Montag, 29. Juni 2009

Fortsetzung: Bregi Tag 1

Bei prasselndem Regen entschieden wir uns am anderen Morgen für ein Frühstück im Zelt. Lutz fuhr dann trotz Regen los um ein Auto an der Aussetzstelle zu deponieren. Er wollte mit dem Mountainbike über den alten Bahndamm zurückkommen, was aber aufgrund einer frühen Reifenpanne zu einer nassen Joggingeinlage für ihn wurde. Zwischenzeitlich trafen Klemens, Anita und Lisa mit dem Anhänger voller Boote ein. Wir luden ab und versetzten flugs die übrigen Autos nebst Hänger. Wie wir zurückkamen fehlten fortwährende Roland, Uli und Sabine. Die trafen dann aber bald ein und mussten sich – kaum dass sie da waren – unter dem Tarp bei prasselndem Regen in ihre Paddelklamotten zwängen.
Erst einmal in den Neoprenanzügen konnte uns der Regen nicht mehr viel anhaben (mit schon gar nicht in meinem luxuriösen Trockenanzug). Wir sammelten uns auf der Kiesbank beim Campingplatz, sahen dem Luftboot-„Bootcamp“ bei seinen Aufwärmübungen zu (von der Brücke in den Fluss springen, und an Land schwimmen bzw. sich mit dem Wurfsack an Land ziehen lassen).
Wir starteten bei flotter Strömung und schlossen erste Bekanntschaft mit Wellen und Kehrwassern. Der Regen ließ allmählich nach. Allerhand andere Paddlerinnen und Paddler waren ebenfalls dem Wetter zum Trotz unterwegs und es kam – auch aufgrund der heftigen Strömung - zu häufigen Kenterungen. Wir hatten Gelegenheit einige Leute (fremde und wohl bekannte) aus dem Wasser zu ziehen und ich konnte mit einem treffsicheren Wurfsackwurf brillieren und meinen am Murnersee in dieser Disziplin gewonnenen Preis erneut rechtfertigen.





Nach einer noch recht entspannten Mittagspause auf einer Kiesbank fing es wieder an heftiger zu regnen. Bis zur Ankunft am Wehr Kennelbach machten uns Regen, Wind Wellen und die sich gelegentlich recht unvermittelnt bildenden Pilze doch ein wenig zu schaffen – sie trübten das Vergnügen erheblich. Auch das Aussetzen kurz vor dem Wehr erwies sich als etwas knifflig. Die meisten waren am Pegelhäuschen zurückgeblieben während. Lutz und ich die Aussatzstelle erkundeten. Ein Pfiff sollte signalisieren, dass der Rest nach und nach nachkommen konnte. Allein der Pfiff verhallte ungehört (nur der Luftboot-Guide hörte ihn und rügte uns: die Pfeife sei alpinen Notsignalen vorbehalten – seine Gruppe sei verpflichtet bei Pfiffen bis zur Entwarnung am Ufer zu verharren). Ich joggte schließlich hinauf zum Pegelhäuschen und die meisten entschieden dann schon dort auszusetzen und die Boote zu tragen. Damit verlängerte sich die ohnehin entsetzlich lange Tragestrecke von der Aussetzstelle zum Parkplatz um 2/300 Meter.
Inzwischen schien die Sonne wieder, wir zogen uns um, luden Boote und Menschen auf und in Autos und machten uns auf den Rückweg (Roland und Uli brachten Sabine zum Bahnhof, die leider nur heute dabei sein konnte). Den Rückweg unterbrachen wir kurz bei einem Supermarkt um Grillkohle und –fleisch zu erwerben, die dann am Abend in und auf meiner vortrefflichen (mit dem Zelt zusammen erworbenen und nun erstmals eingesetzten) Feuerkiste ihrem Zweck zugeführt wurden. Vorher noch wurde geduscht und ein kleiner Spaziergang flussauf gemacht. Dabei mussten wir feststellen, dass der Fluss inzwischen so viel Wasser bekommen hatte, dass von der Kiesbank am Zeltplatz nichts mehr zu sehen war.
Auch die nette kleine Übungswelle, die ich noch am Abend vorher angesehen hatte, hatte sich zu einer gewaltigen stehenden Welle gemausert, hinter der sich – an den beiden flankierenden Felsen sporadisch mächtige Pilze bildeten.
Ich ging nach einem netten Grillabend im Freien – es hatte jetzt aufgehört zu regnen – gegen 22:00 Uhr ermattet in mein Zelt und überlegte noch beim Einschlafen, wie ich mich wohl möglichst würdig aus der Affäre ziehen könnte, wenn morgen immer noch so viel Wasser den Fluss herunterströmen sollte...

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