Samstag, 15. Juni 2019

Övre Bolsjö, Långvattnet

Am anderen Morgen unternahm ich noch einmal eine Fahrt über den Övre Bolsjö. Ich erkundete ihn bis in den letzten Winkel (ich war bestrebt bis in den Torgelslundstjärn vorzudringen, der Kanal dahin war aber am Ende völlig verwachsen, so dass ich rückwärts wieder raus musste).


Deshalb beschränkte ich mich auf eine kleine Frühstücks- und Besinnungspause auf der kleine Insel, die mich schon im letzten Jahr auf einer morgendlichen Paddeltour gastlich aufgenommen hatte.


Eigentlich ohne viel Hoffnungen versuchte ich im Anschluss (und nach dem zweiten Frühstück und einem kleinen Bad zum Haarewaschen) das Südufer vom nördlich gelegenen Långvattnet zu erreichen. Wider Erwarten führte mich ein steiler Waldweg genau dahin.

Ich wagte es mit meinem nicht unbedingt geländegängigen Wagen diesen eher unwegsamen Waldweg zu fahren (nachdem ich allerhand Zweige, die darauf lagen weggeräumt hatte) und wurde mit einem idealen Start- und ggf. auch Übernachtungsplatz belohnt.



Eigentlich hatte ich gar nicht vor den gesamten See zu durchfahren, aber es lief ganz gut und die vier kleinen Inseln ganz am Ende des Sees habe ich sogar wie Slalomstangen umfahren. Den Übertrageweg in den nördlich gelegenen See habe ich trotz einiger Suche nicht gefunden.

Schließlich paddelte ich zurück, ordnete meine Sachen und entschied mich weiter Richtung Dalsland zu fahren. Unterwegs kam ich am Sandsjö vorbei, wo ich im vergangenen Jahr auch eine schöne Paddeltour unternommen habe. Diesmal war ich zu müde und beließ es bei einem Foto.

Nedre och Övre Bolsjön


Anders als im letzten Jahr habe ich dieses Jahr Friluftsområde auf Anhieb gefunden. Es war menschenleer und ich konnte mir einen Premiumplatz am Nedre Bolsjö aussuchen von dem aus ich das Boot einsetzte und den See schnurstracks überquerte um zum...

...Övre Bolsjö zu übertragen, wo ich mich im letzten Jahr aufgehalten habe (warum habe ich bloß diesmal am anderen See geparkt) Unterwegs musste ich einen umgestürzten Baum mühsam unterqueren weshalb ich nach meiner Rückkehr und einer längeren Pause...


...nochmal mit eingepackter Säge aufgebrochen bin um die Umtragestelle etwas gangbarer zu machen. Bei meiner ersten Rückkehr fand ich das Tor zum Bootschuppen des Kanuverleihs offen stehend. Ich habe die Aluminiumcanadier bewundernd betrachtet,...

...war aber hinreichen moralisch gefestigt es bei dieser Betrachtung zu lassen, das Tor provisorisch zu schließen und mich davon zu machen.

Bei meiner zweiten Rückkehr (nach einer kleinen Runde über den Nedre Bolsjö, damit der auch einmal gewürdigt wird) wimmelte es auf einmal von Menschen. Insbesondere jungen Menschen, die offenbar von ihren Eltern jetzt am Freitagabend dahin gebracht worden waren um ins Zeltlager zu gehen. Sie krakelten recht laut herum und polterten über die Bootsstege. Die Betreuer waren mit Vorbereitungen beschäftigt, Zelte wurden aufgebaut und die erforderliche Infrastruktur geschaffen.

Ich entschied mich dafür den netten Platz doch wieder aufzugeben, irrte ein wenig im Norden der Seen herum und biss letztlich in den sauren Apfel die 44 Kilometer Autofahrt in Kauf zu nehmen bis ich zu dem Platz kam, den ich am Vormittag noch in einer Stunde mit dem Boot erreicht hatte.


Da hatte ich im vergangenen Jahr schon einmal übernachtet. Diesmal war dort keine Menschenseele. Ich las ein wenig, sah mir noch einen Film an und verbrachte eine ruhige Nacht. Die Campinggewohnheiten ändern sich eben im Laufe der Jahre.

In Schweden hat man (nicht überall aber häufig) selbst im tiefsten Wald noch besten Handyempfang. Mein Datenpaket wurde letzthin auf ein obszönes Maß erhöht und ich surfe jetzt skrupellos im Netz, sitze gerade an einem ruhigen See fernab der Zivilisation und schreibe diesen Beitrag. Auch in dieser Hinsicht ändert sich allerhand.

Freitag, 14. Juni 2019

Hamburg Ö, Veddö, Grebbestad

Der Morgen war verregnet und grau und ich hatte allerhand Zeit totzuschlagen weil ich ja gewohnheitsmäßig früh aufstehe. Also parkte ich das Auto am Fähranleger in Hamburgsund, machte mehrere Rundgänge, trank nen Kaffee und beschloss irgendwann loszupaddeln.


Erfreulicherweise ließ der Nieselregen dann auch nach. Nur windig blieb es. Es war für Küstenverhältnisse ein leichter und gleichmäßiger Wind. Für meine Verhältnisse war er einschüchternd und ich hatte mehrmals Zweifel, ob ich mein Vorhaben auch wirklich umsetzen könnte.

Ich umfuhr Hamburg Ö im Uhrzeigersinn um auf der Außenseite vom Rückenwind zu profitieren. Später kam mir die Idee, dass es vorsichtiger gewesen wäre andersherum zu paddeln - bei zu viel Wind und Wellen kann man dann umdrehen. Mit kräftigem Wind im Rücken ist an Umkehr nicht zu denken.

Der Wind war gnädig. Nur an einer Stelle, die am weitesten westlich ausgesetzt ist, gab es unschönes Kabbelwasser. Sonst wars ruhig und angenehm. Es wurde auch wärmer.


Ich machte eine Pause auf einer kleinen vorgelagerten Insel, hielt mich aber nicht lange auf sondern paddelte weiter, erreichte das nördliche Ende von Hambursund und wechselte zu "urbanem" Paddeln durch das touristisch voll erschlossene ehemalige Fischerdorf. Ein neues höchst artifizielles Wohnviertel ist dort im Entstehen, das ich mir auch ansah. Die Preise der an und für sich hübschen aber extrem gleichförmigen Häuser sind sicher exorbitant hoch.


Nachdem ich die Hamburg Ö-Umrundung in ca. zwei Stunden bewältigt hatte fuhr ich nach Veddö. Dort habe ich mich im letzten Jahr ja auch herumgetrieben. Meine damalige Umrundung der Halbinsel erschien mir wie eine Heldentat. Heute wiederholte ich sie völlig unbefangen.

Die Sonne war heraus gekommen, es war warm, das Wasser war glatt und die Strecke war mir vertraut. Anders als bei der morgendlichen Fahrt um Hamburg Ö wehte kein Wind. Ich stieg hier und da aus und kletterte vorsichtig über die Klippen.


An diesen Stränden habe ich im letzten Jahr noch gebadet. Heute war mir noch nicht recht danach (ich hatte nicht mal ein Handtuch mitgenommen).


Anschließend fuhr ich nach Grebbestad, setzte mein Boot am Ende des Hafenbeckens ein (die Botsstege sind alle für hohe Motorboote ausgelegt und höchst ungeeignet für Kanus) und paddelte zum Kajak Center wo ich mir eine Küstenkarte kaufte, die ich auch gleich ausprobierte.

Ich paddelte ein Stück hinaus aus der Bucht und umrundete eine Insel, fuhr vorbei an Tanum-Strand (eine Feriensiedlung, die gebaut wurde als ich 1989 in Grebbestad gelebt habe). Anschließend ging es zurück zum Auto.


In dem sitze ich nun nach einer ruhigen Nacht auf meinem Lieblingsstellplatz mit Mobiliar und Klo. Am Abend konnte ich noch im Freien kochen. Nun am Morgen prasselt Regen aufs Autodach. Es soll im Lauf des Tages angeblich schöner werden. Gestern konnte ich das auch nicht glauben, heute bin ich zuversichtlicher.


Donnerstag, 13. Juni 2019

Urlaubsfahrt


Die Reise begann an einem gewöhnlichen Werktag, an dem ich erst noch zur Arbeit ging. Ich nutzte eine Pause um oben aus dem Bürofenster aufs Auto zu schauen, das bereits vollständig beladen war. Nach Dienstende begann die Fahrt.

Wer keine Lust auf Bilder von blauem Boot auf rotem Auto hat sollte jetzt nicht weiterlesen und -scrollen. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Reise in den Norden, die ich zusammen mit meiner Nichte und ihrem Freund unternommen habe.


Wir arbeiteten uns etwas mühsam und allmählich durch Deutschland hindurch hinauf nach Dänemark, wo wir erfreulich gutes Wetter hatten und uns allerhand ansahen. Da das nun überhaupt nichts mit Paddeln zu tun hat lasse ich die Details weg. Immerhin gab es die eine oder andere Wasserfläche zu überwinden, so einen Ausläufer des Limfjords in Thyborøn. Wir nahmen die Fähre, die uns in kurzer Zeit über den Ford brachte.
Erheblich länger waren wir später auf der Fähre von Fredrikshavn nach Göteborg unterwegs. Das Auto kam samt aufgeladenem Boot in den Bauch des Schiffs und wir durften dreieinhalb Stunden an Deck bzw. im Restaurant der Fähre totschlagen. Es gab Kaffee!


Schließlich kamen wir in Schweden an, die jungen Leute holten sich ihren Mietwagen und wir verabschiedeten uns für 12 Tage. Diese Tage habe ich nun für mich. Ich will die Schwedische Westküste, an der ich ja mal ein halbes Jahr gelebt habe, hinauf und im Inland wieder hinunter fahren.


Das geht auch nicht ohne allerlei Fährfahrten vonstattten. Die meiste Zeit aber wird das Auto auf eigenen Rädern rollen. Ich freue mich schon auf die Zeit und hoffe von der einen oder anderen Kanutour berichten zu können. Bei Smögen fiel die Paddeltour ins Wasser - es regnete.


Das tat es auch heute Morgen in Hamburgsund. Ich bin dennoch zu einer ersten Tour rund um Hamburg Ö aufgebrochen und hatte Glück mit dem Wetter. Der Regen hörte auf und es blies mäßig (aber immer noch heftig genug für einschüchternde Wellen). Ich werde berichten...

Dienstag, 4. Juni 2019

Halbe Arbeit

Karsten hatte zum Rasenmähen aufgefordert und ich habe diese Herausforderung angenommen. Leider waren die Akkus des Rasenmähers dieser Aufgabe nicht gewachsen. Auf halber Strecke haben sie schlapp gemacht.

Also beförderte ich sie in die Ladestation und wandte mich dem Sojourn zu: Mit der neulich eingefädelten Reepschnur war ich nicht recht zufrieden. Ich habe sie heute mit 5mm-Polypropylenseil ersetzt. Die ist schwimmfähig, füllt die 48(!) Löcher, die ich ins Boot gebohrt habe, vollständig und hat gefühlt mehr Stabilität als die dünnen Polyamid-Schnüre.


Einziger Nachteil der neuen Schnur: die orange Farbe hat einen leichten Neon-Touch. Das gibt Rolf eine Steilvorlage über dessen neongrünes Bootsseil ich fortdauernd gelästert habe.

Als ich mit dem Einfädeln fertig war habe ich mich wieder dem Rasenmähen zugewandt. Ich bin genau zwei Bahnen weit gekommen. Nach einer Dreiviertelstunde Akkulade kann man offenbar nicht mehr erwarten.

Mittagsrunde

Bevor dieser Bericht den Urlaubsvorbereitungen zum Opfer fällt will ich eben ein paar Bilder einstellen und mir einen Text dazu einfallen lassen: Sonntag trafen wir uns um 9:00 Uhr am Bootshaus und brachen an die Nagold auf.


Wie üblich ging es beschaulich los. Der Fluss fließt durch ein Waldtal, links begleitet ihn die Straße. Das eine oder andere Motorrad auf ihr nervt gewaltig.


Die ersten harmlosen Surfwellen kamen und das üblich Warte- und Balancespiel setzte ein. Jede und jeder durfte mal in die Welle. Manch einem gelang es besser als anderen, aber alle hatten Spaß dran und der Welle tuts ja nicht weh, wenn darin jemand surft.


Irgendwann erreichten wir den etwas komplexeren Schwall oberhalb von Bad-Liebenzell, in dem einige Kehrwasser angefahren werden können.


Wir ließen uns erstmal nieder für eine kleine Mittagsrast und sahen dem unermüdlichen Klemens zu, der sein Boot immer wieder hoch schleppte um den Schwall und all seine Kehrwasser angemessen zu würdigen.
Ich schloss mich nach abgeschlossener Mittagspause an und ließ mich dabei von Klemens ablichten. Mir gelang eine so vorbildhafte Abfahrt, dass ich gerne auf die Dokumentation der zweiten - weniger gelungenen - verzichtete.


Wir paddelten weiter durch Bad-Liebenzell. Diesmal gabs kein Eis wie beim letzten Mal.


Dafür hatten wir diesmal das Auto direkt in Monbachtal geparkt, so dass wir die Floßgasse durchfahren und in der darunter befindlichen Welle zum Abschluss noch ein wenig surfen konnten. Heute war sie freundlich und entließ müde Paddler bereitwillig.

Wir verluden die Boote und wandten und dem Café in Monbachtal zu, wo es - wie üblich - vortrefflichen Kuchen gab. Den verschlangen wir begierig, tranken Kaffee und plauderten angeregt. Dann wurde das zweite Auto geholt und es ging zurück nach Tübingen.