Montag, 12. April 2010

Gumpenrieder Schwall

Am Donnerstag wollte ich ja am Vormittag zu meinen Mitstreitern stoßen, die bereits auf dem Campingplatz Schnitzmühle am Schwarzen Regen campierten. Ich entschied mich dafür schon am Mittwochabend zu fahren und war gute vier Stunden (meine komplette Dixie Chicks CD-Sammlung lang) unterwegs. Ich kam für die eine Nacht bei Rolf und Anton im Zelt unter und bekam am anderen Morgen ein vortreffliches Frühstück mit Latte Macchiato serviert bevor ich mein Zelt aufbaute und einrichtete.
Schon am Vorabend hatten wir – in Klemens’ Zelt zusammen sitzend entschieden, dass wir am Donnerstag die kurze Strecke von Gumpenried zum Campingplatz paddeln wollten. Sie beinhaltet den „Gumpenrieder Schwall“, der mir bei meinem ersten Wildwasserkurs enorm einschüchternd erschienen war.
Vorher wollten wir ihn uns aber anschauen. Deshalb parkten wir – nach dem üppigen Frühstück – die Autos beim Wehr Gumpenried und wanderten am rechten Flussufer entlang Richtung Schwall. Nach 300 Metern mussten wir einen kleinen Bach überqueren, was uns mit Hilfe eines umgestürzten Baums auch gelang (die Eigentümer kostspieliger Fotoausrüstung hatten dabei etwas mehr Stress als die Kinder, die forsch drüber huschten). Der Schwall selbst hat nicht viel von seinem beeindruckenden Charakter verloren. Er bietet rechts und links allerhand Kehrwässer der leichten bis „knackigen“ Sorte und in der Mitte einen Stromzug dessen Wellen leicht mal in den Einmeterbereich gehen.
Zurück am Campingplatz nahmen wir einen kleinen Mittagsimbiss zu uns und zogen gleich Paddelklamotten an. Dann fuhren wir wieder ans Wehr bei Gumpenried und setzten die Boote ein. Rolf, Anton und ich nahmen den Swift Yukon, der für diese Wasserbedingungen gemacht zu sein scheint, Anita und Lisa paddelten Kajaks und Klemens durfte im Wildwassersoloboot paddeln.
Die ersten 500 Meter sind freundliches Flachwasser, das allmählich Gefälle bekommt und mehrere nette Felsen mit darunter liegenden Kehrwässern aufweist. Dann kommt ein kleiner Vorgeschmack auf den Schwall – eine etwas steilere Gefällestrecke und dann noch ein großer Pool vor dem eigentlichen Schwall. Vor dem legten wir rechts an, begutachteten ihn erneut, legten uns eine Route zurecht und postierten Klemens mit Fotoapparat und Wurfsack an dessen Ende. Dann fuhren Rolf, Anton und ich zuerst geradewegs durch die hohen Wellen mitten im Stromzug hinunter. Anton hatte seinen Platz hinter mir und hielt sich am vorderen Thwart fest. Dadurch wurde das Boot reichlich buglastig, was für wiederholte Aufnahme nicht unerheblicher Mengen Wassers beim Einstechen in die Wellen führte (Klemens hat Bilder gemacht, die ich später einstellen werde – darauf ist zu erkennen, dass wir ganz schön abtauchen). Als wir unten ankamen war das Boot locker 50kg schwerer als vorher. Aber der Yukon kommt mit dem Mehrgewicht und den beweglichen Wassermassen gut zurecht, so das wir zu keinem Zeitpunkt ein unsicheres Gefühl hatten. Wir legten rechts an und währenddessen paddelten schon Anita und Lisa den Schwall hinab (mir wäre ja lieber gewesen, sie hätten gewartet bis wir mit den Wurfsäcken bereit gestanden wären). Sie kamen ebenfalls gut hinunter und so konnte zuletzt Klemens zu seinem Boot sprinten und hinunter sausen. Ich habe Bilder gemacht, deren Aussagekraft etwas zu wünschen übrig lässt weil mein Teleobjektiv nicht besonders leistungsstark ist.


Die anschließenden vier/fünf Kilometer sind anfangs noch ein wenig bewegt, anschließend aber reines Flachwasser durch eine nette Landschaft und vorbei an einem GFK-Wrack. Nach zweieinhalb Stunden waren wir wieder am Campingplatz, zogen uns um, duschten und holten mit dem dort gebliebenen Auto die anderen Autos aus Gumpenried zurück. Rolf und Klemens gingen noch einkaufen und am Abend gab es dann Sahnegeschnetzeltes aus dem Dutch-Oven (mit dem ich immer noch übe), Reis und einen vortrefflichen Salat, den Rolf zubereitete. Da der Himmel klar war hatten wir tagsüber äußerst angenehme Temperaturen, bei Einbruch der Dämmerung wurde es aber schnell kalt. Deshalb gingen wir – nachdem wir noch ein Weilchen bei Klemens im Zelt gesessen hatten – früh ins Bett.

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