Samstag, 3. Februar 2024

Sieben Tage, sieben Bilder...

 ...aber tatsächlich "nur" sechs Paddeltouren: Von Samstag bis Samstag war ich sechsmal auf dem Wasser. Es sind die milden Temperaturen und der sinkende Pegel, nebst meinen überbordenden Überstunden und großzügigen Home-Office-Regelungen, die mir das ermöglichen.


Und dann ist da natürlich noch der immense Nachholbedarf nach ca. acht Wochen sportlicher Untätigkeit. Die macht sich auch wirklich bemerkbar. Mein Trainingsstand ist miserabel und ich komme erschreckend schnell aus der Puste. Das harmoniert nicht mit dem Neckarpegel.
Der sinkt zwar inzwischen, ist aber immer noch so hoch, dass die Trittstufen, über die wir am Anleger in der Regel einsteigen, immer noch überspült sind. Immerhin kommt man inzwischen trockenen Fußes ans Wasser. Die "Füße" sind ein wichtiges Thema: 
Diesmal hängt es nicht mit den Brüchen von vor drei Jahren zusammen sondern damit, dass ich trotz täglicher Gymnastik offenbar so steif bin, dass sie regelmäßig einschlafen oder krampfen. Ich muss sie dann immer unter dem Sitz hervor ziehen und ein Weilchen aufstellen bzw. im Sitzen paddeln, was ich nicht gerne mache. Ich verliere den Bootskontakt wenn ich nicht die Knie auf den Bootsboden legen kann.

Am Stocherkahnanleger mache ich bei Sonne in der Regel eine Pause zum Beineausstrecken. Ich setze mich dann auf eine Bank und schaue über den menschenleeren Fluss. Heute bin ich erstmals einem Standup-Paddler begegnet, der ebenfalls meinte den Fluss nur für sich zu haben.
Ich bin jetzt dazu übergegangen im Boot die Schuhe auszuziehen. Das begünstigt die Blutzirkulation und beugt Krämpfen vor. Trotz einer Wassertemperatur von sechs Grad und einem filigranen Bootsboden bleiben die Füße und Beine unter dem Spraydeck warm. Es ist weniger die Kälte der Luft als der Luftzug, der die Beine beim Paddeln auskühlt. Solange die Temperaturen nicht zweistellig werden bleibt das Spraydeck auf dem Boot. 

Montag, 29. Januar 2024

Trainingsauftakt

Bereits am Samstag war es so mild, dass ich eine kleine Neckarinselrunde paddeln konnte. Der Anleger war weit genug überspült, so dass ich das Boot gut einsetzen konnte. Die Strömung war durchaus beachtlich, aber nicht so stark, dass ich  nicht gegen sie ankommen konnte (ich paddelte vorsorglich zuerst ein Stück flussauf). Dennoch war ich einigermaßen erhitzt als ich nach der Inselrunde das Bootshaus wieder erreichte.


Heute war der Pegel weiter gesunken. Der Anleger war wieder so seicht überflutet, dass ich das Boot nicht trockenen Fußes ins Wasser setzen konnte. Ich zog die Neoprenstiefel an, die ich für diesen Zweck im Bootshaus deponiert habe. Der rechte ist nicht ganz dicht.

Auf der alten Stadtmauer in der Altstadt saßen schon Sonnenanbeter:innen. Ich paddelte bis hinunter zum Stocherkahnanleger, aber meine Lieblingsbank war besetzt. Also versuchte ich es bei der Jugendherberge. Da fand ich einen freien Sitzplatz.

Das Boot hatte ich auf dem verwaisten Stocherkahnanleger abgelegt bis ich es nach hinreichend langem Herumlungern wieder ins Wasser schob und mich auf den Weg zurück zum Bootshaus machte. Ich paddelte gegen meine Gewohnheit den breiteren Neckararm hinauf und hatte erneut - an der Bahnbrücke - mit der Strömung zu kämpfen. Ich gab mir aber keine Mühe die gering strömenden Flussbereiche anzusteuern sondern kämpfte mich stoisch bergauf. 

Ich muss dringend wieder Kondition aufbauen. Die lange Zeit der Untätigkeit macht sich bemerkbar. Hoffentlich habe in den nächsten Wochen häufiger Gelegenheit aufs Wasser zu kommen.

Mittwoch, 24. Januar 2024

Resignation

 

Im November habe ich das schnelle Tourenboot auf Böcken im Bootshaus abgelagert weil es ja mit dem Spray-Deck nicht so einfach kieloben eingelagert werden kann. Vorgestern habe ich es jetzt doch endlich wieder ins Bootsregal verstaut weil in absehbarer Zeit ja doch nicht damit gerechnet werden kann, dass ich damit aufs Wasser komme. Der Neckar hat wieder einen hohen Pegel und der Anleger ist selbst bei moderatem Pegel nicht nutzbar.

Es ist sehr frustrierend, dass es mir nicht gelingt meine Vorsätze zu realisieren. Auch weil es keine Bewegungsalternativen gibt. Bei Glätte steige ich nicht aufs Fahrrad. Selbst zu Fuß wage ich mich kaum aus dem Haus. Im vor drei Jahren (wegen Glätte) gebrochenen Sprunggelenk wuchern Störfaktoren, die seit Wochen das Laufen zu einer schmerzhaften Angelegenheit machen. Lediglich Gymnastik bleibt da übrig. Die betreibe ich zwar täglich, aber auch zunehmend lustlos.


Montag, 1. Januar 2024

Traditionspflege

Ich war etwas wankelmütig ans Bootshaus geradelt weil ich fortwährend gesundheitlich etwas in den Seilen hänge. Die wenigen anwesenden Paddelfreund:innen ließen es mir dann aber doch ratsam erscheinen mein Boot bereit zu machen. Der Pegel am Anleger tat sein übriges: erstmals seit Wochen ist die Stufe nicht knapp überspült. Wir brachen zum jährlichen* "Anpaddeln" auf.

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Die Strömung war immer noch ganz ansehnlich aber nicht so heftig wie letzte Woche. Wir ließen uns bei unerwartet schönem Wetter den Fluß hinunter dümpeln und machten erst auf der Wasserfläche vor dem Stadtwehr ernsthaft von den Paddeln Gebrauch.  
Am Anleger warteten bereits einige Paddelfeund:innen, die keine Lust auf mühsames Strömungspaddeln hatten. Übrig gebliebenes Weihnachtsgebäck machte die Runde und Thermosflaschen wurden gelehrt. Der Wind frischte auf und die Sonne verschwand hinter Wolken. 

So nett die Plauderei war, als die ersten wieder in die Boote stiegen um zurück zu paddeln kletterte ich auch wieder in das schnelle Tourenboot, schloss das Spray-Deck und machte mich auf den Rückweg, der spürbar länger dauerte als die entspannte Abfahrt. Trotz Rotznase und Husten war die Paddelei vergnüglich. Ich sollte das wirklich wieder öfter machen!


Mittwoch, 27. Dezember 2023

Zweitausenddreiundzwanzig

Der übliche Rückblick auf das vergangene Jahr offenbart, dass es - trotz Einschränkungen - eigentlich ein gutes Paddeljahr war:

Zum Jahresauftakt befand sich noch der SourisRiver-Prospector in meinem Besitz. Mit ihm (in Begleitung von Sigrun) unternahm ich die erste und einzige dokumentierte Fahrt im Januar.  

Im Februar habe ich gerade einmal zwei Fahrten dokumentiert. Am Bemerkenswertesten scheint mir die Hochrheinfahrt bergauf bis zum Rheinfall, die ich in diesem Jahr für mich entdeckt und zweimal wiederholt habe. Nämlich gleich drauf im März und später nochmal im Juni. Aber das geht jetzt zu schnell. Bleiben wir im März

da fand die traditionelle Donaufahrt von Hausen im Tal nach Laiz statt. Im April ist ausschließlich die gemeinsame Neckarabfahrt mit Rolf dokumentiert, an die ich mich gerne zurück erinnere. Im Mai fand die relativ kurze aber intensive Frankreich-Reise statt, in der ich Burgunds Fluss- und Kanalsystem für mich entdeckte. Und ich erwarb das schnelle schlanke Tourenboot mit dem ich gleich eine Probefahrt auf dem Bodensee unternahm. 


Im Juni nahm ich meine frühmorgendlichen Neckainselrunden wieder auf und verbrachte ein Wochenende am Schluchsee. Achja, den Mini-Prospector habe ich im Juni auch verkauft. Im Juli fand die Bodensseeüber- und durchquerung statt, die ich im Boot begleitete. 


Im Ferienmonat August reiste ich durchs Baltikum und an den Plansee. Der September begann mit einer erneuten Bodenseefahrt ging dann aber in eine Reihe von Donaubefahrungen (Rechtenstein, Untermarchtal) über, die im Oktober fortgesetzt wurden (Binzwangen,
Hundersingen, Riedlingen) und bei denen ich (mit Ausnahme der letzten Fahrt) stets den Abschnitt flussauf und dann wieder hinab gepaddelt bin. Ein Kurzurlaub im Spreewald in Zusammenhang mit einer Tagung in Potsdam fiel einer Coronainfektion zum Opfer. 


Im November leerte sich der Fluss und mir gelangen einige spektakuläre Bilder bei sonst eher ereignislosen anfangs häufigen, später nur sporadischen Neckarinselrunden.
 
Und den ganzen Dezember über hatten wir so ungünstige Wasserstände, dass der Anleger quasi nicht nutzbar war. Er erweist sich unter diesen Umständen als Fehlkonstruktion.
Ich war trotz bester Vorsätze nur ganz selten auf dem Wasser und lernte die Vorzüge des Spray Decks für den Advantage schätzen. 
Um so wichtiger ist es sich in dieser Saure-Gurken-Zeit vor Augen zu halten, dass es ein gutes Paddeljahr war. 

Das Bild oben stammt von heute. Es war vermutlich die letzte Tour in diesem Jahr. Ob der Jahresauftakt 2024 in gewohnter Weise stattfinden kann ist noch nicht sicher. Die Hochwassersituation wird es den meisten unmöglich machen gegen die Strömung zurück zu paddeln. Ich hatte heute auch so meine Schwierigkeiten. Und dann ist da noch das Problem mit dem überspülten Anleger.

Da ich kein ernst zu nehmendes Wildwasser mehr paddele haben sich die früher üblichen gemeinsamen Touren mit den Paddelfreunden auf ein Minimum reduziert. Mit Rolf war ich im Lauf des Jahres einige Male unterwegs, was immer großen Spaß gemacht hat.

Gleichzeitig genieße ich meine -Solounternehmungen immens und Gruppenevents und -fahrten verbinde ich immer mehr mit lästigem Aufwand und leidigen Kompromissen. Ich plane einen Sommerurlaub in Schweden - auf vertrautem Terrain. Im Mai will ich je nach Wetter in Westen, Süd- oder Nordosten eine gute Woche Paddelurlaub verbringen. Und insgeheim hoffe ich immer noch, dass ich meine wöchentlichen zwei Neckarinselrunden in diesem Winter noch auf die Reihe bekomme. 

Samstag, 9. Dezember 2023

Silberstreif am Horizont

Es ist keine ideale Lösung, die ich da gefunden habe um den Ein- und Ausstieg in und aus einem Boot zu erleichtern, aber die beiden Bausteine lagen noch am Bootshaus rum (keine weiten Wege) und wer weiß, wie schnell irgendein Witzbold sie ins tiefe Wasser rollt.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Gute Vorsätze und vereitelte Absichten

Zum wiederholten Mal bin ich heute bei relativ gutem Wetter zum Bootshaus gefahren um mal wieder eine kleine Neckarinselrunde zu drehen. 

Anfang November habe ich es ja mal hingekriegt an sechs Tagen einer Woche täglich aufs Wasser zu gehen (siehe Collage unten). Seit dieser gloriosen Woche kam es zu einer einzigen Neckarinselrunde am 12. November. Danach ging nichts mehr obwohl ich mir ja fest vorgenommen hatte in diesem Winter mindestens zweimal die Woche paddeln zu gehen.

Das lag in erster Linie am Pegel des Neckars. Anfangs war er wirklich zu hoch. Der Anleger war bis über beide große Stufen überspült und das Wasser reichte über die Grasfläche bis an die Böschung. Danach sank der Pegel so, dass an Paddeln zu denken war. Aber jetzt stand das Wasser gerade mal so einige Zentimeter über der zweiten großen Stufe des Anlegers. Ich hätte das Boot hinter der Stufe im tieferen Wasser platzieren müssen um dann irgendwie die 80cm trockenen Fußes zu überqueren. Ich denke darüber nach mir irgendwoher einen kapitalen Steinblock zu beschaffen, den ich auf diese Stufe legen kann.

Vielleicht hätte ich über die Böschung einsteigen können (die ist vom Oberflächentau glitschig und im Schatten noch gefroren). Dafür bin ich nicht gelenkig genug. Insbesondere der Ausstieg macht mir Sorgen. So bin ich auch heute wieder unverrichteter Dinge heim gefahren.