Sonntag, 24. Mai 2009

Armada 2: Königseer Ache

Die Entscheidung fiel auf die Königseer Ache, die als vermeintlich einfacher Bach eingestuft wurde. Die Checker machten sich nach dem ausgiebigen Frühstück auf zur Salzach und unsere Karawane durchzog die Voralbenwelt gen Berchtesgaden, wo ich - als Leithammel - dreimal den gigantischen Kreisverkehr umrundete bis alle wieder aufgeschlossen hatten. Ein Riesenspaß, den die irritierten Autofahrer, die irgendwann vor lauter Bootbeladenen kreisenden Autos nicht mehr in den Kreis kamen, erstaunlicherweise nicht teilten. Wir bogen ab zum Königsee.
Dieses Bild stammt von Sabrina, die ihre Bilder in diesem Webalbum abgelegt hat.

An der Königseer Ache angekommen entschied ein Teil der Gruppe doch lieber den unteren Abschnitt der Saalach paddeln zu wollen. Der Einstieg sah aber auch wirklich erst einmal zum Fürchten aus (selbst auf dem Satellitenbild sieht man die Stromschnellen). Ein ca. 15 Meter breiter Strom schwallte bei einem Pegel von ca. 125cm in hohen unregelmäßigen Wellen über diverse Blöcke hinweg ins Tal und mir war Angst und Bange. Aber angesichts der zahlreichen kompetenten Retter um mich herum entschied ich mich für das Wagnis.

Nach Umsetzen der Autos gings los. Das Wasser tobte um meinen kleinen Phantom herum, ich fuhr Berg und Tal, kam um die großen Blöcke herum und fing an richtig Spaß zu haben. Der Strom floss ohne erkennbare Kehrwasser (jedenfalls für mich) abwärts und erst nach einigen hundert Metern kam ich an einer kleinen Bucht mit Sandstrand zur Ruhe. Ich war schon mal völlig ausgepumpt. Plötzlich schwamm Rainer an mir vorbei, dem sein Paddel aus der Hand geglitten war. Er musste sich diesmal gar nicht - wie sonst immer - selbst retten sondern wurde von einigen anderen in Booten in die Bucht geschoben. Weiter gings. Jetzt war ich dran: ich geriet zu sehr in die Außenkurve, kam unter das Gestrüpp, neigte das Boot lehrbuchgemäß zum Hindernis, das gab nach, der Wasserdruck tat das nicht, das Boot schlug um. Ich schwamm gefühlte 500 Meter vorbei an der verdutzten Sabrina, die Bilder machte (nur nicht vom schwimmenden Axel) und rettete mich in ein linkes Kehrwasser. Wieso war da eigentlich niemand, der mich - wie Rainer - an Land bugsierte? Ich hatte mich wohl wieder etwas zu weit vom Rudel abgesondert. Nun ja, nach einer kleinen Pause gings weiter zusammen mit zwei gelben Detonatoren, die mit mir die Leitgruppe bildeten, ab da immer schön auf der Chicken-Line in der Innenkurve. Der Bach hatte ja genug Wasser dafür. Eine Brücke durchfuhren wir - mehr mit Glück als Überlegung - unter dem einzig fahrbaren (für mich) zweiten Bogen und am ersten Wehr hinter Bergdesgaden umtrugen wir schon einmal rechts und machten auf einem Bänkchen eine Müsli-Riegel-Pause. Irgendwann kam auch das restliche Rudel. Die Boote wurden umtragen, eine kurze Pause gemacht und weiter gings zum Wehr Nummer 2. Der Fluss floss nun gerader aber immer noch druckvoll und häufig mit deftigen Wellen, die abzureiten enorm viel Spass machte. Wenns mir zu flott ging fand ich selten ein Kehrwasser, durchfuhr aber das eine oder andere kleinere Loch, was meinem kurzen Boot stets einige Geschwindigkeit nahm. Einmal schlug das Heck bei so einer Gelegenheit ziemlich heftig auf einen Felsen auf - einen Schaden konnte ich nachher aber nicht feststellen.


Am nächsten Wehr umtrugen wir links, Falk machte das Gruppenfoto (oben) und dann gings weiter zum Wehr No.3, das wir rechts umtrugen - der Ausstieg war so knapp vor dem Wehr, dass Falk sich zum Sichern ins Wasser stellte und jedes Boot vorsorglich von helfenden Händen an Land gezogen wurde. Der letzte Abschnitt bis zur Aussetzstelle war dann wenig aufregend.









Auf dem Rückweg machten wir noch in einem Biergarten Halt in dem wir - sehr zur Verzweiflung der Bedienung, die aufgrund der häufigen Gewitter schon mehrfach die Tische ab- und neu gedeckt hatte - im Freien allerlei Kaffee und Kuchen zu uns nahmen. Hier stießen dann auch einige der Gruppe zu uns, die sich die untere Saalach vorgenommen hatte.

Zurück im Camp wurde erst einmal geduscht. Rainer und Marion luden mich schon wieder zum Essen ein - es gab leckeres Chilli-con-Carne. Ich trollte mich wieder zeitig in mein komfortables Zelt (nachdem ich etwas von Entenlochklamm und erneut Au-Unken wie am ersten Tag munkeln gehört hatte) und schlief ob dieser Aussichten dem ganzen Trubel um mich herum zum Trotz zeitig ein.

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