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Montag, 24. Mai 2010

Erster Test

Der erste Test der selbst gehobelten Polingstange ist überwiegend positiv verlaufen. Vielleicht mit der kleinen Ausnahme, dass ich an einer Stelle im Boot ausgerutscht und etwas unsanft ins Heck gestürzt bin was mir bisher noch nie passiert ist (Vielleicht weil ich das mit einer handlicheren Stange abfangen kann?). Ich habs auf die rutschigen Schuhe geschoben...
Gleich zu Anfang meiner kleinen Abendrunde traf ich René, der in seinem famosen Wood/Canvas-Canadier unterwegs war. Er begleitete mich Neckaraufwärts zur Rampe, wo ich die Polingstange erstmalig in Gebrauch nahm. Sie ist schwer aber nicht unhandlich. Da sie überdies etwas kürzer ist als mein anderen Stangen kann ich damit nicht ganz so sportlich zugange sein wie mit der Alu- oder der Karbonstange. Aber dafür ist sie ja auch nicht gedacht. Eigentlich hätte ich sie im Prospector erproben sollen. Denn dafür scheint sie mir noch am geeignetsten. In dem langen Boot kriege ich sie auch besser verstaut. Im Soloboot ragt sie seitlich heraus und behindert mich bei übergriffenen Paddelschlägen.

Samstag, 17. April 2010

Einölen

Die Holzstakstange, an der ich zuletzt im Januar geschliffen habe, wurde heute endlich - das schöne Wetter nutzend - eingeölt. Zu dem Zweck habe ich Leinölfirnis und Terpentin (50:50) in der Mikrowelle warm gemacht und dann die auf der Heizung erwärmte Stange im kreativen Chaos unseres Gartens wieder und wieder (alle 20 Minuten) mit dem Leinöl/Terpentin-Gemisch eingestrichen. Ich habe das Einstreichen ungefähr sechs Mal wiederholt und jetzt abschließend das überschüssige Öl mit Küchenpapier wegpoliert. Jetzt darf die Stange auf der Sonnenseite des Hauses eine Woche oder 14 Tage lang durchtrocknen bevor ich dann nochmal - mit einem Lappen eine abschließende Leinölschicht auftrage.

Samstag, 16. Januar 2010

Schleifarbeiten

Die unterbrochene Arbeit an der hölzernen Polingstange geht weiter. Ich habe nun doch das obere Ende zum Messingring hin die Stange rund ausgehobelt (Durchmesser 3,5cm), das untere Ende zum Schuh hin jedoch achteckig gelassen. Eine Funktion hat das nicht aber damit wird erkennbar, dass das keine gekaufte runde Vorhangstange sondern eine handwerklich gefertigte Polingstange ist. Das mag eitel erscheinen, ist es wahrscheinlich auch. Auch dass ich mein heute eingetroffenes neues Lieblingswerkzeug mit aufs Bild gebracht und gleich mal an einem Holzklotz erprobt habe ist ein Akt der Eitelkeit denn das hat nun herzlich wenig mit dem Paddeln zu tun und wird - wenn ich mich nicht zum Naturkünstler aufschwinge - nicht einmal in die Ausrüstungskiste kommen. Mit dem Dechsel von Svante Djarv, den ich über Ray Mears Online Shop erworben habe, habe ich mir einen mindestens zwanzig Jahre alten Wunsch erfüllt.







So einen habe ich nämlich - als ich 1989 in Schweden gelebt habe - öfter benutzt und war stets begeistert von der Effizienz dieses Werkzeugs. Dass ausgehöhlte Hölzer selten benötigt werden (es sei denn man produziert Einbäume - was das Werkzeug dann doch als genuin Kanuspezifisch einordnen würde) finde ich nachrangig.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Ring verkeilen









Heute abend war ich wegen einer anderen Sache erfolglos im Baumarkt (ich gebe nicht auf Jürgen!), habe aber für die sehr allmählich im Entstehen befindliche Stakstange (Schritte 1, 2, 3, 4) einen Messingring aus der Sanitärabteilung mitgebracht, den ich eben noch am oberen Ende fest verkeilt habe. Wenn ich dazu komme werde ich das Ende morgen abend absägen und schleifen, den unteren Wulst des Messingrings wegfeilen und am Wochenende die Stange einölen - parallel zu dem dann sicher doch schon angefangenen nächsten Projekt.









Nachtrag: Ich habe doch nicht erst bis zum Abend gewartet sondern gleich am Morgen vor der Arbeit losgelegt. Bin richtig zufrieden mit dem Zwischenergebnis. Mir ist aber auch klar geworden wie weich und leicht zu bearbeiten Messing ist. Gut, dass der Schuh aus Bronze ist.

Freitag, 4. Dezember 2009

Schuh angezogen

Jetzt habe ich endlich - nach Abschluss des Bulkhead-Projekts - mit der Polingstange weiter gemacht. Die Schnitzarbeiten zum Anpassen des Pole-Shoes habe ich gestern noch abgeschlossen und heute - nach intensiver Leinölbehandlung des Holzes - den Schuh mit ein/zwei beherzten Hammerschlägen auf den Pole geklopft. Passt. Spielfrei. Bin sehr zufrieden damit, wie sich das anfühlt.Vorläufig habe ich nur das vordere Ende der Stange eingeölt aber selbst das sollte mich nicht vor Modifikationen zurückhalten - eingeöltes Holz kann ja völlig problemlos weiter bearbeitet werden was für lackiertes Holz nicht gilt. Ich bin mir noch nicht recht klar ob ich die Stange nicht doch noch am oberen Ende rundhobeln und -schleifen sollte. Jedenfalls will ich am oberen Ende noch einen kleinen Messingring bzw. ein abgeschnittenes Stück Messingrohr aufsetzen damit ich damit - im Ausnahmefall - ebenfalls auf dem Flussgrund staken kann ohne die Stange zu zerfasern (Nachtrag: ist gemacht). Ich bin es nun mal gewohnt meine Stakstangen beidseitig zu benutzen. Und in der Strömung ist es gelegentlich einfach erforderlich schnell einen Impuls auf der Gegenseite geben zu können.

Montag, 16. November 2009

Hobeltraining - 3

Nachdem ich die Stakstange ausgehobelt hatte (hier und da) habe ich angefangen sie zu schleifen - zunächst mit dem Bandschleifer, später von Hand. Heute habe ich den Poling-Shoe angepasst. Zunächst habe ich den Ansatz eingesägt und dann mit dem Schnitzmesser eine grobe Spitze erzeugt - ich war experimentierfreudig weil die Stange noch viel zu lang ist. Es ist reiner Zufall, dass der Schuh jetzt schon weitestgehend spielfrei passt. Ich schraube ihn aber noch nicht fest denn ich will noch so lange daran arbeiten bis ich ganz gewiss bin, dass er kein Spiel mehr hat. Dafür muss erneut ein Ring eingesägt werden, die Spitze gekappt und der Winkel der Verjüngung dem Innenraum des Schuhs immer weiter angepasst werden (dabei hilft, dass dieser Innenraum das Holz da, wo Reibung entsteht, dunkel färbt - diese dunklen Stellen schnitze ich vorsichtig weg).
Dann muss ich die Stange noch ein Weilchen schleifen und dann muss sie noch gründlich an einem Wochenende, an dem ich Zeit habe alle 20 Minuten in die Werkstatt zu gehen, eingeölt werden. Erst dann befestige ich den Schuh endgültig mit zwei Schrauben und einem vorn an der Spitze eingefügten Keil an der Stange.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Hobeltraining - 2

Bevor ich mich für eine Woche zum wirklichen Training in der Sportschule in Albstadt verabschiede wollte ich noch die Hobelarbeiten an der Polingstange abschließen. Das am Wochenende fertig gestellte Ende war noch viel zu dick für den Poling-Shoe deshalb habe ich jetzt bein anderen Ende mutiger zugehobelt. Ich habe einfach von jeder Kante aus immer 1,4 cm-Striche in regelmäßigen Abständen angezeichnet und nach Augenmaß im passenden Winkel herunter gehobelt. Jetzt passts. An dem Ende. Sinnvoller wäre es, den Schuh am stärkeren Ende zu befestigen. Oder ich hobele das auch noch auf das passende Maß herunter. Gleichzeitig finde ich eine sich verjüngende Stange cooler. Ich muss sie wohl auch mal in die Hand nehmen und ein wenig damit herumhantieren - dann komme ich womöglich schnell zu der Erkenntnis, dass sie schlanker und leichter werden muss. Dadurch wird sie dann aber auch bruchgefährdeter. Mal sehen, was ich letztendlich in der übernächsten Woche daraus mache.









Morgen kann ich nicht weiter arbeiten, da gehe ich gegen 17:00 zum inoffiziellen Ferientraining auf den Neckar, übermorgen fahre ich nach Germersheim um mich mit den südwestdeutschen Canadier-Forumsleuten zu treffen und Sonntag packe ich meine Sportsachen für den Übungsleiterkurs zusammen.

Montag, 26. Oktober 2009

Hobeltraining - 1

Im Juni habe ich ja von Jörg - may your voicemail boy - Wagner einen Poling Shoe gekauft für den ich schon seit langem eine zugehörige Stange zurecht hobeln wollte. Lange lag das schmucke Teil ungenutz hier herum - vermutlich auch weil es mich stets an den Zank mit Jörg im Juli erinnerte. Daran gemahnt er mich zwar fortwährend aber jetzt habe ich mich endlich entschieden mit frisch geschärften Hobeleisen (mit einer diesbezüglichen Bemerkung wurde unser Zank mal angeheizt) die erforderliche Stange zurecht zu hobeln.

Nachdem ich vor einiger Zeit vergeblich bei der örtlichen Zimmerei nach einem geeigneten Rundholz gesucht habe (sie fertigen auch Stocherstangen für die Tübinger Stocherkähne und ich hätte ihnen beinahe ihre Maßstange, die erstaunlicherweise einen richtigen Stakfuß hat, abgeschwatzt) habe ich mich nun entschieden zwei ausgesuchte Fichten-Dachlatten mit möglichst wenig Ästen und enger Maserung zusammen zu leimen und achteckig zurecht zu hobeln. Das ist gar nicht so einfach und ich habe heute - unterbrochen von manch anderen Verpflichtungen und Vergnügungen - damit begonnen.

Weil ich auf meiner Werkbank immer nur die Hälfte bis zwei Drittel der (noch) vier Meter langen Stange bearbeiten kann habe ich zunächst die eine Seite des zusammen geleimt immer noch viel zu rechteckigen Dachlattenpaars zurecht gehobelt. Dann habe ich die Stange durch das Werkstattfenster hinaus gefädelt und umgedreht wieder in die Werkstatt befördert. In einer Ecke liegt jetzt schon ein gewaltiger Hobelspäneberg. Diese Arbeit ist mühsam und ich merke, dass ich eine schlechte Kondition habe. Um so wichtiger ist es wohl so eine Form von Training zu betreiben. Die kommenden Tage gehts weiter...