Montag, 16. April 2007

28. Neckar ab Oferdingen

Roland rief Samstagmorgen an: Beim inoffiziellen Freitagtraining des Paddelklubs sei die Idee entstanden den Neckar ab Oferdingen hinabzupaddeln. Also trafen wir uns um 10:00 Uhr am Bootshaus, beluden den Vereinsanhänger und fuhren schließlich irgendwann kurz vor 11:00 die paar Kilometer nach Oferdingen. Bis die Autos versetzt waren und sich alle wieder einfanden war es schließlich 12:00. Gruppenreisen!
Wir hatten mutig beschlossen ca. 15km zu paddeln und die Autos warteten in Neckarhausen auf uns.
Die ersten drei Kilometer erforderten allerdings bereits über eine Stunde - sie erwiesen sich auch im nachhinein als die abwechslungsreichsten. Es gab allerhand Kehrwasser und Spielstellen in denen eifrig experimentiert wurde. Insbesondere ein mitten im Fluß liegender riesiger Findling hielt uns lange Zeit auf. An ihm und um ihn herum wurde allerhand ausprobiert.
Eine Mittagspause an einer schönen Flusskehre mit Kiesstrand bescherte uns den Besuch von Hans und Birgit, die von Doris per Handy herbeigerufen worden waren. Sie brachten Senf fürs Grillgut mit.
Auch im späteren Flussverlauf kam die eine oder andere Stelle, an der die Kajaker und WW-CandierfahrerInnen reichlich Spaß hatten, was das Fortkommen jedoch leichtgradig aufhielt und die Kondition anknabberte. Ganz besonders die Einmündung der Erms bei Neckartenzlingen bot eine Surfwelle, die eifrig "beritten" wurde.
Ich hielt mich ein wenig zurück bei all dem Treiben weil ich schon bei den allerersten Kehrwasserschwüngen den einen oder anderen Liter Wasser über den Süllrand bekommen hatte. Diskret leerte ich das Boot am Ufer aus um dann gleich darauf das Boot der gekenterten Maja in Schlepptau zu nehmen - ihr Kajak war richtig vollgelaufen. Ich vergnügte mich in "sicheren Kehrwassern" und knipste Fotos (Flickr).
Gegen Ende der Tour und nach zahlreichen Umtragungen um absolut Bootsfeindliche Wehranlagen kamen noch einige "lange Strecken" bis wir schließlich gegen 19:30 Uhr die Autos erreichten. Es ging zurück zum Bootshaus, wo die Boote eingelagert wurden und wir stärkten uns im benachbarten Lokal mit Apfelsaftschorle und schweizer Wurstsalat.

Samstag, 14. April 2007

27. Familienpaddeln auf der Donau

Heute haben wir einen Familienausflug nach Sigmaringen unternommen. Ole wollte schon seit langem die Waffenkammer des dortigen Schlosses inspizieren, was wir ihm im Rahmen einer allgemeinen Führung ermöglicht haben. Ebenfalls ermöglicht - aber in Wirklichkeit mal wieder gegen heftigeren Widerstand aufgezwungen - wurde den Kindern eine Paddeltour von Sigmaringen nach Scheer. Bereits am Donnerstag habe ich mir einen "Befahrungsschein" per Fax zusenden lassen, für den ich Montag noch volle drei EURO bezahlen muss. Er berechtigte uns zu einer Fahrt vom Bootshaus in Sigmaringen nach Scheer. Da wir keine Ahnung haben wo das Bootshaus ist haben wir - wahrscheinlich illegal - unter der Donaubrücke beim Bahnhof eingesetzt und sind die einigermaßen gut Wasser führende Donau hinuntergepaddelt. Die Kinder quengelnd, Ruth tapfer das Paddel schwingend und ich im Hintergrund lenkend. War ein wenig anstrengend. Die erste Umtragung bei Sigmaringendorf bot Abwechslung und der Flussgrund wurde unter Einbringung zahlreicher Steinchen und Steine um einige Zentimeter gehoben. Die nächste Umtragung bei Scheer (oberes Wehr bei der alten Papierfabrik) bot noch mehr Abwechslung.

Ein Frosch, brütende Schwäne (aus der Distanz), viel Kraut und fließende Rinnsale, die zum Bau von Staudämmen anregten. Noah hat gleich mal wieder einen neuen Blogg zu diesem Thema angelegt - mal sehen, ob er ihn weiterführt.
Am zweiten Wehr in Scheer wurde das Boot schließlich aus dem Wasser geholt und ich trampte zurück nach Sigmaringen, um das Auto zurück zu holen. Trampen scheint letzthin etwas aus der Mode gekommen zu sein. Ich benötigte für die 8km zwei Lifts und volle 50 Minuten. Weniger vom Paddeln als vom Daumen-in-die-Luft-halten habe ich jetzt einen leichten Sonnenbrand auf dem rechten Arm. Wenn wir morgen auf dem Neckar paddeln, muss ich mich richtig gut eincremen.
Weitere Bilder von dieser Tour

Donnerstag, 12. April 2007

26. Paddeln mit Uwe

Heute abend habe ich mit Freund und Nachbar Uwe eine kleine Paddelrunde um die Neckarinsel unternommen. Ich hatte die Kotztüte ohnehin schon auf dem Auto (u.a. weil wir Samstag eine Familienpaddeltour auf der Donau unternehmen wollen) und wir haben den Neckar von unten her "aufgerollt". Das ist insofern angenehmer als man dann, wenn man ein wenig ermattet ist (Uwe kränkelt und hustet schlimm) einfach umdrehen und sich abwärts treiben lassen kann. Wir sind trotzdem ganz um die Neckarinsel gepaddelt und haben anschließend am neu eröffneten Casino angelegt und gemeinsam je ein Gläschen getrunken.

Das Casino ist die Kneipe, die ich bei meiner für September geplanten Poling-Convention als potentielle Lokalität für die Mittagspause ausgewählt habe. Drum, habe ich ein paar Bilder gemacht. Die werde ich zum Anpreisen dieses Events einsetzen.
Auf dem Luftbild befindet es sich noch in Bau. Aber man erkennt, dass es genau bei der Einmündung der Steinlach liegt und einen großen Boots- und Stocherkahnanleger hat.

Das neue Carbon-Paddel habe ich bei dieser Gelegenheit ausprobiert und festgestellt, dass ich das besser mal alleine mache. Es ist - meine ich - etwas zu lang. Kürzen geht ja immer. Aber wenn ich zuviel wegschneide ist das richtig blöd. Ich muss also noch ein wenig damit experimentieren. Es ist tatsächlich nicht 100% symmetrisch sondern hat eine einigermaßen klar definierte "Arbeitsseite". Ich weiß noch nicht so recht, wie ich damit zurechtkomme. Wenn ich es gleich kürze werde ich es möglicherweise nicht mehr gut los, wenn ich mich dagegen entscheide. Eine kleine Zwickmühle...

Mittwoch, 11. April 2007

25. Erstaunliche Farben

Heute bin ich mal wieder in der Mittagspause (und die Tatsache ausnützend, dass alle Familienmitglieder außer dem armen Hund außer Haus sind) den Neckar hinaufgepaddelt um erneut Bilder der Niedrigwasserstrecken zu machen. Dies zur Vorbereitung des Poling-Treffens. Das Wasser ist gegenwärtig wunderbar klar und man erkennt, dass es da oben doch reichlich seicht ist. Für jedes Paddel ist das eine Tortur, für den Poling-Stab ideal.
Dabei hat das Handy erstaunlich unterschiedliche Farben produziert - Ich komme nicht recht dahinter, woran es liegt, dass die Aufnahmen mal richtig gut und dann wieder total Bonbonfarben werden. Künftig muss ich wohl doch die gute Digitalkamera, die mir mein Bruder überlassen hat, mitnehmen.

Gerade mein Lieblingsmotiv, das Boot - lässig auf den Uferrand geschoben - erscheint extrem "sonnendurchflutet" (ganz zu schweigen von dem lilafarbenen Wasser und den blauschimmrigen Zweigen im Hintergrund).
Heute kam das Carbon-Paddel. Darüber berichte ich, wenn ich es mal ausprobiert habe.

Dienstag, 10. April 2007

24. Bootspflege

Heute habe ich sturmfreie Bude weil die Kernfamilie zur Oma gefahren ist. Prompt habe ich in der Mittagspause das Boot vom Bootshaus zum unteren Wehr gepaddelt, es daselbst auf den Bootswagen gewuchtet und nach Hause geschoben. Man 'macht sich zwar zum Affen' wenn man sein Boot durch die Stadt schiebt aber das lässt sich eben nicht vermeiden.

Nun liegt das Boot im Wohnzimmer, duftet nach Leinöl (habe die Süllränder leicht angeschliffen und mit Öl aufgefrischt). Røskva bewacht es schon hoffnungsfroh aber da ich das Fahrrad beim Bootshaus gelassen habe und sie ohnehin etwas humpelt muss sie nachher leider zuhause bleiben, wenn ich das Boot wieder neckaraufwärts befördere. Na zum Ausgleich werde ich gleich einen kleinen Spaziergang mit ihr machen obwohl ich noch so viel zu tun hätte...

Montag, 9. April 2007

23. Travelling Upstream

Heute morgen habe ich - um das Familienrudel nicht zu wecken - endlich Ben Bachmans "Upstream. A Voyage on the Connecticut River" zuende gelesen. Er beschreibt darin zahlreiche Kanufahrten, die er flussaufwärts auf dem Connecticut River unternommen hat. Dabei geht es in der Regel um die am Rande liegenden Orte, einmündende Zuflüsse, Mühlen, Kraftwerke und Eisenbahnbrücken (was mich nicht so dringlich interessiert weil ich vermutlich eh nie in die Gegend komme). Aber es geht eben auch um eine Etappenreise flussaufwärts auf diesem Strom in Neuengland bis hinauf zur kanadischen Grenze. Dabei benutzt er zeitweilig einen Motor an seinem Kanu, er betreibt Poling und paddelt - mal alleine, mal zu zweit.

Was Ben Bachman kann kann ich auch dachte ich mir und da die für heute eigentlich geplante Kanutour mit Margrit wegen Krankheit ausfiel (Gute Besserung!) entschloss ich mich von Rottenburg aus den Neckar aufwärts anzugehen.
Gegenüber vom Rottenburger Freibad (oberhalb des Wehrs, an dessen Stelle noch vor 15/20 Jahren so wunderbare Stromschnellen waren, dass wir sie mit dem alten GfK-Canadier meines Bruders wieder und wieder gefahren sind) setzte ich das Boot ins Wasser, erwehrte mich (durch hartnäckiges Ignorieren) eines aggressiven Schwans (der seine brütende Schwanenfrau verteidigte, wie ich auf der Rückfahrt erst erkannte) und paddelte auf dem breiten ruhigen Fluss stromauf. Ich hatte die Stakstange dabei und wollte sich auch gebrauchen.

Bis kurz vor dem Wehr bei Bad Niedernau hatte ich jedoch keine Gelegenheit dazu. Der Fluß war zu breit und zu tief. Erst dicht vor dem Wehr wurde er so eng und felsig, dass ich erste zaghafte Versuche machte (Gelbe Linie auf der Karte), dann aber doch frühzeitig umtrug (blaue Linie). Hinter dem Wehr ging es erst einmal relativ ruhig weiter, bis ich an die Eisenbahnbrücke kam. Dort musste ich am Rand raus und das Boot einige Meter treideln weil am Brückenpfeiler erstaunlich viel Treibgut aufgetürmt war, so dass ich dort nicht durch kam.

Oberhalb der Eisenbahnbrücke konnte ich in der Innenkurve dann erstmalig für einige Zeit Poling betreiben - sehr zum Erstaunen der zahlreichen FahrradfahrerInnen am Flussufer (ich hasse es, vor Publikum meine noch reichlich unbeholfenen Poling-Versuche zu unternehmen).

Kurz nach der Brücke bei Obernau machte ich eine Viertelstunde Pause. Ich war bis dahin knapp zwei Stunden bergauf gepaddelt und leichtgradig ermattet. Lange hielt ich mich nicht auf und stocherte mich weiter flussaufwärts.
Nach der Linkskehre (flussaufwärts!) näherte sich der Fluss immer weiter der Bahnlinie und wurde zunehmend reißender. An einer Stelle musste ich erneut an Land um das Boot zu treideln weil ich weder mit Paddeln noch mit Poling weiter kam.

Kurz vor Bieringen bei Flusskilometer 262,5 wendete ich das Boot schließlich nach knapp drei Stunden Fahrt gegen die Strömung und paddelte wieder bergab. Die Rückfahrt dauerte ca. eine Stunde.
Beim Wehr in Bad Niedernau musste ich erneut umtragen wobei mir mal wieder bewusst wurde, dass ich für meine Ausrüstung (zwei Paddel, eine dreiteilige Stakstange und ein Rucksack) irgendeine pfiffige wohl-ausbalancierte Befestigungsmöglichkeit im Heck des Bootes schaffen muss.

Das abnehmbare Tragejoch, das ich mir gebastelt habe, hat sich auf dieser Tour sehr bewährt - ohne Paddel und Stakstange im Heck ist das Boot perfekt ausbalanciert - etwas Hecklastikgkeit finde ich allerdings ganz wünschenswert. Daran arbeite ich noch.

Nächstes Mal werde ich von Bieringen aus losfahren und mich von dort neckaraufwärts - vorbei am Golfplatz in Sulzau - hoch kämpfen. Mal sehen, wann ich dazu mal wieder Gelegenheit habe...

Sonntag, 8. April 2007

22. Paddelkarabiner

Wir waren drei Tage in Köln auf Familienbesuch. Am Samstagnachmittag konnten wir uns zu einem kleinen Konsumausflug in die Innenstadt abseilen. Seit dem habe ich einen "Padelkarabiner" zum sagenhaften Sonderpreis von 7,95 EUR von Globetrotter. Nun hoffe ich, dass ich damit mein Paddel wirklich "sichern" kann. Auch wenn ich vor Monaten eine diesbezügliche Diskussion im Canadier-Forum ausgelöst habe, konnte ich bisher noch keine richtig gute Lösung finden. Morgen werde ich ausprobieren, ob der Karabiner wirklich über den Paddelschaft reicht. Wie ich die drei Einzelteile des Poling-Stabs sichere, ist dann noch eine andere Frage.