf Fahrzeugen hinterließen.

Am anderen Morgen hielt Thomas einen über dreistündigen Vortrag zu medizinischen Fragen. Seine One-Man-Show war großes Kino unterstützt von einer Text- udn Bildpräsentationen, die geeignet war Emotionen zu wecken (ich wandt bei manchem Bild grober Verletzungen kurzzeitig dem Dozenten meine volle Konzentration zu um nicht auf die Leinwand schauen zu müssen). Thomas fand ich erheblich unterhaltsamer als offene Frakturen oder ausgerenkte Schultern.

Am Nachmittag baute Rüdi mit der Hälfte der Teilnehmer Flaschenzüge während ich mit der anderen Hälfte Personen- und Materialrettung vom Boot aus einübte. Ich ließ die erfahrenen Kajakpaddler ihre Kenntnisse schildern weil ich als Canadierpaddler ja ganz andere Erfahrungen habe als sie.


Weil die Paddler wenig geneigt waren ihre Boote zu verlassen - nun da sie endlich mal paddeln durften - bot ich mich, mein Paddel und Boot als Rettungsobjekt an, was wohlwollend angenommen wurde. Ich habe einen großen Teil des Nachmittags in der Donau schwimmend verbracht. Dabei hatte ich Gelegenheit auch mal ein Bild meines Bootes (im Schlepp) vor dem Ulmer Münster zu knipsen.


Die Veranstaltung wurde im Großen und Ganzen gelobt aber wir haben uns in zwei Feedback-Runden viele Anregungen für Verbesserungen geben lassen. Mir selbst fielen im Verlauf auch eine Reihe von Punkten auf, die wir künftig anders und - wie ich meine - besser machen können. All dies müssen wir in absehbarer Zeit mal diskutieren. Vielleicht sollte sich das Ausbildungsteam einfach mal zum Paddeln und Plaudern treffen...

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