Dienstag, 23. Juni 2020

Kein Zeitdruck


Heute Abend habe ich keine Strecke aufgezeichnet. Ich bin vom Bootshaus aus aufwärts gepaddelt und habe dort, wo einiges Wasser aus dem Kraftwerkkanal strömt ein paar Kehrwassermanöver mit dem Baby-Prospector absolviert. Je intensiver das Boot aufgekantet wird, desto bereitwilliger dreht es. Ich traue mich nur noch nicht recht es bis an die Süllrandkante an die Wasseroberfläche zu bringen. Das übe ich noch.

Anschließend habe ich mich gemütlich zurück zum Bootshaus treiben lassen. Das neugestaltete Neckarufer ist an diesen warmen Abenden recht belebt. Es wird mit und ohne Textilien gebadet. "Substanzen" werden eingenommen, vorläufig wird erfreulich wenig Müll zurück gelassen.

Montag, 22. Juni 2020

Zeitvergleich

Vor einer guten Woche habe ich eine etwas hastige Neckarinselrunde mit dem Sojourn unternommen, die Fahrt aufgezeichnet und die Eckwerte fest gehalten. Heute habe ich die gestern Abend ausgefallene Paddeltour mit dem Baby-Prospector nachgeholt...

...und ebenfalls aufgezeichnet. Sehr zu meiner Überraschung zeigen die Werte fast keine Abweichung. Ich komme mir mit dem kleinen Boot durchaus schnell vor, aber dass er fast die gleiche Geschwindigkeit erreicht wie der Sojourn hätte ich nicht für möglich gehalten.


Ich war 41 Minuten unterwegs, bin 4,63 Kilometer weit gepaddelt und hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,8 km/h. Mit dem Sojourn waren es 40 Minuten, 4,6 Kilometer und durchschnittlich 6,9 km/h.

Wahrscheinlich ist die Distanz zu unbedeutend um einen wirklichen Vergleich anstellen zu können und letztendlich ist ein solcher ja auch wenig aussagekräftig. Beide Boote haben ihren spezifischen Einsatzzweck und beide Boote machen Spaß!


Sonntag, 21. Juni 2020

Neckar und Rems bei Neckarrems

Aus der Paddelaktion am Mittsommerabend wird nichts. Ich habe mich schon am Mittsommernachmittag verausgabt. Zunächst habe ich meine Mutter besucht, die nicht weit vom Remstal entfernt wohnt. Da ich das Boot schon mal dabei hatte, entschied ich mich spontan eine Paddeltour neckar- und remsaufwärts zu unternehmen. Ich setzte das Boot an der Neckarbrücke in Hochberg in die heute wenig betriebsame "Bundeswasserstraße" ein.

Der Fluss ist an der Stelle breit und in der Innenkurve war die Strömung auch kaum wahrnehmbar. Nach ca. zwei Kilometern kam die Remsmündung in Sicht, an der in Zusammenhang mit der Landesgartenschau im vergangenen Jahr viel verändert wurde.

Ein großer Spielplatz und Badstrand ist angelegt worden, an dem sich bei diesem sonnigen Wetter jede Menge Menschen aufhielten. Ich sah zu, dass ich daran vorbei kam. Auch an den Kaianlagen und Stegen, die ebenfalls Übrigbleibsel der Landesgartenschau sind.


Nach vielleicht 500 Metern kam das letzte Remswehr in Sicht, das ich (flussaufwärts gesehen) rechts umtrug. Beim Wiedereinsetzen wurden Erinnerungen an eine Fahrt auf der Rems vor 13 Jahren lebendig, an der meine Mutter teilgenommen hatte.

Vor 12 Jahren habe ich mal mit meinem Bruder einen ähnlichen Ausflug Richtung Rems unternommen. Seitdem bin ich auf dem kleinen Fluss nicht mehr gepaddelt. Und auch heute war es nicht immer einfach an im Wasser liegenden Bäumen vorbei zu kommen.


Eigentlich wollte ich ja bis zur Remsmühle paddeln, aber der Fluss wurde immer wieder so seicht, dass ich mangels Polingstange (und Polingkompetenz in einem so schmalen Boot, wie dem Sojourn) treideln musste. Ich hatte passendes Schuhwerk an.


Ich drehte nach gut fünf Kilometern Flussaufpaddeln um und fuhr die selbe Strecke wieder zurück. Da ich die Strecke aufgezeichnet habe weiß ich, dass ich insgesamt 10,7 Kilometer zurückgelegt habe, durchschnittlich 5,8 km/h schnell war und angeblich 40 Höhenmeter bewältigt habe.

Das Geschwindigkeitsprofil weißt keine wahrnehmbaren Unterschiede zwischen Hin- und Rückfahrt auf. Die Strömung war nicht sehr eindrucksvoll und auf dem Neckar hatte ich bei der Rückfahrt Gegenwind.


Mittsommermorgen

Diesmal war ich selbst für meine Verhältnisse früh dran: um 4:00 Uhr weckten mich ein paar Nachtschwärmer, die sich laut unterhaltend durch unsere Straße bewegten. Ich hatte sowieso vor, früh aufzustehen und ging unter die Dusche. Als ich dann frühstückte (während ich die Kaffeemaschine entkalkte - was machen andere Leute um diese Zeit?) saß eine junge Frau auf dem Randstein an unserer Kreuzung und erging sich in melancholischen Gesängen. Ich hätte sowieso nicht mehr geschlafen.

Gegen 5:00 Uhr brach ich auf nach Horb und war kurz nach halbsechs auf dem Wasser. Der Neckar floss flott, hatte aber erstaunlicherweise keinen nennenswert hohen Pegel. Es war nebelig und eine seltsame Stimmung lag über dem Tal.

Am seltsamsten kam mir der umstand vor, dass ich kaum Geräusche hörte. Nur ganz selten fuhr mal ein Auto auf der sonst so betriebsamen Neckartalstraße. Motorräder (deren Lärm mir zunehmend auf die Nerven geht obwohl ich ja selbst eins fahre) waren überhaupt nicht unterwegs.


Ich umtrug alle vier Wehre, wobei ich mir beim letzten in Börstingen nasse Füße holte und beinahe gekentert wäre weil das Boot auf der Suche nach einer Fotoperspektive quer trieb. Dieses Schrägwehr ist problematisch für Wanderboote, die nicht hinunter rutschen können.



Ganz gegen Ende meiner Fahrt kam in Sulzau endlich die Sonne heraus. Ich nehms ihr nicht übel. Ich habe die nebelverhangene Landschaft sehr genossen und es war bereits früh am Morgen so mild, dass mir die Sonnenstrahlen nicht unbedingt gefehlt haben.


Wie üblich kettete ich das Boot beim Golfplatz an. Dann trug ich den übrigen Krempel ins Gartenhaus, wo seit gestern das Fahrrad auf mich wartete (ich hatte so etwas ähnliches gestern schon vor, konnte mich aber gegen das Rudel innerer Schweinehunde nicht durchsetzen).

Schließlich nahm ich nach der Rennradtour nach Horb daselbst ein zweites Frühstück zu mir und war um 10:00 Uhr wieder am Golfplatz um das Boot und meine Ausrüstung aufzusammeln.


Jetzt bin ich wieder zuhause, plane ein ausgedehntes Mittagsschläfchen und werde unter Umständen heute Abend nochmal zum Bootshaus radeln um - wie normale Leute - den Mittsommerabend zu zelebrieren.

Samstag, 20. Juni 2020

Gleich ruiniert...

...habe ich den Baby-Prospector, als ich ihn heute Morgen zum Bootshaus gebracht habe. Er ist fertiggestellt und ich wollte ihm einen würdigen Platz im Bootsregal verschaffen. Beim Abladen habe ich festgestellt, dass die Gummiauflagen der Dachträger großflächige schwarzgraue Schlieren auf dem makellos geschliffenen und geölten Süllrand hinterlassen haben. Die bekam ich weder mit einem trockenen noch mit einem feuchten Tuch ab.


Ich unternahm erstmal eine frustrierte Neckarinselrunde, auf der mir - für diese Tageszeit erstaunlich - ein Stocherkahnfahrer begegnete. Ich war wieder freudig überrascht von den Fahreigenschaften des kurzen Bootes, muss mich aber immer wieder an die Breite und Höhe der Sitzposition gewöhnen. Nächstens werde ich mal die Poling-Stange mitnehmen und diese Technik ausprobieren. Ich nehme an, dass das Boot dafür gut geeignet ist.

Dann habe ich den Süllrand erneut geschliffen und dabei die schwarzen Schlieren weg bekommen. Geblieben sind graue Ablagerungen, die ich anschließend mit einer weiteren Schickt Leinöl auf dem Süllrand fixiert habe. In diesem Shabby-Look lagere ich das Boot jetzt erstmal ein und schnappe mir den Sojourn für weitere Wochenend-Eskapaden. Das Wetter verspricht leidlich gut zu werden.


Nachtrag am Nachmittag:

Der Polingtest war überzeugend. Die Breite des Bootes erweist sich beim Stehen hinter dem Sitz als sehr vorteilhaft. Es ist zwar kippelig, lässt sich aber aus dem Stand heraus gut aufkanten. Einigermaßen kraftvolle Stöße mit der Polingstange sorgen für guten Vortrieb und der eigentlich entlastete Bug greift im Wasser und sorgt für guten Geradeauslauf. Insofern ist der Baby-Prospector für alles was ich mit Booten im Wasser mache gut geeignet.

Er macht nichts besonders gut, aber auch nichts wirklich schlecht. Ein paar Kehrwasserfahrten beim Kraftwerkkanal stellten noch unter Beweis, dass er im mäßigen Wildwasser ebenfalls eine gute Figur macht. Jetzt muss ich nur noch das Dachträgerproblem lösen, dann wird dieses Boot mein bevorzugter Urlaubsbegleiter.


Montag, 15. Juni 2020

Malerarbeiten


Fürs Einölen der Süllränder habe ich mir ein kleines Hilfsgestell im Vorgarten gebaut damit ich über Kopf arbeiten kann. Das ist zwar etwas mühsamer, aber überschüssiges Öl rinnt nicht am Rumpf entlang hinunter sondern bleibt als Tropfen unter den Süllrändern hängen, die dann verstrichen werden können oder auch mal ins Gras fallen, wo sie keinen Schaden anrichten. Ich verwende Leinöl (das kann man auch in den Salat tun) und renne alle 20 Minuten raus um einen neuen Anstrich vorzunehmen und damit das Holz nass zu halten. So saugt es sich gründlich voll.

Nach drei bis sechs Anstrichen (ich war anfangs wesentlich unsystematischer als gegen Ende) wurde alles überschüssige Öl mit einem Lappen abgewischt. Ich habe ober-/unterhalb der Süllränder am Rumpf bewußt "geschmoddert" - auf dem PE hält das Öl ja nicht und lässt sich rückstandslos wegwischen. Die Schwerkraft lässt es in den Spalt zwischen Süllrand und Holz rinnen. Dahin, wo später auch immer Wasser hinrinnt und möglicherweise länger dort verharrt weil es nicht gleich wieder verdunsten kann. Wenn das Holz an den Stellen ölgesättigt ist kann Wasser weniger Schaden anrichten.

Den öligen Lappen hab ich in unserer Feurstelle deponiert, wo er - sollte er sich selbst entzünden - keinen Schaden anrichten kann.

Sonntag, 14. Juni 2020

Mehr Böcke

Da der Baby-Prospector doch wieder im Wohnzimmer auf dem Boden herumliegt um Innenausbauten verpasst zu bekommen, habe ich am heutigen verregneten Sonntag ein kleines Nebenprojekt begonnen um mir die weitere Arbeit zu erleichtern.


Die vor acht Jahren angefertigten Klappböcke am Bootshaus gehen allmählich in die Knie und ein weiteres Paar großer stabiler Canoestands (wie die aus dem Jahr 2015) benötige ich nun doch nicht. Also wurden heute spontan aus Resthölzern zwei weitere Klappböcke angefertigt.


Diese Böcke bedürfen noch einiger Nachbesserungen und müssen letztendlich auch noch mit Leinöl eingelassen werden, damit sie auch im Außenbereich zum Einsatz kommen können, aber sie bieten - anders als die alten Klappböcke - eine vernünftige Arbeitshöhe und die Stabilität, die den alten Böcken jetzt abhanden kommt. 

Sobald der Baby-Prospector fertig ist werden sie im Bootshaus unterkommen.